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Um die Interessen der Bürger und nicht seine eigene Meinung geht es AfD-OB-Kandidat Richard Paukner laut eigener Aussage.

Richard Paukner nominiert

Bürgermeisterwahl 2020: AfD will mit Ex-Soldat Freisinger Rathaus erobern

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Überraschend hat die AfD noch einen Kandidaten für die Freisinger OB-Wahl nominiert: Sie möchte mit einem Ex-Soldaten das Rathaus erobern. Der will einiges „platt machen“.

Pulling/Freising – Es hätte so schön gepasst: sieben Bewerber für das OB-Amt in Freising – die „Glorreichen Sieben“. Am Samstag aber hat die Alternative für Deutschland (AfD) der Anwendung dieses Western-Klassikers einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit Richard Paukner hat man einen eigenen und damit den achten OB-Kandidaten für den 15. März ins Rennen geschickt. „Historisch“ nannte Kreisvorsitzender und MdB Johannes Huber den Samstag, an dem zum ersten Mal ein AfD-Mann als OB-Kandidat für Freising aufgestellt wurde.

Richard Paukner steht bereits auf der AfD-Stadtratsliste auf Platz 1, ist Jahrgang 1961 und ausgebildeter Lkw-Mechaniker, wie er sich im Wahlkreisbüro Hubers in Pulling den acht stimmberechtigten Mitgliedern vorstellte. 13 Jahre lang sei er in der Stein-Kaserne beim FlaRak-Bataillon 32 tätig gewesen. Sein letzter Dienstgrad: Hauptfeldwebel der Reserve. Derzeit arbeite er bei einer Spedition in München, so Paukner, der als Mitglied im Imkereiverein Bienen zu seinen Hobbys zählt. Und deshalb habe er das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ auch mit Interesse verfolgt, habe gesehen, wie dadurch die Landwirte „bloßgestellt und verarscht“ worden seien.

AfD-Kandidat Paukner will Freising „dienen“

Von der AfD-Landtagsfraktion sei er da sehr enttäuscht. Und von den „öffentlichen Medien“ auch, die die Protestaktionen gegen das Volksbegehren und dessen Folgen „totschweigen“. Die Entscheidung, für das OB-Amt zu kandidieren, habe erst reifen müssen. Aber weil er wegen seiner Ausbildung zum Lkw-Mechaniker in der Lage sei, sich „über den Verkehr in Freising Gedanken zu machen“, weil die anderen sieben Kandidaten „alle dasselbe sagen“, und weil jeder der anderen Bewerber die Hauptaufgabe eines OB vergessen habe, trete er nun doch an. 

Hauptaufgabe eines OB sei es nämlich, „Freising zu dienen“, so der Ex-Berufssoldat. Es gelte, die Interessen der Bürger zu vertreten statt „selbstherrlich die eigene Meinung durchzusetzen“. Beispiel: das Abseits, wo man dabei sei, „absichtlich Geld in den Sand zu setzen“, um eine „Baracke“ herzurichten, nur damit dort jemand Kultur machen könne. 

Als OB würde Paukner einiges „platt machen“

Als OB hätte er große Pläne: Die Luitpoldhalle „platt machen“, das gesamte Luitpoldareal mit Wohnungen bebauen, Stadthalle und Volksfest auf den ehemaligen Standortübungsplatz bei Untergartelshausen auslagern, dorthin auch gleich die SG Eichenfeld umsiedeln und deren bisheriges Gelände ebenfalls für Wohnungsbau nutzen. Paukner würde außerdem den ÖPNV für Senioren – und mittelfristig für alle Bürger – kostenlos anbieten, würde bei der Auswahl der drei Varianten für den Isarsteg Süd die Entscheidung den Radfahrern überlassen.

Die AfD habe im Stadtrat den Vorteil, dass sie „keine Seilschaften“ und „keine Leichen im Keller“ habe. Paukner, der im vergangenen Jahr von OB Tobias Eschenbacher für sein Engagement beim Krieger- und Soldatenverein Freising Neustift geehrt wurde, wurde mit acht von acht Stimmen gewählt.

Im großen Überblicksartikel des Freisinger Tagblatt finden sie alle Personen, die sich im Landkreis Freising für eine der 24 Kommunen als Bürgermeister-Kandidaten bewerben. Lesen Sie auch: Rentnerin (87) fährt Straßenarbeiter an – und fährt dann einfach weiter. Geldautomaten aufgeflext: Täter erbeuten hohe Summe – ein Detail ist auffallend.

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