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Wollen die Karten nach der Kommunalwahl neu mischen: Anton Hierhager (vorne) will die Gemeinde Kranzberg mit seinem im Seehaus nominierten SPD-Team umkrempeln

Großer Tag für 62-Jährigen

Bürgermeisterwahl 2020: SPD Kranzberg nominiert Hierhager

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Die SPD Kranzberg hat Anton Hierhager zum Bürgermeister-Kandidaten ernannt. Für den 62-Jährigen ist es aber nicht nur wegen seiner Nominierung „ein großer Tag“.

Kranzberg – „Für mich ist das ein großer Tag.“ Anton Hierhager war am Freitag nicht nur glücklich, dass ihn der SPD-Ortsverband einstimmig zum Bürgermeister-Kandidaten für Kranzberg nominiert hat. Der 62-Jährige freute sich auch darüber, dass er, der 2014 gerade mal mit drei Mitstreitern in die Kommunalwahl gegangen war, dieses Mal zehn Kandidaten für die sozialdemokratische Liste motivieren konnte. 

„Wenn mich vor einem Jahr jemand gefragt hätte, ob ich als Bürgermeister kandidieren möchte, hätte ich gesagt: Spinnst du“, sagte Hierhager bei der Aufstellungsversammlung im Kranzberger Seehaus. Doch dann kam der große Streit um die Mittagsbetreuung an der Grundschule, bei der Bürgermeister Hermann Hammerl gegen den eigenen Bauantrag der Gemeinde gestimmt hatte. „Jetzt bin ich der Meinung, es wäre gut für Kranzberg, wenn ich Bürgermeister werde.“ Deshalb habe er entschieden, gegen den amtierenden Bürgermeister anzutreten. Wer wolle, dass die Mittagsbetreuung wirklich komme, müsse ihn wählen. „Ansonsten wird es verzögert, verzögert und verzögert.“

Hierhager: „Familien haben das Beste verdient“

Mit dem Slogan „Mehr Gemeinde wagen“ und Greta Thunberg im Kopf, also mit einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ökologie, hat sich die SPD Kranzberg bei vier Themenfeldern gesetzt, mit der sie den wieder kandidierenden Amtsinhaber Hermann Hammerl herausfordern will: Familie und Gesellschaft, Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Innovation sowie Sport und Kulturelles.

„Familien haben das Beste verdient – ohne Kompromisse“, betonte Hierhager. Dabei möchte er nicht nur das „unbefriedigende Betreuungsangebot“ für Kinder verbessern, sondern auch das auf dem Markt hart umkämpfte pädagogisches Fachpersonal mit günstigem Wohnraum in die Gemeinde locken. „Dank unseres kommunalen Projekts Mehrgenerationenhaus bei der Villa Kranich, das ich maßgeblich mitangestoßen habe, wird das künftig auch möglich sein.“

SPD Kranzberg will Bebauungspläne anpassen

In der Baupolitik will Hierhager Bebauungspläne anpassen. „Seit 50 Jahren bauen wir im Modell E+D. Die Hälfte der Flächen sind mit Doppelgaragen vollgepflastert. Da müssen wir effizienter werden.“ Im Bereich Wirtschaft und Innovation setzt er auf Digitalisierung und Shared-Offices – moderne Büroarbeitsplätze, um Mitarbeitern das langwierige Pendeln zum Arbeitgeber zumindest temporär zu sparen. „Das steigert die Lebensqualität und spart CO2. 

Auf der bunten Liste befindet sich auch ein Grüner

Im Bereich Sport und Kulturelles will Hierhager mehr Fördermittel für Vereinsarbeit erstreiten. „Die beste Würdigung für das Ehrenamt ist es, die Engagierten mit materiellen Hilfsleistungen zu unterstützen, damit sie ihren Job besser machen können – nicht, ihnen einen Orden umzuhängen.“

Mit dabei: SPD-Landratskandidat Herbert Bengler (l.) gratulierte Anton Hierhager zur Nominierung.

Hierhager betonte, dass das SPD-Programm nicht allein auf seinem Mist gewachsen sei, sondern Gemeinschaftsarbeit gewesen sei. Er machte Werbung für seine bunte Liste, auf denen sich neben Neubürgern und Akademikern auch ein gebürtiger Palästinenser (Salah Arafat) und ein Grüner (Heiko Busch) befindet: „Wir sind bei der Wahl als Team zu haben.“

Die Kandidaten

Da die SPD nicht genug Kandidaten hat, um damit die 16er-Liste in Kranzberg komplett zu füllen, belegen die ersten sechs Kandidaten jeweils zwei Plätze: 1-2 Anton Hierhager (Bürgermeister-Kandidat), 3-4 Verena Nerl (Themenschwerpunkt: Familie, Schule), 5-6 Salah Arafat (Integration, Senioren), 7-8 Claudia Brunner (Familie, Gesundheit, Innovationsmanagement), 9-10 Hannes Hahne (Innovation, Digitalisierung), 11-12 Sandra Silingas (Familie, Kindergarten), 13 Jakob Lippig (Jugend, Berufsausbildung), 14 Kai Klicker Brunner (Digitalisierung, e-Gov), 15 Heiko Busch (Nachhaltigkeit, Ökologie, Lärmschutz), 16 Christoph Nerl (Nachhaltiges Bauen & Wohnen, Lärmschutz)

Alle Aspiranten auf die 24 Rathaus-Chefsessel des Landkreises Freising sindim großen Überblicksartikel des Freisinger Tagblatt zusammengefasst.

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