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Im März 2020 stehen in der Region Freising wieder Landratswahlen an.

Kommunalwahl 2020

Freisinger Landratskandidaten: Es kann nur einen geben

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Landratswahl in Freising: Mehrere Kandidaten haben sich schon in Stellung gebracht und sind nominiert.

Landkreis – Es ist das höchste Amt, das bei der Kommunalwahl 2020 zu vergeben ist: Landrätin beziehungsweise Landrat von Freising. Manche Parteien zögern noch und haben noch niemanden ins Rennen geschickt. Ein Überblick:

Manuel Mück (CSU) will Josef Hauner beerben.

Die CSU, die Partei des amtierenden Landrats Josef Hauner, schickt „unseren Freund Manuel Mück“ ins Rennen, wie der Kreisvorsitzende Florian Herrmann den Kandidaten bei dessen Kür nannte. Der 32-Jährige aus Allershausen erhielt bei der Nominierungsversammlung 118 von 124 Stimmen. Mit 32 Jahren soll Mück die Jugend vertreten, ist als Fraktionsvorsitzender der CSU in Allershausen und im Kreistag aber auch einer mit politischer Erfahrung. Mück selbst nannte „Nervenstärke und Gelassenheit“ als seine Stärken. Als Schwerpunkte seines Programms zählte der Gesellschafter und Prokurist des Familienbetriebs sieben Themenschwerpunkte auf – darunter „Mobilität neu denken“, Schule und Bildung, außerdem das Thema „Gesundheit fördern“, die Energiewende bis 2035, aber auch die Förderung des Ehrenamts.

Herbert Bengler (SPD) setzt auf Nachhaltigkeit.

Die einzige Partei, bei der es bisher zwei Bewerber um den Kandidatenposten gab, war die SPD. Dabei setzte sich Herbert Bengler (63) mit 26 zu 21 Stimmen gegen seinen Mitbewerber Victor Weizenegger (24) durch. Der Langenbacher, der 2005 in die SPD eingetreten ist und 2008 für die Europawahl kandidiert hatte, formulierte folgendes Motto: „Six years for Future“. Sein Ziel sei es, in allen Bereichen die vorhandenen Spielräume zum Gestalten für eine nachhaltige und soziale Politik zu nutzen. Er stelle sich vor, junge Menschen einzuladen, „um ihnen zu zeigen, wie Politik funktioniert“. Er werde die Zusammenarbeit mit allen Bürgermeistern anstreben und die Kommunen, wo es nur gehe, unterstützen. Der Landkreis müsse klimaneutral, aber auch sozial sein, der Landkreis sei gefordert, den Missstand bei der Wohnungsnot beheben zu helfen. Er wolle als Landrat „im Kreistag eine starke Stimme der Sozialdemokratie“ sein. „Ich will es, und ich kann es.“

Robert Wäger (Grüne) schreibt Vertrauen groß.

Mit „Robert, hau’ rein!“ wurde Robert Wäger von Bündnis 90/Die Grünen in den Wahlkampf geschickt. Der Hashtag des 58-Jährigen: #grandpasforfuture. Wäger ist Gemeinderat in Hallbergmoos und Kreisrat und stellte klar: „Jetzt ist es für mich Zeit. Landrat – das wäre der krönende Abschluss meines Berufslebens“, so der Systemadministrator, der seit 1981 im Landkreis Freising lebt. Die Liste der Themen, um die sich er, würde er der erste grüne Landrat in Freising werden, kümmern will, ist lang: Verkehrswende, die Verbesserung der Lage auf dem Wohnungsmarkt, die Energiewende, Flächeneinsparung, Angebote für Senioren, die politische Jugendarbeit und die Ehrenamtsarbeit im sozialen Bereich, so der Mann, der seit rund 20 Jahren bei der Lebenshilfe Freising aktiv und dort derzeit 2. Vorsitzender ist. Wägers Credo: „Ich bringe Menschen erst einmal Vertrauen entgegen, kein Misstrauen.“

Helmut Petz (FW) kennt das Landratsamt.

Helmut Petz (62) war der erste Kandidat, der sich aus der Deckung gewagt hatte. „Gerührt“ war er, als er bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler 36 von 36 Stimmen erhielt. Eines weiß Petz: Der Weg ins Chefbüro des Landratsamts werde „kein Spaziergang“. Trotzdem – oder besser: jetzt erst recht: „Auf geht’s!“ Petz war von 1998 bis 2003 Leiter des Bauamts im Landratsamt Freising, wohnt in Feldmoching und ist seit zehn Jahren Richter am Bundesverwaltungsgericht. Seine Motivation für die Kandidatur: Nach seinen guten Erfahrungen im Landratsamt wolle er „die Anliegen der Menschen mir ein Anliegen sein lassen“ und wolle – anders als als Richter – „die Freude am Gestalten, die in mir wohnt“, umsetzen und so „unglaublich viel für die Menschen rausholen“. Dabei seien die Themen, die er als Richter behandle, genau die Themen, die auch im Landkreis Freising zentral seien: Flughafenplanung, Bauen, Verkehr und Naturschutzrecht. Titel seines Wahlprogramms: „Zukunft im Landkreis für die Menschen verträglich gestalten“. Der Landkreis leide unter einer „flughafenbedingten Überhitzung“, man brauche bei der Siedlungsentwicklung „eine Verschnaufpause“. Petz versteht sich als „Ansprechpartner und Ratgeber für die Menschen und die Gemeinden“, will im persönlichen Gespräch wissen, „wo der Schuh drückt“.

Tobias Weiskopf (FDP) ist mit 21 Jahren der Jüngste.

Ende November offiziell nominiert wurde Tobias Weiskopf, den die FDP auf den Kandidatenschild heben will. Der Vorstand des FDP-Kreisverbands Freising den 21-Jährigen seinen Mitgliedern als Landratskandidaten vorgeschlagen. Weiskopf kommt aus Allershausen und studiert in München an der Ludwig-Maximilians-Universität Wirtschaftspädagogik. Vor seinem Abitur war er Schülersprecher am Josef-Hofmiller-Gymnasium, Regionalschülersprecher für den Landkreis und sitzt seit drei Jahren im Jugendkreistag. Sein Credo: „Es gibt einiges, das wir gemeinsam noch besser machen können.“   Drei große Themen will er anpacken: Mobilität, Bildung und Verwaltung.

Birgit Mooser-Niefanger (FSM) hat „viele gute Ideen“.

Die Freisinger Mitte (FSM) ist auch schon fündig geworden und hat ihre Favoritin für das höchste Amt im Landkreis nominiert: Birgit Mooser-Niefanger. Die 50-Jährige Stadt- und Kreisrätin, die schon 2014 – damals für die Grünen – als Landrätin kandidiert hatte und bis zum März 2017 Zweite Stellvertreterin des Landrats gewesen war, begründete ihre Motivation so: Wie in der Stadt Freising wolle sie auch im Kreis einen neuen „Stil der Kooperation“ etablieren. „Aus vielen, vielen guten Ideen wird eine große.“ Wohnen, Mobilität und vor allem Umweltschutz seien die wichtigsten Themen. Außerdem wolle sie als Landrätin das Landratsamt als Dienstleister und Arbeitgeber weiterentwickeln: Digitalisierung und das Stichwort Heimarbeitsplätze führte die 50-Jährige auf.

Die Vorsitzende des von ihr gegründeten SV Zukunft erhielt bei der Nominierung von den 43 anwesenden FSM-Mitgliedern 42 Ja-Stimmen. Und sie stellte klar, dass sie antrete, „um Landrätin zu werden“.

Franz Scholz (AfD) hat  noch keine Erfahrung in Sachen Kommunalpolitik.

Der AfD-Kreisverband Freising-Pfaffenhofen hat Ende November seine Aufstellungsversammlung beim Alten Wirt in Langenbach abgehalten: Mit Franz Scholz geht ein enttäuschter „Staatsdiener“ ins Rennen. Der 64-jährige Freisinger besitzt noch keine kommunalpolitische Erfahrung. Inhaltlich äußerte er sich in der Versammlung nicht zu seinen Zielen.

Sowohl die ÖDP als auch Die Linke als auch Die Partei haben noch nichts verlautbaren lassen, ob und wen sie möglicherweise als Landratskandidaten aufstellen. 

Alle Infos über die Kommunalwahl 2020 in allen Gemeinden finden Sie in unserem großen Überblicks-Artikel.


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