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630 Gramm purer Luxus: Mit den edelsten Zutaten der Welt wurde dieses Törtchen für einen Scheich aus Dubai gebacken. Zu den Zutaten zählen Blattgold und Diamanten, wie der Alba Trüffel aus dem Piemont auch genannt wird. Voilà, the Golden Eve.

Für einen Scheich in Dubai

Konditormeister aus Freising bäckt teuerstes Törtchen der Welt

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Freising - Sie hatte einen Durchmesser von 16 Zentimetern, war 630 Gramm schwer – und hat 2015 Euro gekostet: Konditormeister Stefan Kopetz hat für einen Scheich das teuerste Törtchen der Welt gebacken – nicht seine einzige Großtat.

Stefan Kopetz liebt die Herausforderung. Der 30-jährige Konditormeister aus Freising hat schon Torten für Alfons Schuhbeck, Michael Bully Herbig und Uli Hoeneß gebacken. Auf Wunsch einer schwangeren Braut hat er mal zwei Marzipan-Schühchen in den Hochzeitskuchen eingebacken. So erfuhr der frisch gebackene Ehemann an seinem großen Tag auf süße Weise, dass er demnächst Vater wird. „Alles, was außerhalb der Norm liegt, ist spannend“, sagt er. „Dafür bin ich Konditor geworden.“

So sagte Kopetz, Inhaber der Tortenmeisterei Freising, auch bedenkenlos zu, als ein Brautpaar eine 3,50 Meter hohe Hochzeitstorte in Auftrag gab. Ein Schreiner baute ihm dafür einen rollenden Tortentisch, ein Spengler fertigte ihm Gestelle aus Edelstahl, um den Sahne-Wolkenkratzer von innen heraus zu stabilisieren. Das Wunderwerk hielt.

Kriegt alle Herausforderungen gebacken: Konditormeister Stefan Kopetz.

Der junge Meister ist Extreme also schon gewohnt, als er in Dubai einen Laden eröffnet. Und zur Feier der neuen Filiale schwebt ihm mal wieder etwas ganz Besonderes vor: Er will die größte Dessertparty der Welt veranstalten – mit dem größten Süßigkeitenbufett und der größten Besucherzahl, die es je gegeben hat. Für Glamour soll Scheich Ahmed bin Saqr sorgen. Der nimmt die Einladung an – unter einer Bedingung: „Ich komme nur, wenn du dir etwas Besonderes für mich einfallen lässt.“

Also setzt sich Kopetz mit seiner Frau zusammen und fischt einen Abend lang nach Ideen. Der Einfall, der anbeißt: das luxuriöseste Törtchen der Welt zu backen. Mit den teuersten Lebensmitteln, die es auf dem ganzen Planeten gibt. Nach langer Internet-Recherche stellt der 30-Jährige das Rezept für seine „Golden Eve“ zusammen. Die exklusiven Zutaten: Wildbeeren aus Neuseeland, Finger-Limes aus Australien, auch Limetten-Kaviar genannt, Blattgold aus Brasilien und Kopi Luwak aus Indonesien, der berühmte Katzenkaffee, der ursprünglich in Indonesien aus Exkrementen von Fleckenmusangs gewonnen wird. Die Katzenbohnen durchliefen die Katzenbohnen durchlaufen den Verdauungsapparat der Wildkatzen. Die teuerste Ingredienz: Alba Trüffel aus dem Piemont, der „Diamant“ der italienischen Region.

Nicht nur die Zusammenstellung, sondern auch die Herstellung des Rezepts birgt Herausforderungen. „Ich habe nicht so viel auf der hohen Kante, dass ich die Torte drei- bis viermal mit Originalzutaten hätte ausprobieren könnte“, betont Kopetz. Also testet er mit „vereinfachten Lebensmitteln“, wie er sagt. Ein weiteres Problem: Die exklusive Ware ist nicht jeden Tag zu bekommen. Teilweise muss der Konditormeister längere Lieferzeiten in Kauf nehmen. Nichts für schwache Nerven. „Der Finger-Limes kam als Letztes – zwei Tage vor dem Flug nach Dubai.“ Und so kann der Freisinger die „Golden Eve“ backen – 630 Gramm reiner Luxus.

Wieder hat der 30-Jährige eine Riesenherausforderung gebacken gekommen und damit nebenbei eine Höchstleistung erzielt. Denn inzwischen hat ihm das Rekord-Institut für Deutschland, so etwas wie der TÜV für Weltrekordversuche, Schwarz auf Weiß bestätigt: Er hat das teuerste Törtchen der Welt gebacken.

Mehr als das bedeutet Kopetz aber das Urteil des Scheichs. „Er hat mir gesagt, dass ich all seine Vorstellungen übertroffen habe“, berichtet er. „Er will das Törtchen jetzt öfter bestellen.“ Der Konditormeister durfte von seinem Werk auch selbst naschen. Das nüchterne Urteil des Experten: „Es hat stimmig geschmeckt.“

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