Kostenexplosion: Wo man beim Camerloher sparen will

Freising - Das neue Aulagebäude für das Camerloher-Gymnasium, das an Stelle des abbruchreifen „Pensi“ errichtet werden soll, wird viel teurer als ursprünglich erwartet (wir haben berichtet). Anlass genug für eine gemeinsame Sondersitzung des Schul- und Kreisausschusses am Donnerstag. Und die verlief reichlich verwirrend.

Mit einer Kostenberechnung in Höhe von 11,1 Millionen Euro war man im Juli 2008 gestartet. Dann hatte man im Kreistag Gründungsmaßnahmen und ein größeres Raumkonzept beschlossen, hat jetzt auch noch die Steigerung des Baupreis-Index miteinkalkuliert und überhaupt nochmal genauer nachgerechnet. Schockierendes Ergebnis: 15,5 Millionen würde das Projekt kosten. Alle Zahlen hat man dann dem Kommunalen Prüfungsverband vorgelegt, der sogar auf 16 Millionen Projektkosten kam. Daraufhin, so schilderte Landrat Michaels Schwaiger am Donnerstag, hätten sich die Planer und Architekten noch einmal über das Vorhaben hergemacht und seien auf Einsparungen von 900 000 Euro gekommen. Mit der Vorgabe, den Kostenrahmen auf 15 Millionen zu erweitern, startete man dann am Donnerstag die Beratungen.

Und die dauerten zweieinhalb Stunden: Dabei wurden nicht nur die Einsparvorschläge der Experten einzeln besprochen und erst vom Schul- und dann vom Kreisausschuss abgesegnet, sondern auch weitere Einsparpotenziale diskutiert. Resultat: Alle Einsparvorschläge (beispielsweise der Entfall des Parkdecks oder die Reduzierung des Qualitätsstandards bei Einrichtung und Tonanlagen) wurden abgelehnt. Nur eine Kürzung wurde im Endeffekt vorgenommen: Man werde beim energetischen Standard nicht auf die Werte für die neue „EnEV 2012“ zusteuern, sondern sich mit dem derzeit gültigen Standard der „EnEV 2009“ begnügen. Das freilich war reichlich umstritten: Die Grünen in Person von Toni Wiollschläger wehrten sich dagegen, verwiesen darauf, dass man „ein Gebäude für die Zukunft“ baue und deshalb nicht auf veraltete Standards zurückfallen dürfe. Das sei kurzsichtig, bemängelte auch Angelika Werner-Ripperger. Und auch Anna Maria Sahlmüller (FDP) warnte davor, sich beispielsweise von einer Dreifach-Verglasung zu verabschieden.

Kurios war dann die Abstimmung: Der Schulausschuss lehnte eine Qualitätsminderung beim Energiekonzept mit 7:8 Stimmen ab, wollte da keine 345 000 Euro einsparen. Der Kreisausschuss gleich darauf aber schon (10:3 Stimmen). Als es dann aber zum Schwur kam und man über den Kostenrahmen für das Aulagebäude entscheiden sollte, wollte der Schulausschuss plötzlich die vorher in Einzelbeschlüssen festgesetzten 15 Millionen nicht mehr genehmigen (7:8 Stimmen). Nachdem sich Schwaiger und die Kreisräte von diesem Schreck erholt hatten, musste noch der Kreisausschuss abstimmen. Der hielt sich an die beschlossene Einsparung von 345 000 Euro und beschloss einen Kostenrahmen von 14,7 Millionen. Jetzt muss noch der Kreistag am 31. März zustimmen.

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