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Alternative zum Grundstück am See: Diese Fläche im Gewerbegebiet favorisiert der Gemeinderat Kranzberg um Bürgermeister Hermann Hammerl für eine Asylbewerberunterkunft.

Kranzberg und die Asylbewerber

Standort mit Obergrenze

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Kranzberg - Der Kranzberger Gemeinderat hat der geplanten Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet zugestimmt. An das Votum knüpfte das Gremium jedoch zwei Bedingungen.

Es stand kein Stuhl zu viel im Sitzungssaal des Kranzberger Gemeinderats. „Wir haben heute viele Besucher“, stellte Bürgermeister Hermann Hammerl fest. „Das Thema Asyl bewegt die Menschen.“ Auch Alt-Bürgermeister Robert Scholz, der sich am Dienstagabend unter den 30 Zuhörern befand. Wie berichtet, hat sich die Kirche nach Verhandlungen zwischen dem Bürgermeister, der örtlichen Pfarrei und dem Ordinariat München bereiterklärt, ein Grundstück anzubieten. Auf dem Areal, das an die geplante Erweiterung des Gewerbeparks angrenzt, soll eine Flüchtlingsunterkunft errichtet werden, in der „zirka 78 Personen“ untergebracht werden könnten, wie Hammerl erläuterte. Die Gemeinde habe auch einen Investor an der Hand, der das Projekt realisieren würde. Die Restfläche könnte von der Gemeinde gepachtet werden, um sie als Lagerfläche und für Freizeitaktivitäten zu nutzen. So wäre es möglich, dort einen Bolzplatz zu errichten.

Ursula Enghofer (FWG) begrüßte den Vorschlag. „Wenn ich im Fernseher die Bilder von Flüchtlingen sehe, läuft es mir schon kalt den Rücken runter“, sagte sie. „Wir haben ihnen gegenüber als Gemeinde eine Verantwortung.“ Sie forderte allerdings den Gemeinderat dazu auf, sich im Beschluss auf die Zahl 78 als Obergrenze festzulegen. Denn der Trend zum „Immer-noch-mehr“ mache den Bürgern Angst. „Und das wird auch den Menschen nicht gerecht, die da sind und integriert werden wollen.“

Als „guten Start“ bezeichnete Martin Oberprieler (KGL) das Konzept. Die Gemeinde müsse aktiv mit der Problematik umgehen und die Lösungen positiv mitgestalten. Ihm war jedoch wichtig, dass dem Investor eine „ansprechende Bebauung“ auferlegt werde. „Ich möchte hier keine Aufeinanderstapelung von Blechbüchsen.“ Hammerl betonte zwar, dass auch Container-Unterkünfte menschenwürdig gestaltet werden könnten und verwies auf die Anlage in Kirchdorf. Oberprielers Anregung wurde jedoch ebenso wie die von Enghofer in den Beschlussvorschlag aufgenommen, der daraufhin bei einer Gegenstimme vom Gremium angenommen wurde. Damit ist die zuerst für die Unterkunft vorgesehen Fläche am Kranzberger See – nach einer Änderung des Bebauungsplans – frei für Sozialen Wohnungsbau. Hammerl schweben dabei „kleinere Baukörper“ vor, die der Größenordnung der benachbarten Villa Kranich gerecht werden. Hier könnten anerkannte Asylbewerber unterkommen. Diese Idee fand bei den Räten großen Anklang. „Auch mit Blick auf die eigene Bevölkerung“, sagte Ursula Enghofer. „Denn hier gibt es ebenfalls Menschen, die Unterstützung brauchen und auf Sozialen Wohnraum angewiesen sind."

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