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Bürgermeisterwahl 2020: Hierhager kandidiert in Kranzberg gegen Hammerl

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Von: Manuel Eser

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Konkurrenten im Wahlkampf: Anton Hierhager (r.), der im Januar 2019 von Hermann Hammerl (l.) noch als 2. Bürgermeister vereidigt wurde, strebt jetzt den Chefposten im Rathaus an. © Fischer

Anton Hierhager (SPD) möchte Bürgermeister von Kranzberg werden. Am Freitag gab er seine Kandidatur bekannt. Ein Vorfall im September hat ihn zu dem Schritt bewogen.

Kranzberg – Am Ende haben die Sterne mitentschieden. „Ich bin in den Iden des März geboren“, sagt Anton Hierhager. Sein 63. Geburtstag fällt genau auf den Wahlsonntag. „Für mich ist das ein gutes Vorzeichen.“ Freilich sei das aber nicht der Hauptgrund für die Kandidatur. „Etliche Kranzberger haben mich monatelang gedrängt.“ Die Botschaft: „Mach es! Wir brauchen eine Alternative.“ Noch im Sommer hätte Hierhager, der für die SPD im Gemeinderat sitzt und seit Januar 2019 als Vize-Bürgermeister fungiert, Nein gesagt.

Das änderte sich im September. Da hätten plötzlich die vertrauensvollen Gespräche mit Hammerl (FWG) vor Ratssitzungen aufgehört. „Und dann kam diese seltsame Abstimmung, bei der der Bürgermeister gegen den eigenen Bauantrag gestimmt hat.“ Damals nutzte die FWG die Abwesenheit einiger Räte, um die bereits beschlossene Erweiterung der Mittagsbetreuung im Handstreich zu kippen. Hierhager: „Das war ein Schlag in den Rücken.“

Hierhager erklärt Diffamierungen zum Tabu

Diffamierungen oder persönliche Angriffe sind im Wahlkampf für den gebürtigen Kranzberger dennoch tabu. Sein Slogan lehnt sich an sein Idol, Bundeskanzler Willi Brandt, an, der einst „mehr Demokratie wagen“ wollte. „Ich will mehr Gemeinde wagen“, sagt Hierhager. Als Bürgermeister müsse man „mehr“ tun als das Tagesgeschäft. 

Gemeinde“ sei in einem Ort, der in viele Lager gespalten sei, ein wichtiges Projekt: „Wir müssen mehr Gemeinschaft hinbekommen“, sagt Hierhager. Dafür fühlt er sich prädestiniert. Nicht nur in seinen 36 Berufsjahren bei Texas Instruments habe er viele Verhandlungen geführt und Probleme gelöst, sondern auch schon als 2. Bürgermeister. Und etwas „wagen“ müsse man in Zeiten gravierender Umbrüche auch: „Wir reden zu viel über Risiken und Probleme und zu wenig über die Möglichkeiten.“

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Anton Hierhager (SPD) will mehr Gemeinde wagen. © privat

Hierhager möchte daher einen Innovationsbeirat ins Leben rufen – ein Gremium, in dem Kranzberger IT- und Innovationsexperten sitzen, aber auch Vertreter aus der Gesellschaft – Kirche, Vereine, Unternehmer, Privatpersonen. „Das könnte eine spannende Geschichte werden.“

Bürgermeisterkandidat will Familien in den Mittelpunkt rücken

Besonders wichtig ist dem Vater dreier Töchter und vierfachen Opa auch politisch die Familie. „Den größten Beitrag für die Gesellschaft leisten Familien“, sagt er. Man müsse sie daher ohne Wenn und Aber unterstützen – egal ob es um Wohnraum, die Arbeitswelt oder die Gesundheitsvorsorge gehe.

Hierhager möchte mit einer offenen SPD-Liste ins Rennen gehen. Die Aufstellungsversammlung findet am 10. Januar statt. „Ich sehe mich als unabhängigen Kandidaten, der aber um Unterstützung bittet“, sagt er. Er werde jedem Interessierten gerne seine Themen und Positionen erläutern. „Wer sich damit identifizieren kann, ist herzlich willkommen.“

Bürgermeister Hermann Hammerl wurde von der FWG bereits als Spitzenkandidat gekürt. Die Kranzberger CSU möchte „richtig anpacken“ - allerdings ohne eigenen Bürgermeister-Kandidaten. Wer im Landkreis Freising sonst noch als Bürgermeister kandidiert, sehen Sie im großen Überblicks-Artikel des Freisinger Tagblatt.

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