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Infoveranstaltung des Bund Naturschutz

Eine BI wird zur Option gegen den Flächennutzungsplan in Kranzberg

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„Kranzberg würde sein Gesicht verändern“, warnt Manfred Drobny. Deshalb hat der Bund Naturschutz eine deutlich ablehnende Stellungnahme zum Flächennutzungsplanentwurf abgegeben. Und der BN ist mit seiner Kritik nicht allein. Jetzt könnte es in Kranzberg sogar demnächst eine Bürgerinitiative geben.

Kranzberg – Ein Wachstum von rund 60 Prozent, eine Verdreifachung der bestehenden Gewerbeflächen, teilweise sogar im Landschaftsschutzgebiet gelegen – der Bund Naturschutz sieht den derzeit vorliegenden Entwurf des neuen Flächennutzungsplans (FNP) für die Gemeinde Kranzberg kritisch. Das, was da geplant werde, sei „nicht nachhaltig“ und gemessen an der Größe der 4140-Seelen-Gemeinde „einzigartig im Landkreis“, machte der Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Freising am Donnerstag klar. Viele Bürger hatten sich an den BN gewandt, weshalb die Naturschützer zu einem Infoabend in den Metzgerwirt geladen hatten. Rund 60 Interessierte waren gekommen, freute sich der BN-Kreisvorsitzende Christian Magerl. Und die hörten und sahen, was der FNP an neuen Wohn- und Gewerbeflächen vorsehe (allein 11,8 Hektar neue Gewerbeareale in Kranzberg und 3,8 Hektar in Thalhausen), erfuhren, dass laut BN statt der vorgesehenen 16,5 Hektar für neue Wohnbebauung der Bedarf auch mit fünf Hektar gedeckt werden könne. Drobnys Appell: „Fragen Sie sich, wo sie 2030 sein wollen! Im Endeffekt kommt es darauf an, dass man gut leben kann.“ Kritisch sehen den neuen FNP auch 120 Bürger, die bisher eine Einwendung verfasst haben. Die Frage eines Bürgers, wie man sich nun weiter verhalten solle, beantwortete Magerl so: Die berühmte kommunale Planungshoheit liege nicht nur beim Bürgermeister und den Gemeinderäten, sondern bei den Bürgern: „Die kommunale Planungshoheit – das sind Sie!“ Magerl empfahl die Gründung einer BI, die den weiteren Prozess hin zu einem neuen FNP kritisch und konstruktiv begleiten solle – Einleitung eines Bürgerbegehrens nicht ausgeschlossen.

Bürgermeister Hermann Hammerl und die Gemeinderäte Sonja Kieslinger und Sebastian Ströhl hörten das nicht so gern. Alle drei betonten, der Gemeinderat habe es sich nicht leicht gemacht, Ziel sei es lediglich, auch den Jungen das Wohnen in Kranzberg zu ermöglichen. Der FNP weise nur Potenziale aus, viele dieser Flächen würden die Grundstückseigentümer auch gar nicht hergeben, so dass es nicht so schlimm kommen werde, wie es aussehe. „Wir wollen keine Monsterwohngebiete ausweisen“, erklärte Ströhl. Und eine BI könne man doch immer noch gründen, wenn der Flächennutzungsplan einmal fertig und abgeschlossen sei, sagte Kieslinger.

Manfred Drobny, Christian Magerl und Toni Wollschläger.

Dass Kranzberg mit dem Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan in gewisser Weise dem Flächenfraß und damit einer unseligen Entwicklung Vorschub leiste, hatte zuvor Grünen-Kreisrat und Biobauer Toni Wollschläger in einem Vortrag dargelegt. Das Kino in Neufahrn, das Industriegebiet bei Langenbach, Degernpoint in Moosburg – Wollschläger hatte viele Beispiele für „städtebaulichen Horror“ dabei. Aber es müsse Schluss sein damit, dass täglich zehn Hektar meist landwirtschaftliche Fläche in Bayern zubetoniert würden. Das Versagen der Landesplanung, Gleichgültigkeit, ein „Bürgermeisterwettbewerb“ um Gewerbeansiedlungen und die Gier ganz nach dem Motto „Ich baue, also bin ich“ nannte Wollschläger als Gründe.

Wie man es schaffe, dass „unsere schöne Welt und unser schönes Bayernland“ erhalten bleiben? Beispielsweise durch eine Neuordnung der Gemeindefinanzierung und durch ein Umdenken der Bürgermeister und Gemeinderäte. In Kranzberg könnte dabei bald eine BI helfen.

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