Gremertshausen ist beliebt bei Häuslebauern. Aktuell haben sich 20 um eins von acht Grundstücken im Einheimischenmodell beworben. Und es werden wohl noch mehr. Die Bewerber kritisieren, dass nichts vorangeht.
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Gremertshausen ist beliebt bei Häuslebauern. Aktuell haben sich 20 um eins von acht Grundstücken im Einheimischenmodell beworben. Und es werden wohl noch mehr. Die Bewerber kritisieren, dass nichts vorangeht.

Bürger verlieren Geduld

Einheimischenmodell Kranzberg: 20 Bewerber in der Warteschleife - und es werden noch mehr

  • vonNico Bauer
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In Kranzberg bahnt sich Ärger an: Die Bewerber um ein Grundstück im Einheimischenmodell stehen in der Warteschlange. Bis zum Sommer kommen noch mehr Interessenten dazu.

Kranzberg - Mit dem neuen Baugebiet in Gremertshausen will die Gemeinde Kranzberg jungen Einheimischen bezahlbares Bauland und eine langfristige Perspektive in der Heimat bieten. Für die bisherige Abwicklung erntete man auch bewundernde Blicke aus der Allershausener Nachbarschaft, aber es scheint nicht alles Gold zu sein, was am Ortsausgang von Gremertshausen Richtung Freising auf der grünen Wiese glänzt. Aktuell ist nur etwa die Hälfte der Grundstücke vergeben. Was die anderen Flächen angeht, hängen die noch hoffenden Bewerber in der Luft.

20 Bewerber für acht Grundstücke in Gremertshausen

Die Gemeinde Kranzberg hatte 17 Grundstücke in dem Einheimischenmodell angeboten, neun sind bereits vergeben. Für die restlichen acht Flächen bleiben aus dem letzten Verfahren 20 Bewerber übrig. Die müssen sich aber noch einige Monate gedulden und dann wieder in einem neuen Verfahren von Null beginnen. Derzeit herrscht großes Murren, weil die Bewerber eine zweite Vergaberunde erwarten und nichts vorangeht. Darüber hinaus fühlen sich Bewerber ohne Kinder diskriminiert, weil bislang fast nur junge Familien mit Nachwuchs zum Zuge gekommen sind. „Das riecht alles danach, dass die Gemeinde derzeit auf Zeit spielt“, schimpft einer der Bewerber, „vielleicht will man warten, ob sich in dieser schweren Zeit der eine oder andere aus finanziellen Gründen von selbst zurückzieht.“

Kranzbergs Bürgermeister kann keine Hoffnung machen, dass es schneller geht

Bürgermeister Hermann Hammerl weiß um den Unmut, kann den Bewerbern aber keine Hoffnung auf baldige Entscheidungen machen. Am 25. Mai wird sich der Sozialausschuss mit den Bewerbungsrichtlinien befassen – die müssen noch einmal überarbeitet werden. „Wir hatten bisher drei Juristen, und jetzt kam noch eine vierte juristische Meinung dazu“, sagt der Bürgermeister. „Die muss sich nun auch in den Richtlinien wiederfinden.“

Die neue Satzung mit den veränderten Richtlinien muss der Gemeinderat dann beschließen – erst dann kann die Vergabe der noch freien acht Grundstücke beginnen. „Natürlich wollten die verbleibenden Bewerber nun die Entscheidung unter sich“, sagt Hammerl. Er sei aber rechtlich dazu verpflichtet, allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, den Hut in den Ring zu werfen. Jetzt können also neue Bewerbungen hinzukommen oder bestehende modifiziert werden. Der Bürgermeister weiß etwa bei zwei Familien ganz konkret, dass die im Sommer in der Liste der Bewerber deutlich aufsteigen werden. Dann nämlich haben die beiden Familien ihren Erstwohnsitz seit fünf Jahren in der Gemeinde Kranzberg. Und dafür gibt es in einer wesentlichen Rubrik des Punkteschemas die Maximimalpunketzahl – weil man dann rechtlich als Einheimischer gilt. Und es besteht immer noch die Möglichkeit, dass weitere Bewerber für das Einheimischenmodell kommen.

Jeder, der in so einem Verfahren kein Grundstück bekommt, fühlt sich am Ende benachteiligt.

Kranzbergs Bürgermeister Hermann Hammerl

Bürgermeister Hammerl hat Verständnis für die Kritik, die für ihn, wie er sagt, weder neu ist noch überraschend kommt: „Jeder, der in so einem Verfahren kein Grundstück bekommt, fühlt sich am Ende benachteiligt.“ Der Kranzberger Fahrplan mit dem Verkauf von Bauland für Einheimische sieht vor, dass die noch offenen acht Grundstücke in Gremertshausen im Herbst dieses Jahres vergeben werden.

Die nächste Chance auf Bauland soll 2023 im Hauptort Kranzberg bestehen. Dann stehen 14 Grundstücke zum Verkauf. Schon heute ist sicher, dass es im Herbst und in zwei Jahren deutlich mehr Bewerber als Grundstücke geben wird. Der Siedlungsdruck in der Region nimmt zu.

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