Stelen, die an einen verschwundenen Weiler stehen: Mitten im Weltwald, nahe der Oberberghausener Kirche, stellten die Beteiligten das Kunsterwerk „Denk mal“ vor. Lehmann

Holzstelen im Wald

"Denk mal" an Oberberghausen

Bis zuletzt wurde gewerkelt am „Denkmal für Oberberghausen“. Fünf Stelen aus Tannenholz zeugen im Weltwald bei Kranzberg von dem Weiler, der einst einem Forstprojekt weichen musste. Das Kunstobjekt hat die Klasse der Meisterschule für Holzbildhauer in München geschaffen.

Die Idee entstand vor gut eineinhalb Jahren, wie der Leiter des Landesarboretums der Bayerischen Staatsforsten, Herbert Rudolf, bei der Vorstellung des Denkmals erklärte. Drei Wochen lang hat eine Klasse von zehn Bildhauern im Weltwald zugebracht, Holz geschlagen, es zugeschnitten und die Balken mittels eigens geschmiedeter Bauklammern zu Stelen verbunden, aufgestellt, in den Boden eingelassen, ausgerichtet und mittels Exzenterschleifer „herpoliert“. Die Stelen, symbolisieren die Kirche und die vier Bauernhöfe, die im Zuge eines Weidenanbauprojektes Endes des 19. Jahrhundert abgerissen wurden. Rudolf würdigte im Beisein von Kranzbergs Bürgermeister Hermann Hammerl und Forstdirektor Alfred Fuchs die „Einzigartigkeit“ des Denkmals. Er unterstrich den historischen Bezug, die Realisierung vor Ort und erinnerte an die Unterstützer des Projekts. Dazu zählen auch die Gemeinde Kranzberg, das Europäische Künstlerhaus des Bezirks Oberbayern sowie der Verein zur Erhaltung der Waldkirche Oberberghausen. „Es waren tiefschürfende Vorbereitungen nötig“, sagte Rudolf. An dem Prozess hätte auch eine Fachjury mitgewirkt, die den Entwurf der am Projekt beteiligten Künstler Sophie Neustifter und Johannes Gerlach ausgewählt und prämiert habe.

Gut zu wissen:

 Das „Denk mal“ im Weltwald ist leicht zu finden. Wer die Kirche in Oberberghausen links liegen lässt und dem Weg etwa 200 Meter folgt, der kann das rechter Hand auf einer Lichtung gelegene Ensemble nicht übersehen.

Alexander Fischer

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