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Der Zauberharfenkurs der Musikschule Ampertal kommt bei den Frauen bestens an. Am Sonntag ist ihr erstes Konzert in der Kranzberger Kirche. 

Zauberharfenkurs der Musikschule

Friedlich verträumte Klänge

Es sind im wahrsten Sinne zauberhafte Klänge, die die Seniorinnen ihrem Instrument entlocken. Seit Beginn des Musikschuljahres im September lernen Franziska, Anne, Hilde, Kathi, Frieda, Walburga, Josefine, Zenta und Anni an der Musikschule Ampertal in Kranzberg das Spiel auf der Zauberharfe.

KranzbergDer Kurs wird heuer zum ersten Mal angeboten: mit Erfolg,wie Musikschulleiterin Karin Schlagintweit betont. Bereits die Schnupperkurse seien gut besucht gewesen. Aus dem gemütlichen Dachgeschoßzimmer an der Kirchbergstraße dringen an diesem nasskalten November-Morgen heimelige Klänge. „Lobet den Herren“, ein bekanntes Kirchenlied hat Kursleiterin Judith Spindler mit „ihren“ Damen einstudiert.

Das klingt schon recht professionell. Für das anstehende Kirchenkonzert am kommenden Sonntag, an dem die „Zauber-Feen“, wie sich die Seniorinnen gut gelaunt nennen, teilnehmen sollen, wird aber noch mehr an Liedgut benötigt. Geigenlehrerin Judith Spindler hat einen speziellen Zertifikationskurs absolviert, der sich den emotionalen und kulturellen Bedürfnissen von älteren Menschen widmete. Spindler setzt Melodien selbst in Noten um und schafft mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms Notenblätter für das Instrument. Apropos Notenblätter: Um Zauberharfe spielen zu können, muss man keine Noten lesen können. Es funktioniert wie bei der Veeh-Harfe: Das „Notenblatt“ wird direkt zwischen Resonanzkörper und Saiten gelegt, die „Noten“ mit den Fingern von links nach rechts gezupft. Man folgt einem Zupfmuster und entlockt dem Instrument so die Melodien. Friedlich klingt es, fast verträumt, wenn die Frauen die Melodie zu dem Liedtext „Sei ein Baum“ anstimmen. „Sei ein Baum, der seine Wurzeln in die Erde gräbt, seine Äste weit in den Himmel reckt“, so beginnt der besinnliche Text. „Das ist unser Lieblingslied“ verraten die Seniorinnen. Haltet die halben Töne ruhig länger, das klingt schöner“, rät Spindler.

Wer es zu eilig habe, der werde mit einem symbolischen Betrag für die Kaffeekasse abgemahnt, sagt sie augenzwinkernd. Der Spaß kommt in keiner der Proben zu kurz. „Das Schulterklopfen am Schluss der Probe nicht vergessen. Heute seid ihr wieder super gewesen“, lobt die Lehrerin.

Ausschließlich Frauen sind es, die im Kurs zusammengefunden haben. Die Frauen aus Kranzberg kennen sich bereits aus dem Kirchenchor. Doch auch Teilnehmerinnen aus Allershausen und Paunzhausen sind mit von der Partie. Dass sich das Instrument gerade auch für hochbetagte Personen eignet, das weiß Frieda aus Allershausen aus eigener Erfahrung. Ihre Mutter habe sich ein solches Instrument gewünscht. „Ein ideales Geschenk zum 90. Geburtstag“, ist die Kursteilnehmerin überzeugt. „Das ist doch besser, als wenn man einen Fresskorb geschenkt bekommt.“

Sechs Zauberharfen hat die Musikschule Ampertal bisher angeschafft. Die könnten in den Kursen verliehen werden, sagt Musikschulleiterin Schlagintweit. Und dass die Kurse sogar von der Gemeinde bezuschusst werden, das freue sie besonders. Es habe sich gelohnt, in Vorleistung zu gehen. Der Kurs werde gut angenommen.

Gut zu wissen

Zum Abschluss des Kirchenjahres veranstaltet der Pfarrverband Kranzberg am kommenden Sonntag ein Kirchenkonzert, bei dem die „Zauber-Feen“ zu hören sein werden. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Renovierung der Orgel sind willkommen.

Maria Martin

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