Den mit 2000 Euro dotierten Kulturpreis Bayern hat die in Kranzberg lebende Musikerin und Musikschullehrerin Barbara Eckmüller in Empfang genommen.

Harfenistin Barbara Eckmüller mit Kulturpreis Bayern ausgezeichnet

Gedankenblitz

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Sie wusste nichts, die Überraschung war groß: Barbara Eckmüller (30) erfuhr per Post von einer besonderen Auszeichnung. Die in Kranzberg lebende Harfenistin hat den „Gedankenblitz“, den Kulturpreis Bayern, verliehen bekommen.

Kranzberg/Veitshöchheim Was sie mit den 2000 Euro macht, weiß Barbara Eckmüller noch nicht. Das Geld ist der 30-Jährigen auch gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist ihr die Ehre, die mit der Auszeichnung Kulturpreis Bayern verbunden ist. Die im Landkreis Deggendorf (Niederbayern) aufgewachsene Harfenistin, die seit Januar 2017 in Kranzberg wohnt, erhielt die Auszeichnung als beste Absolventin der Hochschule für Musik (HfM) in Würzburg für ihre Abschlussarbeit zur alpenländischen Volksmusik. Der Preis ist mit 2000 Euro und einer Bronzestatue, dem „Gedankenblitz“, dotiert. Die Bayernwerk AG und das Bayerische Kultusministerium haben die traditionsreiche Auszeichnung auch in diesem Jahr wieder an Künstler und Wissenschaftler aus allen Teilen Bayerns verliehen.

Eckmüllers jetzt im fränkischen Veitshöchheim ausgezeichnete Bachelorarbeit trägt den Titel „Generative (kreative) Prozesse in der alpenländischen Volksmusik. Eine Studie zu Ad-hoc- und Gedächtnis-Arrangements“. Untersucht hat sie dabei die spezifische Art des spontanen Erspielens von gemeinsamen musikalischen Arrangements, wie sie im Jazz, vor allem aber in der Volksmusik traditionell üblich sind. Für ihre ausgezeichnete Abschlussarbeit hat Eckmüller den „Bachelor of Music“ verliehen bekommen.

Im zarten Alter von zehn Jahren hat Eckmüller, so erzählt sie, begonnen, Harfe zu lernen. Wieso gerade Harfe? Weil das das Instrument war, das bei der Familienmusik noch gefehlt hat. Denn Eckmüller ist zu Hause mit bayerischer Volksmusik aufgewachsen – ein musikalisches Feld, das sie bis zu ihrer jetzt gewürdigten Bachelor-Arbeit nie aus den Augen verloren hat. Die 30-jährige Instrumentalpädagogin steht neben ihrem Studium mit beiden Beinen in der musikalischen Bildungsarbeit: Sie unterrichtet den jungen Musiknachwuchs an den Musikschulen Eching, Ampertal und Schrobenhausen an der Harfe. Und das sei auch der Grund gewesen, weshalb sie aus Niederbayern in den Landkreis Freising gekommen sei, berichtet die Preisträgerin: Hier habe sie an drei Musikschulen die Chance bekommen, beruflich Fuß zu fassen. Und in Kranzberg habe sie eine Wohnung gefunden, in der sie (auch mit Ensembles) üben könne.

„Ich möchte Menschen mit Musik erreichen, berühren und begeistern“, erklärt die Harfenistin ihre Motivation. „Das Schönste am gemeinsamen Musizieren ist es, die Musik in ihrer Klangvielfalt zu ergründen und sie im Moment des Zusammenspiels miteinander zu spüren, zu erleben, zu erfahren“, freut sich die Kulturpreisträgerin.

Ganz wichtig ist Eckmüller die Mischung – also der Unterricht einerseits, das konzertante Spiel und Darbietungen auf der Bühne andererseits. „Als Musiker lernt man von jedem Schüler etwas dazu“, beschreibt Eckmüller ihre pädagogische Tätigkeit. Jeder Schüler bringe seine eigenen Gedanken und Interessen ein, da könne man immer etwas Neues erfahren.

Doch ebenso gerne steht Eckmüller auf der Bühne. Mit Karl-Heinz Hummel, dem Verfasser des Buches über „Bayerische Seeungeheuer“, gestaltet sie derzeit ihr „Herzensprojekt“: Für Lesungen gemeinsam mit dem Autoren durfte sie die Musikauswahl gestalten, hat die Texte mit Musik unterlegt und tourt derzeit durch ganz Bayern. Und dann verrät Eckmüller noch, dass sie plant, Kammermusikensembles ins Leben zu rufen.

Jetzt aber freut sich Eckmüller erst einmal über die Auszeichnung, die heuer 32 Absolventen und Doktoranden der bayerischen Hochschulen und fünf Künstler erhalten haben – darunter Kabarettist und Liedermacher Georg Ringsgwandl. Sie alle stehen nun in einer Reihe mit Bruno Jonas, Gerhard Polt, Sigi Zimmerschied oder auch Frank-Markus Barwasser. Sie alle haben ihn auch daheim stehen: den Gedankenblitz.

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