Bürgermeister Hermann Hammerl erläuterte den Stand der Dinge der gesplitteten Abwassergebühr. Für die Bürger gibt es am 22. Juli eine Infoveranstaltung.
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Bürgermeister Hermann Hammerl erläuterte den Stand der Dinge der gesplitteten Abwassergebühr. Für die Bürger gibt es am 22. Juli eine Infoveranstaltung.

Gemeinde hat versiegelte Flächen via Satellitenaufnahmen ermittelt – Erhebungsbögen werden verschickt

Gesplittete Abwassergebühr in Kranzberg: Es läuft reibungsloser als gedacht

Die Gemeinde führt die gesplittete Abwassergebühr ein. Die bisherigen Schritte waren enorm aufwendig. Dennoch läuft es besser als gedacht.

Kranzberg - Um die Systemumstellung zu ermöglichen, mussten die versiegelten Flächen durch Satellitenaufnahmen ermittelt werden. Nun liegen die ausgewerteten Daten der Gemeinde vor.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag stand Sebastian Osenstetter dem Gremium als Vertreter der zuständigen Firma RIWA für weitere Fragen zur Verfügung.

Nachdem der Gemeinderat anfänglich nicht begeistert von der nötigen Umstellung war, waren die bisherigen Schritte in Richtung des neuen Systems doch relativ reibungslos über die Bühne gegangen. Die beauftragte Firma RIWA hatte in den vergangenen Wochen anhand von Satellitenaufnahmen die versiegelten Flächen auf den jeweiligen Flurstücken im Gemeindegebiet ermittelt und ausgewertet. Die Grundstücke wurden nun auf sechs Kategorien aufgeteilt. Diese Kategorisierung reicht von der Marke null bis fünf. Während nahezu unbebaute Flächen in die Spalte null fallen, werden unter der Marke fünf stark verdichtete Flächen geführt. Die Gemeinde hat nun noch eine Aufgabe, bevor die neue Gebührenverordnung ab dem nächsten Kalenderjahr greift: „Die Gemeindeverwaltung muss die jeweiligen Erhebungsbögen nun noch an die Grundstückseigentümer rausschicken“, erklärte Sebastian Osenstetter dem Gremium. Die Empfänger können in den Erhebungsbögen anschließend selbstständig Korrekturen vornehmen. „Gibt es auf einem Grundstück beispielsweise eine Zisterne, so muss diese genau eingezeichnet werden“, kündigt Bürgermeister Hermann Hammerl an.

Zudem müsse angegeben werden, ob Zisternen mit der Kanalisation verbunden sind oder nicht. „Bei einer Verbindung zur Kanalisation erhält der Grundstückseigentümer einen Abschlag von 25 Quadratmeter Stauraum auf die angeschlossene Fläche, sofern die Zisterne über ein Mindestvolumen von 3000 Litern verfügt“, erläuterte Bürgermeister Hammerl. Für Flächen, die nur in eine Zisterne ohne Kanalanschluss entwässern, fallen keine Niederschlagswassergebühren an. Als Zisterne können jedoch nur dauerhaft mit dem Boden verbundene Anlagen geltend gemacht werden. Regentonnen sind somit nicht als Zisternen zu werten.

Im Anschluss an den Versand der Anhörungsschreiben haben alle Grundstückseigentümer bis zum 10. September Zeit, das Formular mit eventuellen Korrekturen an die Gemeinde zurückzuschicken.

Infoveranstaltung am 22. Juli für die Kranzberger Bürger

Sollte etwas unverständlich sein, hat die Gemeinde bereits vorgesorgt: „Für möglicherweise auftretende Fragen findet am 22. Juli eine Informationsveranstaltung statt, bei der die Anschlussnehmer umfassende Erläuterungen zur neuen Gebührenerhebung erhalten“, so Geschäftsleiterin Hannelore Neumann.

Sebastian Osenstetter fasst das neue System nochmal zusammen: „Die Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr bedeutet nicht die Erhebung einer neuen, zusätzlichen Gebühr. Es wird lediglich darauf geachtet, dass jeder nicht mehr oder weniger bezahlt, als er tatsächlich verursacht.“ Somit habe die Gemeinde Kranzberg in der Folge auch keine Mehreinnahmen aus der gesplitteten Verordnung.

Der einzige Diskussionspunkt, den das Gremium nach dem ausführlichen Vortrag des Vertreters der Firma RIWA zu klären hatte, waren die gewählten Grenzwerte der jeweiligen Kategorien von null bis fünf. Die Schritte waren hierbei nicht linear gewählt worden, sondern flexibel. Auf Nachfrage des 2. Bürgermeisters Anton Hierhager gab es auch eine Erklärung Hammerls: „Man hat darauf geschaut, dass auf jeder Stufe in etwa gleich viele Grundstücke liegen“, so der Bürgermeister. In der Abstimmung sprachen sich elf Gemeinderäte für die flexibel gewählten Schritte aus, sechs hätten sich eine lineare Verteilung gewünscht.

Pascale Fuchs

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