Unendliche Geschichte

Goldschatz von Bernstorf: Die Zweifel hören nicht auf

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Kranzberg - Der Goldschatz von Bernstorf – eine unendliche Geschichte: Erst gab es keine Zweifel. Dann kamen erste Zweifel an der Fundgeschichte auf. Es folgten weitere Zweifel an der Echtheit des Schatzes. Die sollen nun widerlegt sein. Doch es gibt Zweifel an der Widerlegung.

18 Jahre lang dauert er nun schon, der Streit um die Goldfunde zu Bernstorf. Seitdem Manfred Moosauer und Traudl Bachmaier im Jahr 1998 in Bernstorf bei Kranzberg den Goldschatz gefunden haben, ist es ein ewiges Hin und Her, ob dieser nun echt und damit eine Sensation, und ob die Auffindungsgeschichte wahr ist. Ihren Höhepunkt erreichte die Debatte um die Stücke vor einem Jahr, als Ernst Pernicka, Professor am Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie in Heidelberg, die Funde analysierte und zu dem Ergebnis kam, dass eine derartige Reinheit des Goldes im 14. Jahrhundert vor Christus nicht vorstellbar sei. Sein Fazit, das für große Aufregung sorgte und heiß diskutiert wurde: Das Gold – und damit der Goldschatz – stamme aus der Neuzeit. Alles also nur ein riesen Bluff? 

Daraufhin wurden die Stücke der Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung übergeben, um endgültige Gewissheit darüber zu erhalten, wie man die Goldfunde denn nun einzuordnen habe. Jetzt hat Professor Rüdiger Krause vom Institut für Vor- und Frühgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt dem Grabungsleiter in Bernstorf in einem Vortrag verraten, dass die Prüfungen nun abgeschlossen seien. Und Krause verkündete auch gleich das Ergebnis der neuen Analysen: Das Gold sei echt, stamme aus der Bronzezeit. 

Was bei den Findern und auch bei den Kranzbergern mit ihrem Bronzezeitmuseum Bayern auf dem Pantaleonsberg für Erleichterung sorgte, wird aber jetzt wieder in Zweifel gezogen. Denn wie SPD-Gemeinderat Anton Hierhager mitteilte, ist in der Mai-Ausgabe von „Archäologie in Deutschland“ ein Aufsatz von Pernicka erschienen. Und der untermauert auf den Seiten 62 bis 65 detailliert und mit Zahlen und Fakten die These davon, dass das Gold eben aus der Neuzeit stamme, die Fundstücke mithin also eine Fälschung seien. 

Das, so merkt Hierhager an, könne man von den Aussagen Krauses nicht behaupten. Der habe noch keine verlässlichen Belege, Fakten oder Daten vorgelegt. Laut Hierhager habe ein Wissenschaftler ihm gegenüber gesagt, die Aussagen Krauses, die die Echtheit der Goldfunde betonten, seien „ungefähr so relevant, als ob man einen 50-Euro-Schein hätte, auf dem die Zahl 40 gedruckt ist, aber von dem man, weil die Farbe stimmt, annimmt, er sei echt“. 

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Analysen der Bundesanstalt für Materialforschung umfassend veröffentlicht werden. Ist das dann das Ende der unendlichen Geschichte? Schau mer mal.

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