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Ein Paradies für Kinder und Jugendliche soll der neue Spielplatz am Kranzberger See werden. Locker verteilt, eingebettet in Grün, werden im kommenden Jahr Schaukeln, Rutschen, Wippen, Klettersteige und Seilbahnen errichtet. Hauptattraktion soll ein großes Spielschiff werden, das zentral postiert ist.

Gemeinderat stimmt Projekt zu

Grünes Licht für spektakulären Spielplatz am Kranzberger See

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In zwei Jahren feiert der Kranzberger See seinen 50. Geburtstag. Bis dahin soll aus dem Areal wieder ein kleines Paradies werden – auch für Kinder. Denn der Gemeinderat hat Grünes Licht für einen spektakulären Spielplatz gegeben.

Kranzberg – Selbst eine der größten Kritikerinnen des Spielplatzes war dann doch angetan. „Ganz ehrlich, ich war zunächst nicht begeistert von der Idee“, räumte Silvia Tüllmann (FWG) in der Ratssitzung am Dienstag ein. „Aber dieses Konzept hat Hand und Fuß.“ Landschaftsarchitektin Anette Ruoff hatte gerade ihre Planung für den Spielplatz vorgestellt, der am Kranzberger See entstehen soll, und an dem ein Arbeitskreis, bestehend aus Gemeindevertretern und Bürgern, monatelang gearbeitet hatte.

Vier Spiel-Oasen, locker verteilt und eingebettet in Grün, sind auf einem großen Wiesen-Areal geplant, das der Erholungsflächenverein zur Verfügung stellt. Nahe des Biergartens, in Blicknähe der Eltern, ist eine „Nische für die Allerkleinsten“ (Ruoff) vorgesehen – mit einem Sandbereich und Wippen. Eine so genannte Bewegungszone wird mit Hochschaukeln und Drehscheibe bestückt. Am anderen Ende des Spielplatzes soll ein Bereich für Jugendliche entstehen mit einer Seilbahn ihm Zentrum – eine Reminiszenz an frühere bessere Tage des Sees, als sie die Hauptattraktion war. Glanzstück des neuen Spielplatzes ist aber ein großes Spielschiff – mit Rutsche, Kletter- und Hangelvorrichtungen sowie Versteck- und Spielmöglichkeiten im Bauch des Gefährts.

Spielschiff am See: Ein Gefährt, ähnlich wie das auf dem Foto, wird die Hauptattraktion am Kranzberger See. Das Unikat soll im Sommer Anker anlegen und auf Wunsch von Gemeinderat Andreas Adldinger auch unbedingt einen Segelmast erhalten

„Dieser Spielplatz gibt dem See ein neues Gesicht und macht ihn zu etwas Besonderem, freute sich Sebastian Ströhl (KGL), und Franz Braun (CSU) fügte hinzu: „Da investieren wir mal wieder in etwas Schönes.“ Es gab jedoch auch Räte, denen das zu teuer war. Einkalkuliert hatte die Gemeinde für das Projekt 100 000 Euro – allerdings, bevor überhaupt eine Planerin engagiert worden war. Herausgekommen ist nun nach Abarbeitung der Wunschliste, die der Arbeitskreis erstellt hat, und nachdem man bereits abgespeckt hat, etwa bei dem Schiff, eine Summe von 150 000 Euro. Ursula Enghofer (FWG) wollte jedoch noch mehr streichen – angesichts anderer dringlicher Projekte wie etwa der neuen Turnhalle. Sonja Kieslinger (FWG) sah es ähnlich. „Dieses Piratenschiff ist ein Traumschiff, weil wir es uns nicht leisten können.“

Ruoff riet allerdings davon ab, auf das Schiff zu verzichten. „Es gibt dem Spielplatz Identität, ist ein Blickfang, der sich gut als Treffpunkt eignet und bietet viele Spielmöglichkeiten in einem – Rutschen, Balancieren und Klettern.“ Den ursprünglichen Kostenrahmen von 100 000 Euro einzuhalten, wie es Enghofer vorschlug, wiederum würde bedeuten, auf rund die Hälfte aller Spielgeräte zu verzichten. Der Platz würde deutlich an Spielwert einbüßen, betonte Ruoff. „Ein Spielplatz muss so gebaut werden, dass die Kinder nicht nach drei Minuten wieder bei den Eltern stehen.“

Für Anton Hierhager (SPD) war das ein gutes Argument. „Lieber geben wir 150 000 Euro für etwas Sinnvolles aus, als 100 000 Euro für einen Spielplatz, der nicht angenommen wird.“ Ströhl wies darauf hin, dass die Gemeinde 30 Jahre lang gar nicht in den See investiert hätte. Bedenke man, dass die Bestandszeit für die Geräte bei mindestens 20 Jahre liege, würde dies bedeuten, dass man, gerechnet auf ein halbes Jahrhundert, 3000 Euro pro Jahr ausgebe. „Und das ist keine so hohe Summe.“ Für Martin Oberprieler (KGL) ist jeder Euro gut investiert. „Mit dem Spielplatz beginnt in Kranzberg eine neue Zeitrechnung für Freizeit dahoam.“

Mit großer Mehrheit votierte der Rat dafür, 150 000 Euro bereitzustellen. Im Januar sollen die Ausschreibungen erfolgen, teilte Ruoff mit. Im Frühsommer dürfte der Spielplatz den Kindern und Jugendlichen dann zur Verfügung stehen. Möglich allerdings, dass das Schiff etwas später Anker legt: Das Unikat wird für die Gemeinde eigens gebaut.

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