Kranzbergs Bürgermeister Hermann Hammerlbekam für seine Gemeinde donnernden Beifall. Sie ist schuldenfrei.

Bürgerversammlung Kranzberg

Hammerl lieferte Fakten, die Bürger Ideen

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Vom Kreisverkehr an einer gefährlichen Kreuzung bis zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn: Mit zahlreichen Anregungen haben sich die Kranzberger an Bürgermeister Hermann Hammerl gewandt. Und dann geschah noch etwas, was auf einer Bürgerversammlung selten vorkommt.

Kranzberg Viele Informationen und etliche Schaubilder hatte Bürgermeister Herrmann Hammerl in seinen Rechenschaftsbericht gepackt. Von der Aufrüstung der Kläranlage bis zur Erschließung von Abschnitt drei des Gewerbegebiets informierte er die zahlreichen Besucher der Bürgerversammlung auf dem Pantaleonsberg. Und dann hatte er bereits einen Monat vor Weihnachten eine frohe Botschaft: Bei der Gewerbesteuer hat die Gemeinde ein dickes Plus eingefahren. Über 1,1 Millionen Euro sind aus dieser Quelle bisher in diesem Jahr ins Rathaus geflossen. Damit liegt das Ergebnis jetzt schon 34 Prozent über dem Ansatz von 850 000 Euro.

Doch erst nach seinem rund einstündigen Vortrag fand Hammerl: „Jetzt kommt der interessante Teil.“ Und tatsächlich: Bei der anschließenden, für eine Bürgersammlung überaus sachlichen Debatte mit dem Bürgermeister ergaben sich einige konstruktive Vorschläge. So regte Alfons Berger einen Kreisverkehr an der Stelle an, auf der die Kreisstraße zwischen Allershausen und Fahrenzhausen sowie die Kreisstraße zwischen Kranzberg und Fahrenzhausen aufeinandertreffen. „Das ist zwar eine übersichtliche Kreuzung“, räumte er ein. „Aber übersichtliche Kreuzungen sind gefährlich.“ Die Statistik gibt ihm recht. Mindestens ein Unfall pro Jahr ereigne sich an dieser Stelle, bestätigte Klaus Burgstaller, Geschäftsleiter im Rathaus. 2017 seien es schon drei gewesen. Bergers Bitte an den Bürgermeister: im Landratsamt einen Antrag zu stellen und Druck zu machen.

Für ein Tempolimit auf der A 9 Höhe Kranzberg sprach sich Robert Lauff aus. „Während der Baustellenphase hat sich gezeigt, dass der Lärm durch die Geschwindigkeitsbegrenzung deutlich runtergeht.“ Schon eine Begrenzung auf 120 km/h würde helfen. Hammerl versprach, sich bei der Autobahndirektion dafür einzusetzen.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung regte Guido Ankner in dem Bereich an, in dem im August in diesem Jahr die Brücken über die A 9 bei Leonhardsbuch freigegeben wurden. An der Anbindung gebe es weder ein Überholverbot noch ein Tempolimit von 60 km/h. Beides würde für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Der Bürgermeister sagte zu, sich deshalb an die Gemeinde Allershausen zu wenden, dessen Gebiet davon betroffen ist. Die sollten sich dann ans Landratsamt wenden.

Franz Aberl wies darauf hin, dass der Gehweg im südlichen Bereich der Ringstraße „neu gemacht gehört“. Dort gebe es etliche Löcher und andere Schadstellen. Seine Befürchtung: „Wenn es gefriert, entsteht unten Eis, oben liegt Schnee und die Leute rutschen aus.“ Hammerls spontane Reaktion: „Wir werden dort in diesem Winter stärker streuen und den Bereich noch in unser Investitionsprogramm für 2018 aufnehmen.“

Und noch eine Bitte gab es von Berger: eine Fläche zwischen der Villa Kranich, dem Wohnkomplex für ältere Menschen, und dem geplanten Mehrgenerationenhaus freizulassen. Denn spätestens in 15 Jahren werde Bedarf für eine zweite Senioreneinrichtung bestehen – sei es in Form von Betreutem Wohnen oder eines Pflegeheims.

Für eine Szene, die es bei Bürgerversammlungen auch nicht alle Tage zu sehen gibt, sorgte Professor Michael Besch. Er hob hervor, dass die Gemeinde Kranzberg schuldenfrei ist. „Das ist mal einen Applaus wert.“ Und tatsächlich gab es langen, donnernden Beifall für die Kommune. Als das Klatschen langsam abflaute, wandte sich Besch an die Presse: „Schreiben Sie das!“

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