Geruchsbelästigung aus der Kanalisation

Hartnäckiger Gestank: Kranzberger Räte verzweifeln an den Lösungen

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Jetzt stinkt es langsam auch den Kranzberger Gemeinderäten. Die wollen die von der Kanalisation ausgehenden Geruchsbelästigungen beseitigen. Jetzt mussten sie erfahren: Auch die in Erwägung gezogene große Maßnahme löst die Probleme nicht.

Kranzberg – Immer wieder werden die Bürger von Thalhausen und Berg von üblen Gerüchen belästigt, die aus den alten Kanalleitungen an die Oberfläche dringen. Wie Bürgermeister Hermann Hammerl und Ingenieur Franz Lohr den Räten in der Sitzung im Oktober erklärten, habe das mit dem großen Durchmesser der Leitungen zu tun. In den mit 150 Millimetern nach heutigem Kenntnisstand überdimensionierten Rohren sei die Verweildauer des Abwassers einfach zu lange. „Deshalb fängt es in der Leitung zu gären an, und das stinkt.“

Lohrs Sanierungskonzept verweigerten die Räte zunächst einmal die Zustimmung. Es sieht vor, die drei Pumpstationen in Thalhausen, Dorfacker und Kühnhausen zu sanieren und auf den technisch neuesten Stand zu bringen. Das sei bei einer Kostenschätzung von rund 120 000 Euro die günstigste Lösung. Zugleich schlug er den Einsatz von Fällmitteln vor, um den Gestank einzudämmen. Das reichte den Räten nicht. Franz Braun vertrat vehement den Standpunkt, eine Lösung zu finden, die das Problem auf Jahre hinaus behebe. Er habe selbst erlebt, wie es zeitweilig aus den Rohren stinke. „Ich würde mir das nicht gefallen lassen.“ Braun sprach sich für neue Leitungen mit einem kleineren Durchmesser aus. Schließlich galten die bestehenden Rohre als Hauptursache für das Problem. Der Rat beauftragte Lohr daraufhin, bis zur nächste Sitzung eine Kostenberechnung anzustellen.

Die lag nun am Dienstag vor. Demnach muss die Gemeinde für eine neue Leitung mit Kosten von rund 600 000 Euro rechnen. Das aber war noch gar nicht die schlechte Nachricht. Die überbrachte Bauamtsleiterin Claudia Langscheit: „Auch die 100er-Leitung ist nicht die Allheilmittel für unsere Probleme.“ Selbst dann sei noch der Einsatz von Fällmitteln notwendig. Und trotzdem werde es hin und wieder übel riechen.

Martin Oberprieler verstand die Welt nicht mehr: „Die allerschlechteste Lösung ist es, 600 000 Euro auszugeben, und es stinkt immer noch.“ Trotzdem brauche es eine sinnvolle Lösung. Das aber ist für Florian Vierthaler nicht Lohrs ursprünglicher Vorschlag. „Für 120 000 Euro weiter herumzumurksen“ – das könne es nicht sein. Sein Vorschlag: von einem anderen Ingenieurbüro eine zweite Meinung einzuholen. Der Gemeinderat befürwortete das einstimmig.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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