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Dieser Baumbestand hätte schon mal gefällt werden sollen, um Platz für den kommunalen Wohnungsbau zu machen – so lautete die Forderung der CSU und SPD im Gemeinderat. Bürgermeister Herrmann Hammerl geht das zu schnell.  

Ausblick auf das Jahr 2018: Im Gespräch mit Kranzbergs Bürgermeister Herrmann Hammerl

Heftig wird es für die Autofahrer

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Einige DIN A 3-Seiten sind es wieder, auf denen Hermann Hammerl all das aufgelistet hat, was im Jahr 2018 in der Gemeinde Kranzberg angepackt werden soll. Da gibt es die Standardaufgaben, die zur Pflicht gehören und die für keine Aufregung sorgen. Da gibt es aber auch die „heißen Eisen“, wie sie der Bürgermeister im Gespräch mit dem Freisinger Tagblatt nennt und bei denen durchaus Diskussionsbedarf besteht.

-Diese Frage muss kommen: Kranzberg hat eine Straßenausbaubeitragssatzung, hat sie aber noch nie angewendet. Und heuer?

Ich sage mal, wir haben sie glücklicherweise noch nicht angewendet. Und es ist klar: Sollte der Landtag beschließen, die Strabs abzuschaffen, dann ist es erste Beschluss im Gemeinderat, die Satzung zu streichen. Heuer haben wir für unsere Straßen viele kleine Maßnahmen vorgesehen. Aber das summiert sich auch auf 200 000 Euro. Heftig wird es für die Autofahrer, wenn am Mai die Kreisstraße 24 von der Hohenbachernstraße ab bis nach Eberspoint saniert wird. Und eine Beeinträchtigung des Verkehrs wird es wohl auch geben, wenn wir in der Oberen Dorfstraße den Regenwasserkanal auf einer Länge von rund 200 Meter verlegen. Kanal ist überhaupt so ein Dauerthema. Wir wollen nach den Kamerabefahrungen und der Erstellung eines Kanalkatasters heuer noch ein Sanierungskonzept erarbeiten, das dann in den nächsten Jahren sukzessive umgesetzt wird.

-Diese Maßnahmen sind zwar wichtig, aber nicht umstritten. Gibt es Themen, wo es brennt?

Ja, freilich. Der Flächennutzungsplan zum Beispiel. Da haben wir ein ganzes Paket an Einwendungen von Behörden, Organisationen und Bürgern bekommen. Manche sagen, da werde zu wenig ausgewiesen, die Mehrheit sagt, das sei zu viel ausgewiesen worden. Angesichts der Masse an Einwendungen wird das schon dauern, bis wir zu jedem Punkt eine Stellungnahme erarbeitet haben und die dann gesammelt dem Gemeinderat vorlegen können.

-Wie lange wird sich das hinziehen?

Die Abwägung der Einwendungen sollte unbedingt noch heuer erfolgen. Dann ist das, was wir haben, aber auch erst ein Entwurf. Bis der neue Flächennutzungsplan in Kraft tritt, wird es sicher noch zwei Jahre dauern.

-Wie geht es bei der Ausweisung von Bauland voran?

Wir sind gerade dabei, dafür in Gremertshausen, Thalhausen und Kranzberg Grund zu erwerben.

-Und werden die Grundstücke dann im Einheimischenmodell vergeben?

Seit ein paar Tagen ist das Formular, mit dem man sich für ein Grundstück im Einheimischenmodell bewerben kann, auf der Gemeinde-Homepage zu finden. Der Rücklauf und das Interesse sind wichtig für uns, damit wir wissen, ob wir – pointiert gesagt – zehn oder 100 Grundstücke im Einheimischenmodell brauchen. Außerdem steigen wir ja noch in den kommunalen Wohnungsbau ein.

-Sie meinen den Antrag von CSU und SPD und die Infoveranstaltung dazu am 7. Februar?

Ja. Wir haben uns ja bei Informationsfahrten vier solcher Projekte angeschaut und dabei gesehen, was sinnvoll ist. Ich halte halt – und das war ja der Streit vor kurzem im Gemeinderat – nichts davon, dass wir, wie das CSU und SPD fordern, das Gelände neben der Villa Kranich jetzt schon roden, ohne eigentlich genau zu wissen, was wir bauen. Vielleicht wird das ja auch ein Projekt in Baubschnitten, so dass man erst nach und nach die Fläche freimachen muss.

-Wie schaut es mit den Finanzen aus?

Gut. Normalerweise können wir pro Jahr 500 000 Euro den Rücklagen zuführen. Derzeit haben wir schon vier Millionen. Aber es stehen eben auch Ausgaben wie Baulanderschließung oder auch Maßnahmen in Sachen Turnhalle an.

-Ach ja. Wie ist da der Stand der Dinge?

Momentan wird zum einen der Raumbedarf für eine Ganztagesschule ermittelt, um zu wissen, ob der an der bestehenden Schule zu decken ist. Außerdem werden derzeit die Sanierungskosten für die bestehende Turnhalle eruiert. Aus beiden Ergebnissen zusammen wird dann die Frage beantwortet werden müssen, ob man die Tunrhalle erst einmal schnell und billig saniert und einen neuen Standort für einen Neubau sucht. Momentan steht das Schulgebäude aber top da. Lediglich wegen der Mittagsbetreuung ist es etwas beengt. Aber das ließe sich mit einem Anbau regeln. In meinen Augen wäre es am besten, eine neue Turnhalle am jetzigen Standort zu bauen.

-Was steht sonst noch an? Was bekommt der SV Kranzberg?

Da werden heuer die neuen Umkleidekabinen errichtet. Außerdem bauen wird am Kranzberger See und in Thalhausen neue Spielplätze. Die Feuerwehr bekommt zwei neue Fahrzeuge, und wir müssen den Film, der im Bronzezeit-Museum läuft, nach den neuesten Forschungserkenntnissen überarbeiten lassen. Und außerdem werden, das haben wir beschlossen, die nächsten Straßenlampen auf LED-Beleuchtung umgerüstet.

-Letzte Frage: Was kommt heuer nicht?

Auf jeden Fall haben wir die Planungen für eine Erweiterung des Kranzberger Friedhofs beiseite gelegt. Die hätte nach derzeitigem Planungsstand 1,6 Millionen Euro gekostet. Jetzt aber werden wir den bestehenden Friedhof so überplanen, dass der Platz noch eine Weile reicht. Inzwischen sind 60 Prozent der Begräbnisse Urnenbestattungen. Und deshalb brauchen wir vorerst keine Erweiterung.

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