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Das Herzstück: Seit 106 Jahren produzieren die Generatoren in der Maschinenhalle sauberen Strom.

Wasserkraftwerk Kranzberg

Hightech im Industriedenkmal

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Prinz Ludwig von Bayern höchstpersönlich war 1911 gekommen, um das Wasserkraftwerk bei Kranzberg einzuweihen. 106 Jahre später sind am Samstag viele Interessierte gekommen, um einen Blick in die geheiligten Hallen des Denkmals zu werfen. Eine Zeitreise.

Kranzberg – Sie sind über 100 Jahre alt, aber sie surren gleichmäßig und gesund vor sich hin: die drei Generatoren in der Maschinenhalle des Wasserkraftwerks Kranzberg. Alles ist hygienisch, alles ist gepflegt, hier wird im wahrsten Sinne des Wortes sauberer Strom erzeugt. Markus Engelsberger heißt der Mann, der das zu seiner Entstehungszeit hochmoderne Industriemonument 1999 erworben, saniert, renoviert und vor allem auch modernisiert hat. Dass trotz neuester Technik, mit der rund 20 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden, noch der Hauch der guten alten Zeit durch die Hallen weht, war das Anlass genug für das Geschichtsforum Landkreis Freising e.V., am Samstag zu Führungen in das Denkmal einzuladen.

Und sowohl Engelsberger als auch Beat Bühler hatten viel zu erzählen: 1906 hatte die Süddeutsche Wasserkraft GmbH beantragt, an der Amper bei Allershausen ein Wasserkraftwerk zu errichten. Aber die Allershausener liefen Sturm gegen das Projekt, befürchteten, dass Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft abgezogen würden. Man verlegte den Standort des Kraftwerks nach Kranzberg und baute bis 1910 für 2,5 Millionen Reichsmark eines der damals modernsten Wasserkraftwerke Bayerns. Nach einigen Jahrzehnten, in denen das Kraftwerk blühte, ging es in der 70er Jahren allmählich bergab mit der Wasserkraft.

Doch es gibt Leute wie Markus Engelsberger, dessen Großvater in Siegsdorf (Kreis Traunstein) im Jahre 1890 eine der ersten öffentlichen Stromversorgungen in Bayern aufbaute. Dieses Stromnetz hat Engelsberger verkauft, dafür 1999 das Wasserkraftwerk bei Kranzberg für mehrere Millionen Euro erworben und das desolate Gebäude samt Technik wieder auf Vordermann gebracht.

Und das sieht man: Alles ist frisch gestrichen, vom Boden mit seinen historischen Fliesen kann man wahrscheinlich gefahrlos essen. Die alten Schaltschränke, Pulte, Hebel und Anzeigegeräte sind konserviert, Maschinen aus der Frühzeit der Industrialisierung verströmen einen ganz besonderen Charme.

Dem konnten sich die Besucher am Samstag auch nicht entziehen, staunten darüber, in welch hervorragendem Zustand sich das vom Berliner Architekten Rudolf Menckhoff geplante Bauwerk präsentiert. Da hat man ein echtes Juwel in Kranzberg. Und die Allershausener dürften sich heute, 111 Jahre nach ihrem Widerstand gegen das Projekt, sauber ärgern.

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