Neuer Flächennutzungsgplan in Kranzberg – Infoabend

Keiner wird zu irgendwas gezwungen

Der Saal war brechend voll auf dem Pantaleonsberg – kein Wunder, ging es doch neuerlich um den neu aufzustellenden Flächennutzungsplan für Kranzberg. Und der hatte ja tags zuvor in Hohenbercha bereits hohe Wellen geschlagen.

Kranzberg  Bei der zentralen Bürgerversammlung in Kranzberg zu dem Thema war Bürgermeister Hermann Hammerl wieder mit Karten und dem Chefplaner Dietmar Narr vom Büro NRT aus Marzling vor seine Bürger getreten und den Kranzbergern wurden wieder viele Zahlen und Fakten serviert.

Viel Stoff für Diskussionen auf dem Pantaleonsberg: Schnell wurde deutlich, dass vor allem die Ausweisung von neuen Gewerbegebieten eher kritisch gesehen wird. Statt dessen sollte der Wohnungsbau Vorrang haben, wobei es auch kritische Stimmen zum Einheimischenmodell gab. Professor em. Michael Besch kam in seinen eigenen Berechnungen auf einen enormen Einwohnerzuwachs, der in den kommenden 30 Jahren auf das Doppelte der derzeitigen Einwohnerzahl anwachsen könnte. Dass dies keinesfalls erwünscht sei, stellten sowohl Narr als auch Hammerl fest.

Heftige Kritik an der Erschließung der Gewerbegebiete im Kranzberger Westen wurde ebenfalls laut. Die Zufahrt zu den Betrieben erfolge weitgehend mitten durch den Ort um dann über die Ringstraße zu den Unternehmen zu gelangen. „Und in diesem Bereich sind unsere Kindergarten- und Schulkinder ungeschützt unterwegs“, klagte eine junge Mutter. Der Kritik an einem möglichen Einheimischenmodell setzte Bürgermeister Hermann Hammerl das Argument entgegen, man sei dabei, das bestehende Modell zu modifizieren und den EU-Richtlinien entsprechend anzupassen. „Und mit so einem Instrument können wir auch Flächen im Außenbereich für Wohnungen generieren“. Roland Haslbeck schlug in dieselbe Kerbe: „Man muss das Einheimischenmodell vorantreiben, sonst gegen die Jungen alle weg.“

Kießlinger fehlt eine Vision in den Plänen

Georg Kießlinger kritisierte das gesamte Verfahren, in dem betroffene Grundstücksbesitzer noch nicht beteiligt worden seien. Außerdem, so Kießlinger, fehle in dem Planentwurf jegliche „Vision für die nächsten 50, 100 Jahre“. Und: „Wie schaut Kranzberg in 500 Jahren aus?“ Diese Aussage provozierte dann bei einem Bürger doch den Zwischenruf „Aufhören!“.

Bürgermeister Hammerl betonte immer wieder, dass es nicht einfach sei, Grundstücke von Privatpersonen zu erwerben. „Aber wenn unsere Pläne daran scheitern, passiert zunächst mal gar nichts – gezwungen, mitzumachen, wird niemand“. Und Planer Dietmar Narr meinte, er sei lediglich der „verlängerte Arm“ der Gemeinde, die habe „sozusagen den Hut auf“.

Auf die Frage von Dieter Schulz, woher das Geld für die Gemeinde komme, stellte Hermann Hammerl klar: „Der Einkommensteueranteil liegt bei drei Millionen, die Gewerbesteuer bei 1,2 Millionen“. Er rechtfertigte aber die Pläne der Gemeinde für die geplanten Gewerbegebiete mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze, was für Pendler ein nicht zu unterschätzender Vorteil sei. Man darf getrost davon ausgehen, dass bei den weiteren Bürgerversammlungen in den Ortsteilen, der Entwurf des Flächennutzungsplanes weiter hohe Wellen schlagen wird. Heinz Mettig

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