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Abstimmung über Mehrgenerationenhaus sorgt in Kranzberg für massiven Ärger

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Von: Manuel Eser

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Am Ortseingang von Kranzberg will die Gemeinde ein Mehrgenerationenhaus bauen. Das Projekt erhitzt die Gemüter im Rat. © Nico Bauer

Das geplante Mehrgenerationenhaus in Nachbarschaft zur Villa Kranich erhitzt weiter die Gemüter der Kranzberger Gemeinderäte. Die Abstimmung empfand ein Mitglied als „Frechheit“.

Kranzberg – Erneut ging es am Dienstag emotional zu, als darüber beraten wurde, wie sich Kosten für das auf 7,2 Millionen Euro taxierte Projekt senken lassen würden. Als es zur Abstimmung kam, wurde es gar chaotisch.

Aber von Anfang an: Minutiös listeten die Vertreter des Freisinger Planungsbüros Dantele Einsparmöglichkeiten auf. Vom Baumaterial über die Konstruktion bis hin zu den technischen Anlagen war alles unter die Lupe genommen worden. Und tatsächlich konnte an insgesamt neun Stellschrauben gedreht werden.

Abstimmung sorgt für Verwirrung - und massiven Ärger

Emotional wurde es, als es um das geplante Gemeinschaftshaus ging. Auf Wunsch der Räte hatten die Planer Berechnungen angestellt, wie es sich auf die Kosten auswirken würde, wenn eben jenes Gemeinschaftshaus zu einem Wohnhaus gemacht würde. Rund 51 000 Euro würde das kosten, um im Anschluss mehr Miete generieren zu können.

Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) ließ zunächst darüber abstimmen, ob das Gemeinschaftshaus wie geplant gebaut werden soll – Ergebnis: 9:7 für das Projekt für diese Variante A. Auf Betreiben von Martin Oberprieler (KGL) wurde im Anschluss aber auch darüber abgestimmt, ob man nicht sofort ein Wohnhaus errichten solle (Variante B). Ergebnis: 7:7. Zweites Resultat: Verwirrung unter den Räten. Dritte Konsequenz: massiver Ärger bei Monika Mühl (FWG).

Rätin kämpft für Gemeinschaftshaus

„Diese Abstimmung ist eine Frechheit“, empörte sich die FWG-Rätin. Grund ihres Zorns: Es habe überhaupt nie zur Debatte gestanden, sofort ein Wohnhaus zu errichten. „Wir haben gesagt, dass wir das Gemeinschaftshaus realisieren. Und wenn sich in ein paar Jahren herausstellt, dass es nicht genutzt wird, können wir schauen, ob wir Wohnungen daraus machen.“

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So soll das Mehrgenerationenhaus aussehen: Das im Modell enthaltene Gemeinschaftsgebäude wäre nun beinahe gekippt worden. © Nico Bauer

Ursula Enghofer (FWG) pflichtete Mühl bei. Variante B hätte gar nicht zur Abstimmung kommen sollen. Die Berechnungen für ein Wohnhaus seien für den Rat nur informeller Natur gewesen – „damit wir darauf vorbereitet sind“. Sonja Kieslinger (FWG) betonte, dass das Gemeinschaftshaus „das Herzstück des Projekts“ sei. Das könne man nicht schon im Vorfeld kippen. Ein Vertreter von Dantele fügte hinzu: „Das Gemeinschaftshaus ist ein besonderer Baustein in besonderer Lage – und sollte so realisiert werden.“

Mehrgenerationenhaus: Kosten sinken auf 6,6 Millionen Euro

Andreas Adldinger (CSU) wies allerdings darauf hin, dass es auch Ziel gewesen sei, die Mieten auf 8 bis 8,50 Euro zu begrenzen. „Jetzt sind wir bei zehn Euro, und das ärgert mich.“ Geschäftsstellenleiter Klaus Burgstaller bestätigte, dass die Kosten für das Gemeinschaftshaus inklusive Nebenkosten in die Mieten einfließen. Oder wie es Oberprieler ausdrückte: „Das wird nicht von der Gemeinde spendiert.“

Am Ende blieb es beim Gemeinschaftshaus. Aufgrund der beschlossenen Einsparmaßnahmen liegen die Gesamtkosten für das Projekt nun bei rund 6,6 Millionen Euro. Ein Kredit von vier Millionen Euro war bereits bei den Haushaltsdebatten festgelegt worden. Im Herbst soll der Bauantrag gestellt werden, teilte Burgstaller dem FT mit. „Wir wollen 2020 mit dem Bauen beginnen, damit das Mehrgenerationenhaus 2021 fertiggestellt ist.“

Mit steigenden Kosten für ihr in Lerchenfeld geplantes Mehrgenerationenhaus hat auch die Stadt Freising zu kämpfen. Dort ist der Frust bei den Stadträten ebenfalls groß.

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