Soll das Kriegerdenkmal bleiben oder umziehen? An dieser Frage scheiden sich in Kranzberg die Geister.
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Soll das Kriegerdenkmal bleiben oder umziehen? An dieser Frage scheiden sich in Kranzberg die Geister.

Einige positionierten sich bereits

Holzgebilde soll Kriegerdenkmal simulieren: Wegen Verlegung beginnen in Kranzberg emotionale Debatten

  • vonNico Bauer
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Die angedachte Verlegung des Kriegerdenkmals sorgt in Kranzbeg bereits für emotionale Debatten. Der Pfarrer hat sich bereits klar positioniert.

Kranzberg – Wenn der Corona-Lockdown endet, will die Gemeinde Kranzberg ein außergewöhnliches Experiment starten: Auf dem Vorplatz der Kirche soll ein Holzgebilde das Kriegerdenkmal simulieren – und mit den neuen Erkenntnissen wird dann über die Verlegung des Mahnmals vom Metzgerwirt-Parkplatz diskutiert. Dabei hat die emotionale Debatte schon längst begonnen.

Mehrheit kann sich Verlegung wohl vorstellen

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde eine erste Planung für die Erneuerung des Kirchenvorplatzes vorgestellt. Und da spielte das Kriegerdenkmal natürlich auch schon eine Rolle. Im Nachgang befasste sich der Krieger- und Soldatenverein mit dem Thema. Auch da gab es unterschiedliche Meinungen. Aber die Mehrheit kann sich eine Verlegung anscheinend vorstellen.

Vom Verein kam dann auch die Idee, aus Holz Gebilde zu zimmern, die das Kriegerdenkmal symbolisieren. So können man vor Ort den Eindruck gewinnen, wie dieses Mahnmal an der Kirchenwiese wirken würde.

Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) machte deutlich, dass der Vorschlag vom Verein komme und nicht von ihm. Nach dem Lockdown könne man dies angehen, wenn sich wieder eine entsprechende Anzahl von Menschen treffen darf. Nach der Visualisierung sollen sich der Gemeinderat, der Krieger- und Soldatenverein sowie die Kirchengemeinde Gedanken machen.

Pfarrer Erber dagegen

Der Kranzberger Pfarrer Anton Erber hat sich im Vorfeld bereits klar positioniert: Er lehnt eine Umsetzung des Kriegerdenkmals vor die Kirche ab und würde auch einer Versetzung auf gemeindlichen Grund an den Rand der Wiese nicht zustimmen. Der Pfarrer möchte das Mahnmal nicht im Blickfeld der Kirche sehen.

Auch Gemeindearchivar Alfons Berger sieht das Kriegerdenkmal an einer anderen Stelle besser postiert. Seine Empfehlung ist die Beibehaltung des jetzigen Standortes. Als Alternativen für eine Versetzung nannte er den Standort des jetzigen Kriegerkreuzes oder das Rathausumfeld.

„Das würde das ganze Ensemble zerstören“

Im Gemeinderat haben sich die ersten Mitglieder ebenfalls positioniert. Silvia Tüllmann beispielsweise lehnt ein Kriegerdenkmal vehement ab: „Das würde das ganze Ensemble zerstören.“ Martin Oberprieler (KGL) denkt ähnlich, „denn man muss nicht immer alles vor die Kirche stellen“. Zu einer solchen Meinung kam Monika Mühl (FWG) ebenfalls, auch wenn sie andere Argumente vorbrachte. Sie verwies darauf, dass der Gemeinderat den zentralen Bereich mit dem Metzgerwirt und den örtlichen Geschäften eigentlich aufwerten wolle und das schon lange diskutiere: „Mit dem Kriegerdenkmal würde der Platz viel verlieren.“

Auf der anderen Seite denkt man in Kranzberg seit 1992 bereits über das Kriegerdenkmal und seine Verlegung nach. Konrad Neumair (KGL) würde den Umzug nicht negativ sehen, weil die Gastwirtschaft in der Ortsmitte dann die Einfahrt in den Parkplatz umbauen könne. Derzeit gebe es nämlich den einen oder anderen Autofahrer, der vom Berg her kommende den Parkplatz als Mini-Abkürzung zur Kreisstraße nutzt. Das wiederum sei eine Gefährdung für die Leute, die die Gastwirtschaft oder die Metzgerei besuchen.

Frage der Zuschüsse

Der Kranzberger Rat äußerte zuletzt auch schon die Hoffnung, dass man die Ortsmitte um die Kreuzung hin umbauen könne, wenn das Kriegerdenkmal nach der fast 30 Jahre andauernden Debatte nun wirklich einen neuen Ort finden würde. Bürgermeister Hermann Hammerl kümmert sich unterdessen weiterhin um die Voraussetzungen für den Umbau des Kirchenvorplatzes. Diese Woche gibt es noch eine Videokonferenz mit der Städtebauförderung. Hier geht es um die Zuschüsse, die die Gemeinde Kranzberg bekommen könnte.

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