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Die provisorische Mittagsbetreuung in der Kranzberger Grundschule in Unterrichtsräumen  hat bald ein Ende. Der Gemeinderat hat einen Anbau beschlossen, nachdem etliche Gremiumsmitglieder sich im Dezember vor Ort selbst ein Bild gemacht hatten.

Gemeinderatsbeschluss

Kranzberg: Mittagsbetreuung könnte sich verzögern - Grund ist eine große Änderung

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Gut möglich, dass es nichts wird mit dem Start der neuen Mittagsbetreuung zum Schuljahresbeginn. Dafür hat der Kranzberger Rat noch eine wegweisende Änderung auf den Weg gebracht.

Kranzberg – Nach langem Tauziehen hatte der Kranzberger Gemeinderat im Dezember für eine neue Mittagsbetreuung an der Grundschule gestimmt. Realisiert wird sie über einen zweistöckigen Anbau an der Ostseite des bestehenden Gebäudes. Davon profitieren knapp 70 Kinder, die die Mittagsbetreuung derzeit in provisorischen Räumen besuchen.

Zwar liegt die Planung dem Landratsamt bereits zur Prüfung vor. Trotzdem könnte es sein, dass es mit der Fertigstellung bis zum neuen Schuljahr nichts wird. Denn der Gemeinderat hat in der Sitzung am Dienstag beschlossen, eine Tektur einzureichen. Mit großer Mehrheit stimmte das Gremium dafür, in den Anbau auch WC-Anlagen zu integrieren. Die waren bisher in der Planung nicht vorgesehen.

Schulleiterin plädiert für wegweisende Änderung

Auf Anregung von Sebastian Ströhl (KGL) hatte der Rat vor der Abstimmung Schulleiterin Heike Hartmann zu Wort kommen lassen. Die Rektorin plädierte für den Bau zusätzlicher WC-Anlagen. Zum einen, weil ansonsten die Laufwege zwischen Mittagsbetreuung und Toiletten sehr weit seien. „Zum anderen brauchen wir ganz simpel einen Wasseranschluss. Wir benötigen Waschbecken, wenn Kinder dort essen, basteln oder malen.“ Da es sich um mehr als eine kurzfristige Zwei-Jahres-Lösung handle, warte man lieber etwas länger auf die Fertigstellung und habe dann etwas Sinnvolles.

Florian Schranner von der Gemeinde legte den Räten zwei Alternativen vor. In beiden Fällen ging es darum, durch die nun geplanten WC-Anlagen nicht zu viel Raum für die Betreuung zu verlieren. Variante 1: Man bleibt bei der Container-Bauweise, benötigt dann aber einen Keller, um dort die Toiletten zu installieren. Die Betreuungsfläche von 120 Quadratmetern bleibt erhalten. Kosten: 630 000 Euro. 

Gemeinderat entscheidet zwischen zwei Varianten

Variante 2: Man stellt auf Holzbauweise. So lässt sich mit günstigeren Winkeln bauen, sodass die Toiletten über der Erdfläche realisieren lassen und trotzdem knapp 110 Quadratmeter für die Betreuung erhalten bleiben. Kosten: 622 000 Euro. Zum Vergleich: Die ursprüngliche Lösung ohne Toiletten war mit 487 000 Euro kalkuliert.

Mit großer Mehrheit plädierte der Rat für die Planung in Holz. Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) hatte sich zuvor für diese Alternative eingesetzt: „Von der Praktikabilität her ist es sinnvoller, die Nutzung auf zwei Ebenen zu beschränken, als dass die Kinder bei einer Lösung mit Keller über drei Stockwerke wandern müssen.“

Kommunalaufsicht meldet sich zu Wort

Diese Abstimmung hat hohe Wellen geschlagen: Im September 2019 hatte der Gemeinderat bei einem Stimmenverhältnis von 7:7 den eigentlich schon beschlossenen Anbau für die Mittagsbetreuung ausgehebelt. Unter anderem hatte Bürgermeister Hermann Hammerl als Bauherr gegen den eigenen Antrag der Gemeinde gestimmt. Mitglieder des Gemeinderats hatten daraufhin die Kommunalaufsicht im Landratsamt eingeschaltet. Die hat nun festgestellt: „Grundsätzlich war der Beschluss aus unserer Sicht rechtsmäßig.“ Gleichzeitig begrüßt die Behörde, dass „der Streit um die Mittagsbetreuung nunmehr beigelegt ist“.

Die Vorgeschichte: Nachdem der geplante Anbau für die Mittagsbetreuung im September zunächst durchgefallen war, schlugen Elternbeiräte im November bei der Bürgerversammlung Alarm. Daraufhin wurden sie zu einer Sozialausschusssitzung eingeladen, in der sich der Streit um die Einrichtung zuspitzte. Eine Woche darauf traf der Gemeinderat eine wegweisende Entscheidung.

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