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Das Wunschauto: Einen HLF 20 wie diesen erhält die Feuerwehr Kranzberg. Allerdings wird das ersehnte Löschgruppenfahrzeug erst kommendes Jahr bei den Rettungskräften abgeliefert.

Haushaltsposten

Kranzberger Kraftakte: Die größten Projekte für 2017

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Kranzberg - Es ist ein Haushalt, der für viele Kranzberger Geschenke bereithält: In dem Etat, der kürzlich verabschiedet wurde, stecken gleich mehrere Großprojekte. Das FT gibt einen Überblick.

Mit dem Kommunalen Wohnungsbau für Kranzberg hat der Gemeinderat kurz vor Verabschiedung des Haushalts noch ein Millionenprojekt auf den Weg gebracht. Doch das ist bei Weitem nicht die einzige wegweißende Maßnahme, für die im Etat Geld eingeplant ist.

Digitale Schultafeln

Die Schule der Zukunft: Im neuen Schuljahr sollen die Kinder in der Grundschule Kranzberg mit digitalen Tafeln, so genannten Whiteboards, arbeiten können – so wie der Nachwuchs hier auf dem Symbolbild.

Auch wenn es dafür derzeit nicht, wie erhofft, Fördermittel gibt: Die Gemeinde Kranzberg schafft für die Grundschule sogenannte Whiteboards an. Wie Geschäftsleiter Klaus Burgstaller den Räten in der jüngsten Sitzung mitteilte, sind für die digitalen Unterrichtstafeln zwar Förderprogramme geplant, derzeit aber noch keine Zuschüsse abrufbar. Anton Hierhager (SPD) regte allerdings einen „Bettelbrief“ an die Regierung an, um nachträglich noch Fördermittel zu erhalten.

Die Whiteboards sollen spätestens in den Sommerferien installiert werden. Johann Halbinger (CSU) hätte es gerne noch schneller – „am liebsten schon in den Pfingstferien“. Auf die Euphoriebremse stieg Arnold Engelhard vom Ingenieurbüro VE Plan aus Pfaffenhofen, das den Job erhalten hat. „Da müssten wir schon gestern mit dem Arbeiten angefangen haben.“ Für die Whiteboards sind 130 000 Euro im Haushalt eingeplant. Auch für die Anschaffung von Tablets für die Schüler sind schon Gelder einkalkuliert: jeweils 30 000 Euro in den Planjahren 2018 bis 2020.

Krippe expandiert

Vor zwei Jahren wurde die Krippe von drei auf zwei Gruppen reduziert. „Jetzt gibt es genug Nachwuchs, um die dritte Gruppe wiederzueröffnen“, berichtet Burgstaller. Das bedeutet zusätzliche Kosten. So wurden kurzfristig 16 000 Euro mehr als zunächst geplant in den Haushalt gestellt.

Unter Strom

Sauberer Strom: Photovoltaik-Anlagen, die auf allen drei Dächern angebracht werden, sollen künftig den Strombedarf des Kinderhauses Kleeblattl decken.

Klare Ansage: „Baut es drauf, es lohnt sich!“, lautete die Empfehlung, die Engelhard den Räten gab. Gemeint waren Photovoltaikanlagen auf dem Kinderhaus Kleeblattl und dem Rathaus, die jeweils den Eigenbedarf abdecken. Für die Betreuungsstätte wird eine Anlage mit einer Leistungsfähigkeit von zehn Kilowattpeak (kwp) angeschafft, für die Gemeindeverwaltung reichen sechs kwp. Die Kosten für die Installation der PV-Anlage auf dem Kinderhaus liegt bei rund 16 000 Euro (Amortisierung in achteinhalb Jahren), die Installation auf dem Rathaus kostet 11 500 Euro (sechseinhalb Jahre).

Feuerwehrauto

Etwas Geduld braucht die Feuerwehr noch, dann aber sollte das neue Löschgruppenfahrzeug um die Ecke biegen. Dieses Jahr sind 90 000 Euro für das Fahrgestell im Etat vorgesehen. Kommendes Jahr soll dann Geld für die Ausrüstung locker gemacht werden, wie Bürgermeister Hermann Hammerl erläutert. Die geschätzten Gesamtkosten für das HLF 20 belaufen sich auf 430 000 Euro, die staatliche Förderung beträgt 119 000 Euro, wie Burgstaller wissen ließ. Die Förderzusage liege vor.

Sporthalle

Noch ist nicht sicher, wann und wo die neue Sporthalle entstehen soll. Die Gemeinde favorisiert einen Neubau an der Schule. Ein Zeichen, dass man das Projekt forcieren will, gab der Finanzausschuss. Er stimmte dafür, die zunächst im Haushalt angesetzten Planungskosten von 30 000 Euro auf 60 000 zu verdoppeln. Der Gemeinderat stimmte dafür.

Kläranlage

Aus Alt mach Neu: Die Klärbecken in Kranzberg werden nicht nur modernisiert, sondern auch leistungsstärker gemacht. Jetzt startet der Notbetrieb.

Schon jetzt hat die Kläranlage in Hitzeperioden Probleme, die alltäglichen Herausforderungen zu bewältigen. Nun wird die Anlage ertüchtigt – und im Hinblick auf neue Wohngebiete gleichzeitig so ausgebaut, dass ihr Potenzial von 4950 Einwohnerwerten auf 7000 gesteigert wird.

Nach dem Osterwochenende startet die Modernisierung des Klärwerks, wie Burgstaller berichtet. „Hierzu wird das bestehende Belebungsbecken mit Nachklärung stillgelegt. In dem früher genutzten alten Klärbecken und einem Klärschlammbehälter wird ein Notbetrieb eingerichtet.“ Die Mitarbeiter des Bauhofs und der Firma Sedlmeier haben die Vorbereitungen dazu abgeschlossen und innerhalb von Wochen mittels Kernbohrungen provisorische Abwasserleitungen gelegt, mobile Pumpen und weitere Maschinen installiert und provisorische Umbauten vorgenommen.

Binnen zwei Wochen soll die Anlage mit neuer Belüftungstechnik, Kompressoren und Einbauten in der Nachklärung ausgerüstet sein. Zudem erfolgt die Erneuerung der Elektro- und Prozessleittechnik. Insgesamt sind dafür 327 000 Euro im Haushalt verankert. Die Firma Kiffer übernimmt.

Gewerbepark

Der dritte Abschnitt des Gewerbeparks soll in nächster Zeit erschlossen werden. Wie Bauamtsleiterin Claudia Langscheit sagte, soll der Bau von Straßen und Kanalisation bis August abgeschlossen sein. Burgstaller betonte im Gemeinderat aber auch, dass der Zeitplan von den anderen Spatenträgern (Telefon, Wasser, Strom) und dem Wetterabhänge. Im Haushalt sind für die Erschließung 350 000 Euro eingeplant. Die Angebotssumme der Firma Schelle lag bei 324 000 Euro. Das Unternehmen erhielt den Auftrag in der jüngsten Ratssitzung.

Neue Wohngebiete

Die Gemeinde benötigt dringend Bauland für neue Wohngebiete. Die Finanzierung erfolgt allerdings nicht über den Haushalt, sondern über die Bayerngrund. Die Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank stellt die Kosten für Land und Erschließung zu einem maximal günstigen Zins zur Verfügung und erhält das Geld nach Verkauf der Grundstücke zurück, wie Burgstaller erklärt. „Damit wahren wir unseren finanziellen Spielraum, weil der Haushalt dadurch nicht belastet wird.“

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