Spaltet in Kranzberg die Gemüter: Luftfiltergeräte für die Grundschule.
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Spaltet in Kranzberg die Gemüter: Luftfiltergeräte für die Grundschule.

Erneute Debatte über Luftreinigungsgeräte

Kranzberger Rektorin findet Luftfiltergeräte im Unterricht zu laut

  • vonNico Bauer
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Luftfiltergeräte für die Kranzberger Schule waren vom Gemeinderat eigentlich beschlossene Sache. Doch die Rektorin ist nicht dafür.

Kranzberg - Eigentlich hatte der Gemeinderat schon den Weg frei gemacht und die entsprechenden Beschlüsse gefasst: Für die Klassenzimmer an der Grundschule sollten Luftfiltergeräte angeschafft werden können.

Da die Schule bislang getestete Geräte aber nicht für gut befand, wurde im Gemeinderat erneut darüber diskutiert. Die Gemeinderäte bekamen in der Sitzung ein kurioses Video gezeigt. Darauf war ein Klassenzimmer zu sehen, in dem man künstlich Rauch erzeugt hatte. In dem Raum war ein Lüftungsgerät angeschaltet. In diesem Experiment zog jedoch der Rauch erst ab, nachdem das Fenster geöffnet wurde. Der eine oder andere Gemeinderat spöttelte dann, man möge sich doch bitte angesichts der im Feuerwehrwesen hinreichend bekannten Erkenntnis, dass Rauch nach oben aufsteigt und deswegen nicht vom Luftreiniger erfasst wird, bitte nicht weiter blamieren. Fakt bei den Kranzberger Testläufen ist aber etwas anderes: Die Rektorin der Grundschule kann sich die Benutzung solcher Geräte während des Unterrichts nicht vorstellen. Das Testgerät sei deutlich zu laut gewesen. „Es wäre natürlich das Schlechteste, wenn wir jetzt für 50 000 Euro Geräte kaufen, die dann keiner anschaltet“, sagte Martin Oberprieler. Er appellierte an den Bürgermeister, noch einmal das Gespräch mit der Schulleitung zu suchen.

Die Gemeinderäte sehen mehrheitlich in den Filtergeräten – neben Impfungen des Personals (siehe Artikel rechts) – eine Chance, den Unterricht langfristig zu sichern. Verena Nerl fürchtet große Aufregung bei den Eltern, wenn die Kinder nicht langfristig im Präsenzunterricht beschult werden. Homeschooling sei langfristig nicht mehr zu erklären.

Unverständnis äußerte auch der 2. Bürgermeister Anton Hierhager, weil die Luftfilter auch ohne Corona dafür genutzt würden, den Feinstaub aus der Luft zu filtern, also auf jeden Fall etwas bringen würden. Ursula Enghofer sah das ganz anders: „Luftfilter bringen nicht das gleiche wie das Stoßlüften.“ Sie war auch die einzige, die dagegen stimmte. Der Rest war dafür, dass der Bürgermeister zusammen mit der Rektorin noch einmal über die Anschaffung von Luftfiltern sprechen soll. Wenn sie grünes Licht gibt, darf die Gemeinde ausgewählte Geräte anschaffen.

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