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Im Gegensatz zu den Honoratioren vor 50 Jahren brauchten sie keine Regenschirme: (v. l.) Alt-Bürgermeister Robert Scholz, Alt-Landrat Ludwig Schrittenloher, Bürgermeister Hermann Hammerl, Karl Roth, Vorsitzender des Erholungsflächenvereins, Landrat Josef Hauner, MdL Johannes Becher, Alt-Landrat Manfred Pointner, MdL Benno Zierer und Cheforganisator Anton Hierhager beim Auftakt des Kranzberger Seejubiläums am Freitag.

Fest-Auftakt

Kranzberger See: Jubiläum startet besser als die Einweihung vor 50 Jahren

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Vor 50 Jahren wurde aus dem Kranzberger See ein Naherholungsgebiet ersten Ranges. Am Freitag fand der Auftakt des Jubiläums statt – unter glücklicheren Umständen als die Einweihung.

Kranzberg – Für Anton Hierhager lief es deutlich besser als vor 50 Jahren. Am 8. Juli 1969 hatte er als zwölfjähriger Bub bei der Einweihung des Naherholungsgebiets Kranzberger See im strömenden Regen ein Gedicht aufsagen müssen.

Dieses Mal, am Freitagmorgen, gehörte die Sonne zu den Festgästen, und Hierhager beschränkte sich als Cheforganisator des Jubiläums auf die Rolle des Moderators, hatte seinerseits Schüler für eine Einlage engagiert. Die Zweit- und Drittklässler der Kranzberger Grundschule legten einen fetzigen Auftritt hin. Mit Sonnenbrillen auf der Nase und einer Plastikpalme auf der Bühne dichteten sie den Beach-Boys-Klassiker „Surfin’ U.S.A.“ auf den Kranzbeger See um. Pop statt Poesie.

Auch der „gute Geist des Kranzberger Sees“ gibt sich die Ehre

Rund 100 Besucher klatschten dazu im Takt. Darunter war auch Alt-Landrat Ludwig Schrittenloher, unter dessen Ägide und mit dessen Engagement das Areal vor 50 Jahren um rund zwei Hektar ausgebaut worden war, und den Kranzbergs Bürgermeister Hermann Hammerl daher als „guten Geist des Kranzberger Sees“ bezeichnete. Den Tusch dazu gab es von der Blaskapelle Petershausen, die beim Festakt für die „musikalischen Unterbrechungen“, sorgte, wie Hierhager es ausdrückte.

„Für unsere Bürger ist der Kranzberger See mehr als nur ein Badesee“, betonte Hammerl. Ein Areal, das Spaziergänger ganzjährig anziehe, und das auch im Winter gerne zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen genutzt werde. Kluge Entscheidungen hätten dafür gesorgt, dass aus einer Kiesgrube, die beim Bau der A 9 in den 30er Jahren entstanden war, ein Erholungsgebiet wurde.

Für das Jubiläum wurde der Kranzberger See herausgeputzt

„Die Resonanz aus dem nahen und weiten Umland war enorm“, berichtete der Bürgermeister. „Aus meiner Kindheit kann ich mich noch an überfüllte Parkplätze und an ein gut frequentiertes Seehaus mit Steckerleis erinnern.“ Der Kranzberger See sei daher ein „positiver Botschafter für unsere Gemeinde“ gewesen.

Entstanden ist das Areal unter der Regie des Erholungsflächenvereins (EFV). Dessen Vorsitzender Karl Roth freute sich, dass sich der See, um den es um die Jahrtausend-Wende still geworden war, inzwischen „wieder in aller Schönheit“ zeige – dank einer Wellness-Kur. Seit 2015 wurden die Ufer frisch hergerichtet, ein Beachvolleyballfeld und ein Spielplatz gebaut, Wege und Bänke erneuert, erläuterte Roth. „Unter den 32 Erholungsgebieten unseres Vereins ist der Kranzberger See ein Schmuckstück.“

Kranzberger See: „Oase“ und „Eldorado“ zugleich

Als „Oase für Freizeit und Mußestunden“ bezeichnete Landrat Josef Hauner das Areal. „Er ist aber auch ein Eldorado für Naturliebhaber.“ Er verwies auf die Seerosen im nördlichen Bereich, aber auch darauf, dass der fließende Übergang zu den Amperauen den Weiher zu einem Magnet für Wasservögel, Frösche und Kröten mache. „Abends kann man auch schon mal Fledermäuse sehen.“ 

Von den Hygienekontrolleuren des Landratsamtes ließ Hauner ausrichten: „Die Wasserqualität ist gut, die Anlagen sind sauber.“

Landrat verbeugt sich vor den Organisatoren

Lob gab es vom Landrat auch für die Organisatoren: „Festakt, Kabarett, Konzerte, Beachvolleyball-Turnier, Seeparty, Lichtshow – wenn man das Programm liest, weiß man, welche Arbeit dahintersteckt.“

Hier erfahren Sie, was das Seefest an Programm zu bieten hat. Für Kurzentschlossene: Es gibt auch noch Restkarten für das Kabarett von Wolfgang Krebs am Freitagabend. Zudem steht schon das nächste Jubiläum vor der Tür: Der KSV Hohenbercha feiert 100-jähriges Bestehen. 

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