Die Baustelle des Mehrgenerationenhauses
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Das Mehrgenerationenhaus in Kranzberg wird gerade gebaut. Diskussionen gab es jetzt über die geplanten Photovoltaikanlagen auf den Dächern der beiden Gebäude des Projekts.

Gemeinderat vertagt Entscheidung zu Vorhaben der BEG

Lange Kranzberger Solar-Debatte - aber kein Ergebnis

Für Diskussionsstoff sorgte jüngst im Kranzberger Gemeinderat das aktuell entstehende Mehrgenerationenhaus. Genauer gesagt: die PV-Anlage auf dem Dach.

Kranzberg - Die Meinungen zum Nutzen einer solchen Solaranlage gingen im Ratsgremium so weit auseinander, dass man zu keinem finalen Ergebnis gelangte. Die Entscheidung musste somit auf die nächste Sitzung vertagt werden.

Mittlerweile stehen die beiden Gebäude, die künftig die Gemeinde um ein Mehrgenerationenkonzept bereichern sollen. Erst vor rund einem Monat wurde die Bürger- Energie-Genossenschaft Freisinger Land (BEG) in das Bauprojekt miteinbezogen: Vorsitzender Andreas Henze möchte auf den Dächern der beiden Gebäude Photovoltaikanlagen installieren, um dem Landkreis einen Schritt weiter in Richtung Klimaneutralität zu bringen. Dabei will er möglichst wirtschaftlich vorgehen und PV-Anlagen mit rund 154 Kilowatt-Peak verbauen. Hieran droht das Projekt jedoch jetzt zu scheitern: Architekt Johannes Dantele kündigte an, dass die bereits bestellten Schneegitter mit einer PV-Anlage in dieser Größe ihre Wirksamkeit verlieren würden.

Die Sache mit dem Schneegitter

Wird die Anlage nach Henzes Plan realisiert, so würde der Abstand zum Schneeschutz nur noch 20 Zentimeter betragen. Wieso ein Schneegitter überhaupt zwingend notwendig sei, erklärte Bürgermeister Hermann Hammerl dem Gremium: „Die Mehrgenerationenhäuser grenzen an einen Innenhof.“ Somit könnten vorbeilaufende Kranzberger hier schnell Opfer von Dachlawinen werden.

Gemeinderat Franz Braun plädierte dafür, eine Modulreihe der PV-Anlage wegzunehmen. Somit würde man eine Leistung von rund 110 kW erreichen. Die Kollegen Georg Neumair und Monika Mühl sehen die Verantwortung der Gemeinde hier an anderer Stelle: „Wir haben uns gegen einen Solarpark entschieden, weil wir die PV-Anlagen nicht auf dem Feld, sondern auf Dächern wollten“, so Mühl. Neumair pflichtete seiner Kollegin bei: „Da müssen wir jetzt Wort halten und so viel verbauen, wie möglich ist.“

Entscheidung soll in vier Wochen fallen

Kritisch beäugte Sonja Kieslinger das Thema. Sie forderte von den Gremiumsmitgliedern: „Leute, aufwachen!“ Des Weiteren äußerte sie, dass der Gemeinde von der BEG etwas „übergestülpt“ wurde. Sie plädierte dafür, die Entscheidung um vier Wochen zu vertagen. Dieser Vorschlag erhielt einstimmigen Zuspruch.

Pascale Fuchs

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