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Spatenstich bei Schmuddelwetter: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Baufirma sowie 2. Landrätin Anita Meinelt (4. v. l.), Kranzbergs Rathauschef Hermann Hammerl (2. v. r.) und ILE-Vorsitzender Uwe Gerlsbeck (r.) läuteten die Weihersanierung ein.

Ein Weiher wird wachgeküsst

Startschuss für das Kühnhauser Badeparadies: Im Juni soll es fertig sein

  • vonNico Bauer
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Spatenstich am Kühnhauser Weiher: Schon im Juni 2021 sollen die Bürger dort baden können. Knapp 1,4 Millionen Euro kostet die Maßnahme.

Kühnhausen – Es brauchte an diesem kühlgrauen Mittwoch eine ganze Menge blühender Fantasie, um sich bei der schlammigen Fläche in der Ortsmitte von Kühnhausen einen schönen Sommertag mit einem idyllischen Badeweiher und lachenden Kindern vorzustellen. Mit dem Spatenstich startete die Neugestaltung des Kühnhauser Weihers, der im Juni nächsten Jahres die neue Attraktion des kleinen Dorfs in der Gemeinde Kranzberg sein soll.

Bürgermeister Hermann Hammerl hätte stundenlang den Gästen zum Baustellenstart Geschichten von den Weiher-Diskussionen erzählen können. Unter anderem gab es drei Bürgerbeteiligungen und auch einige Diskussionen im Gemeinderat. Man startete 2012 mit einem Sanierungsplan für 50 000 Euro und landet nun bei einer Maßnahme, die 1,36 Millionen Euro kosten wird – von denen 69 Prozent durch das Amt für ländliche Entwicklung als Zuschuss übernommen werden. Bürgermeister Hammerl erinnerte sich gut daran, dass es immer wieder Gegenwind für das Projekt gab und das mit der millionenschweren Kostenexplosion noch verschärft wurde.

Ein 69-prozentiger Zuschuss kommt vom Amt für ländliche Entwicklung

Im Spätherbst folgten dann entscheidende Erkenntnisse: „Weitere Schürfungen ergaben, dass wassergefährdende Altlasten zu entsorgen sind – egal ob mit oder ohne Förderung.“ Der Bürgermeister betont, dass der Weiher eine enorme Aufwertung von Kühnhausen bedeutet. So wird es ganz flach ins Wasser gehen, und durch den Weg, der am Weiher entlang führt, müssen die Schulkinder nicht mehr auf der Straße laufen. Die aktuelle Zeit liefere ein weiteres Argument: „Corona hat uns gezeigt, dass Plätze der Naherholung für uns vor Ort wichtig sind.“ Guido Romor vom Amt für ländliche Entwicklung war mit 69 Prozent Zuschuss quasi der Hauptfinanzier der Maßnahme, und er lieferte sodann auch gute Gründe für die hohe Fördersumme. Romor betonte, dass der Weiher viele Funktionen habe. Mit 900 Kubikmetern Wasser biete er zusätzlichen Hochwasserschutz für den unteren Thalhauser Graben und sei bedeutsam für die Böden im tertiären Hügelland. „Der Weiher wird aus seinem Dornröschenschlaf erweckt“, sagte Romor.

Weiher mit Badesteg soll Dorfbevölkerung einladen

Kirchdorfs Bürgermeister Uwe Gerlsbeck als Vorsitzender des Verbunds ILE Ampertal registrierte beim Spatenstich zufrieden, dass die Kranzberger wegen der ILE-Mitgliedschaft zehn Prozent mehr bekommen und nur so die 69 Prozent erreichten. Nach dem kurzen Spatenstich räumten die Gäste auch wieder flott das Feld.

Unter der Regie des Planungsbüros Wipflerplan wird nun gewerkelt und saniert. Und wenn die Temperaturen wieder über 30 Grad klettern, soll der idyllische Weiher mit Badesteg die Dorfbevölkerung zur Abkühlung einladen.

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