+
Gemäßigtes Wachstum wünscht sich Bürgmeister Hermann Hammerl für seine Gemeinde.

Bürgerversammlung zum Flächennutzungsplan

Ortsentwicklung: Bürgermeister will Kranzbergern die Ängste nehmen

  • schließen

Die Gemeinde Kranzberg soll deutlich wachsen und auch beträchtliche Gewerbeflächen dazubekommen: Das geht aus dem neuen Flächennutzungsplan hervor, der am Montag erstmals der Bevölkerung vorgestellt wurde. Der Bürgermeister war bemüht darum, den Menschen die Ängste zu nehmen, und gab auch ein Versprechen.

Hohenbercha Darauf haben alle im Gemeindegebiet Kranzberg gewartet: Am Montag haben Bürgermeister Herrmann Hammerl und Landschaftsarchitekt Dietmar Narr im Gasthof Hörger in Hohenbercha erstmals den ausgearbeiteten Flächennutzungsplan (FNP) vorgestellt. In den Ortschaften wurden die in dem Vorentwurf festgelegten Dimensionen heiß diskutiert – auf der Straße und am Stammtisch. Spätestens, seit der Bund Naturschutz den Umfang der geplanten Flächenausweisungen gerügt und seine Kritik auf der Homepage veröffentlicht hat und die Gemeinde wieder Flächen aus der Planung herausgenommen hat (wir haben berichtet).

Wie Narr erläuterte, sollen im neuen Plan vor allem Allgemeine Wohngebiete (WA) und Gewerbegebiete (GE) ausgewiesen werden. Seinen Zahlen zufolge gibt es in der insgesamt knapp 4000 Hektar großen Gemeinde bisher 39 Hektar WA, 23,5 weitere Hektar sind im FNP erfasst, die meisten im Hauptort Kranzberg. Das ergäbe, würden alle Flächen ausgewiesen, eine Zunahme von rund 60 Prozent. In punkto GE hat die Gemeinde zu den bestehenden 11 Hektar weitere 13,3 Hektar angedacht. So soll etwa in Thalhausen ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden, aber auch in Kranzberg neue Areale entstehen. Zunahme: 121 Prozent.

Mit der Planung soll der Eigenbedarf der Gemeinde abgedeckt werden

Der Errechnung der Zahlen sind laut Narr umfangreiche Kartierarbeiten und Datensammlungen vorausgegangen. Dabei sei herausgekommen, dass es im gesamten Gemeindegebiet nur noch 23 freie Bauplätze gebe. Rechne man damit, dass zur aktuellen Bevölkerung von 4100 Menschen bis zum Jahr 2030 mindestens 400 Einwohner dazukommen, sei die Gemeinde unter Handlungsdruck, betonte Narr: „Mit der Planung soll der Eigenbedarf abgedeckt und der Erhalt der Gemeinde sichergestellt werden.“

Die Zahlen haben schon Gewicht. Denn wie Narr mitteilte, hätten mit der Regierung von Oberbayern und dem Landratsamt die zwei wegweisenden Behörden die Planungen bereits für gut befunden. „Ich bin seit 30 Jahren im Beruf, aber eine solche vorgezogene Beteiligung öffentlicher Träger, wie sie die Gemeinde vorgenommen hat, habe ich noch nie gemacht“, berichtete er und lobte die Innovation. „So muss ich Ihnen keinen Plan vorstellen, von dem ich noch nicht weiß, wie die Behörden darauf reagieren.“ Gleichzeitig betonte er aber auch, dass der Plan erst einmal nur eine reine Willenserklärung sei. Um einen gewissen Spielraum zu haben, würden im FNP mehr Flächen ausgewiesen als im Normalfall realisiert würden.

Der Bürgermeister verspricht: Es wird keine Enteignungen geben

Bürgermeister Herrmann Hammerl, der um die Sorgen seiner Bürger weiß, wies auch darauf hin, dass der FNP hauptsächlich Entwicklungspotenziale darstelle. „Es bedeutet aber nicht, dass alle Planungsziele umgesetzt werden müssen, oder dass nur die ausgewiesenen Flächen entwickelt werden können.“ Klaus Burgstaller, Geschäftsleiter der Gemeinde, wies etwa darauf hin, dass nur etwa 50 bis 60 Prozent des vorangegangenen, 1997 verabschiedeten FNP realisiert worden seien. Der dritte Abschnitt des Gewerbegebiets in Kranzberg wiederum sei gar nicht aufgeführt gewesen. Da habe man den FNP im sogenannten Parallelverfahren ändern müssen. Der Plan erleichtere aber die Arbeit, weil alles, was darin verankert sei, für die Behörden bindend sei.

Inwieweit das, was auf dem Papier steht, auch im Ort sichtbar wird, hängt stark von den Grundstücksverhandlungen ab. „Wir müssen die Flächen erst mal bekommen, ehe wir was umsetzen können“, sagte Hammerl und gab ein Versprechen: „Niemand wird enteignet. Wenn wir in einem abgrenzbaren Abschnitt nicht alle in ein Boot bekommen, herrscht erst mal Ruhe.“ Und auch bei der Umsetzung von Gewerbegebieten werde man behutsam vorgehen. „Wir werden keine Hallen genehmigen, die so groß sind, dass man das nächste Dorf nicht mehr sieht oder am Ende gar die Autobahn nicht mehr hört.“

Gut zu wissen

Der Flächennutzungsplan ist noch bis 24. November im Rathaus einsehbar. Anregungen und Einwände werden wieder im Gemeinderat behandelt. Im Anschluss wird der modifizierte Plan erneut ausgelegt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Durststrecke überstanden: Mittagsbetreuung in Attenkirchen feiert 20. Geburtstag
Für viele Familien aus Attenkirchen ist die Mittagsbetreuung ein unverzichtbares Angebot. Am Samstag, 21. April, feiert die Einrichtung ihren 20. Geburtstag.
Durststrecke überstanden: Mittagsbetreuung in Attenkirchen feiert 20. Geburtstag
FDP plant Ortsverband für Hallertau: Wie es jetzt weiter geht
Der FDP-Ortsverband Moosburg/Hallertau ist seit der Gründung vor zwei Jahren gut gewachsen. Heute sind es 17 Mitglieder aus Landkreis-Norden, die sich im Ortsverband …
FDP plant Ortsverband für Hallertau: Wie es jetzt weiter geht
Kinderschutzbund Moosburg: Nach 28 Jahren droht das Aus - Wer rettet den Verein?
Er ist ein funktionierendes Netzwerk für Kinder und Familien in Moosburg - doch nun droht dem Kinderschutzbund das Aus. Alle Blicke richten sich auf den 2. Mai.
Kinderschutzbund Moosburg: Nach 28 Jahren droht das Aus - Wer rettet den Verein?
Neuer Chef, neue Mitglieder: SPD Moosburg will sich zurückkämpfen
Aufbruchstimmung in Moosburgs SPD: Mit Eingliederungen aus der Hallertau und dem Ampertal sowie einem neuen Vorsitzenden wollen die Genossen wieder Fahrt aufnehmen. …
Neuer Chef, neue Mitglieder: SPD Moosburg will sich zurückkämpfen

Kommentare