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Heimstätte dreier Vereine: Die Gaststätte zum Löwen in Gremertshausen bleibt erhalten.

Investor gefunden

Einmal Löwe, immer Löwe: Gaststätte in Gremertshausen bleibt erhalten

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Gremertshausen - Wenn jemand den Gasthof zum Löwen in Gremertshausen retten kann, dann die Gemeinde Kranzberg. So hatte es zumindest ausgesehen. Ein Irrtum!

Der Löwe in Gremertshausen ist in den vergangenen Monaten zum Politikum geworden. Nach dem Tod des langjährigen Wirts Michael Reiter im Februar war die Sorge bei den örtlichen Vereinen groß, dass ihnen die Gaststätte nicht erhalten bleiben könnte. Vor allem die Schützen waren betroffen, weil sie in dem Gebäude ihren Schießstand haben, aber auch der Kriegerverein und die Feuerwehr kommen gerne in Gremertshausens gute Stube.

Weil die Erbengemeinschaft, bestehend aus den drei Töchtern des Wirts, den Betrieb selbst nicht weiterführen wollte und das Gebäude zum Verkauf anbot, richteten sich alle Blicke auf das Rathaus. In einer Sonder-Bürgerversammlung wurde mit Bürgermeister Hermann Hammerl darüber diskutiert, ob nicht die Gemeinde die Gaststätte erwerben könne. Sogar die Gründung eines Fördervereins war im Gespräch. Doch im Gemeinderat stieß die Lösung nicht auf uneingeschränkte Freude.

Jetzt hat sich überraschend eine ganz andere Lösung ergeben. Wie Hammerl dem FT berichtete, gibt es einen privaten Investor, der bereit ist, das Gebäude zu kaufen und den Schützen zu verpachten. Es handle sich um einen Ortsansässigen, der auch den drei betroffenen Vereinen angehöre. Die Erbengemeinschaft und der Kaufinteressent seien sich so gut wie einig. Der Gemeinderat habe in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig für diese Lösung votiert. „Für die Gemeinde ist es positiv, wenn sie in diesem Fall nicht in Aktivitäten ausbrechen muss“, sagte der Bürgermeister. „Wenn es klappt, ist alles paletti.“

Michaela Huber, Sprecherin der Erbengemeinschaft, bestätigte, dass man mit dem Investor weitestgehend übereingekommen sei. Sie berichtete, dass die Schützen das Gebäude zwar auch nach dem Tod ihres Vaters unentgeltlich hätten nutzen dürfen. „Jetzt aber haben wir eine stimmige Sache, die wir mit unserem Gewissen vereinbaren können“, sagte sie. „Das ist für alle Beteiligten die Optimallösung, die auch im Sinne unseres Vaters ist.“

Der Investor, der namentlich nicht genannt werden will, erklärte, er gehe davon aus, dass die Vereinbarung binnen zwei, drei Wochen „notariell glattgemacht“ werden kann. Außer einer neuen Heizung seien keine Sanierungsmaßnahmen geplant. Mit den Schützen habe es bereits Gespräche gegeben. Eine feste Regelung für die Pacht gebe es aber noch nicht.

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