Florentina Diller hat für ihren Frühstücksspeck den Goldenen Preis erhalten. Die 29-Jährige räuchert aber auch Wild.
+
Florentina Diller hat für ihren Frühstücksspeck den Goldenen Preis erhalten. Die 29-Jährige räuchert aber auch Wild.

Goldener Preis für Thalhausenerin

Meisterin am Räucherofen: Der Frühstücksspeck von Florentina Diller ist ausgezeichnet

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
    schließen

Das Geräucherte von Florentina Diller ist im Hotel zum Forst in Thalhausen sehr beliebt. Die 29-Jährige erhielt dafür nun eine Auszeichnung.

Thalhausen – So viele Menschen täuschen sich natürlich nicht. Das Geräucherte von Florentina Diller gehört im Hotel zum Forst in Thalhausen zum festen Bestandteil des Frühstücksbuffets und ist bei den Gästen enorm beliebt. Jetzt hat sich eine Fachjury für die Fertigkeiten der 29-Jährigen am Räucherofen begeistert und damit den guten Geschmack der Hotelbewohner bestätigt: Die DLG Testservice GmbH, einer der führenden Dienstleister zur Qualitätssicherung von Lebensmitteln, hat Florentina Diller für ihren Frühstücksspeck mit dem Goldenen Preis 2020 ausgezeichnet.

Von den ersten Räucher-Anfängen bis zur prämierten Delikatesse war es für Florentina Diller ein weiter Weg. Ihre Familie, die das Hotel betreibt, seit es der Uropa, Luitpold Pfeiffer, 1929 gekauft hat, führt selbst Hirsche. Das Wild tummelt sich in einem Gehege auf dem idyllischen Gelände hinter dem Hotel. „Mein Opa hat früher immer etwas Fleisch zum Räuchern gegeben“, berichtet Florentina Diller. „Ich wollte das aber selbst beherrschen und habe beschlossen, mir das Räuchern selbst anzueignen.

Die Gäste lieben ihn: den Frühstücksspeck, den Florentina Diller vom Hotel Zum Forst in Thalhausen in Eigenregie herstellt.

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass sich die junge Unternehmerin und Mutter ans Werk gemacht hat. Doch noch immer sind ihr die schwierigen Anfänge lebhaft in Erinnerung. „Ich habe anfangs alles falsch gemacht“, erzählt sie und lacht. Doch dann hat ihr das Schicksal ein wenig unter die Arme gegriffen. Über Freunde lernte sie eher zufällig den Sepp kennen.

„Ich hatte das Glück, dass mich der Sepp sympathisch gefunden hat“

Der Sepp will nicht, dass sein Nachname in der Zeitung erscheint, dafür aber beschäftigt er sich seit nahezu 60 Jahren mit dem Räuchern von Fleisch. „Ich hatte das Glück, dass mich der Sepp sympathisch gefunden hat“, erzählt Florentina Diller. „Nach ein paar Begegnungen ist er zu dem Schluss gekommen, dass ich die Richtige bin, um seine Geheimnisse zu verraten.“

Geheimnisse, die sie selbstverständlich nicht weitergeben darf. „Da habe ich leider Schweigepflicht“, sagt die 29-Jährige augenzwinkernd. „Nur so viel: Es hängt damit zusammen, wie lange man das Fleisch einlegt und räuchert oder welche Temperatur man verwendet.“ Vor allem das Pökeln sei eine Kunst – beim Wildgeräucherten sogar noch mehr als beim Schwein, weil es viel magerer ist, aber auch viel zarter.“

Ihre Mutter bringt Florentina Diller auf die richtige Spur

Ein Salzometer hilft Florentina Diller ebenso bei ihrem kulinarischen Kunsthandwerk wie ein eigener Räucherofen. Noch so ein Zufall, der ihr weitergeholfen hat. Sie hatte sich zunächst ein Gerät aus dem Online-Versandhandel zugelegt. „Der war aber nix“, sagt Florentina Diller. Ihre Mutter Lucia Diller, die das Hotel seit mehr als zehn Jahren führt, brachte sie dann auf die richtige Spur – mit den herrlich lapidaren Worten: „Irgendwo im Haus war mal ein Räucherofen.“

Fündig wird die Tochter im Keller. „Der Ofen war komplett ramponiert“, erinnert sich Florentina Diller. „Ich habe ihn dann restaurieren lassen.“ Ihr Vater Joschi Weissenberger griff ihr dabei unter die Arme. „Sonst hätte ich das nicht geschafft.“

„Ich hatte Schnappatmung vor Glück“

Die geräucherten Waren werden nicht nur als Frühstücksspeck oder Menü-Vorspeise serviert, sondern auch verwurstet. In einer schön hergerichteten Vitrine finden sich die verpackten Produkte – neben Speck und Pfefferbeißern etwa Obstler. „Wir bieten auch Geschenkkörbe an“, sagt Florentina Diller, die in vierter Generation in dem Betrieb mitarbeitet.

Jetzt hat die 29-Jährige die erste eigene Urkunde für das Hotel beigesteuert. Und wie hat sie auf die Nachricht reagiert, dass sie mit ihrem Frühstücksspeck Gold gemacht hat? „Ich hatte Schnappatmung vor Glück“, sagt sie. Das aber war nichts gegen die Reaktion vom Sepp. „Der hat sich noch viel mehr gefreut als ich.“

Auch interessant

Kommentare