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Alles bleibt, wie es ist – zumindest innerhalb der gestrichelten Linie, in der auch der Gasthof Zum Löwen (Nr. 28/1) liegt.

Ortskern soll bleiben, wie er ist

Veränderungssperre für Gremertshausen

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Kranzberg - Sicher ist sicher: Auch wenn der Gasthof zum Löwen gerettet scheint, hat der Kranzberger Gemeinderat vorsichtshalber trotzdem eine Veränderungssperre für den Ortskern von Gremertshausen erlassen. Sie gilt nicht nur für das Wirtshaus.

Monatelang hat die Gerüchteküche in Gremertshausen gebrodelt. Nach dem Tod des langjährigen Dorfwirts Michael Reiter im Februar wurde immer wieder über die Zukunft des Gasthofs Zum Löwen spekuliert. Auch über eine andere Verwendung des Areals war munter gemutmaßt worden. „Es hat Gerede darüber gegeben, dass hier eine Riesenbebauung entstehen könnte“, berichtet Klaus Burgstaller, Geschäftsleiter der Gemeinde Kranzberg. „Dem wollte die Gemeinde einen Riegel vorschieben.“

Inzwischen läuft zwar alles darauf hinaus, dass die Gaststätte weiter als Dreh- und Angelpunkt der Ortsvereine, allen voran der Schützen, fungiert. Wie berichtet, hat ein Privatinvestor aus Gremertshausen, der anonym bleiben möchte, weitestgehend eine Einigung mit der Erbengemeinschaft des Gasthofs erzielt. Wie Michaela Huber, Sprecherin dieser Erbengemeinschaft, dem FT gestern mitteilte, gebe es aber noch keinen Notartermin. „Leider nicht, wir müssen uns noch etwas gedulden.“

Inzwischen geht die Gemeinde auf Nummer Sicher. Denn Ziel im Rathaus ist es, die derzeitige Funktion der Gremertshauser Dorfmitte zu erhalten. Daher hat der Rat auch einen Bebauungsplan für diesen Bereich auf den Weg gebracht. Denn bisher ist der Ort nur als normales Dorfgebiet im Flächennutzungsplan verankert. „Es ist nichts Ungewöhnliches, dass es keinen Bebauungsplan für Orte gibt, in denen gewachsene Strukturen da sind“, erklärt Burgstaller. „Wenn aber die Gefahr besteht, dass etwas aus dem Ruder läuft, muss man reagieren.“

In nichtöffentlicher Sitzung wurde die Aufstellung des Plans beschlossen, die Entscheidung dann bei der jüngsten Zusammenkunft publik gemacht. Da es einige Monate dauert, bis der Bebauungsplan rechtskräftig ist, hat das Gremium zugleich eine Veränderungssperre für die Gremertshauser Ortsmitte erlassen. Sie gilt höchstens für zwei Jahre. In dieser Zeit dürfen weder bauliche Veränderungen stattfinden noch Nutzungsänderungen vorgenommen werden.

In den Umgriff der Veränderungssperre fallen auch das Kirchenareal und das Feuerwehr-Gebäude samt Vorplatz. Das hat aber rein baurechtliche Gründe, wie Burgstaller betont: „Es ist nicht möglich, eine Veränderungssperre nur auf eine Parzelle zu beziehen.“ Möglicherweise verschwindet der Bebauungsplan aber auch wieder in der Schublade. „Wenn bei der Gaststätte vertraglich alles geregelt ist, brauchen wir das Verfahren nicht unbedingt abzuschließen.“

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