An den Kirchberg, an der Stelle, an der aktuell noch das Kreuz steht, soll das Kriegerdenkmal Kranzberg vielleicht umziehen. Die Gemeinderäte ließen sich den neuen Standort zeigen. Jetzt wartet man auf ein Stimmungsbild seitens der Bürger, ehe das Gremium endgültig über eine Verlegung abstimmt. 
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An den Kirchberg, an der Stelle, an der aktuell noch das Kreuz steht, soll das Kriegerdenkmal Kranzberg vielleicht umziehen. Die Gemeinderäte ließen sich den neuen Standort zeigen. Jetzt wartet man auf ein Stimmungsbild seitens der Bürger, ehe das Gremium endgültig über eine Verlegung abstimmt. 

Neuer Standort Kirchberg

Verlegung des Kranzberger Kriegerdenkmals: In 29 Jahren wird es zum vierten Mal ernst

  • vonNico Bauer
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Die Gemeinde Kranzberg denkt über eine Verlegung des Kriegerdenkmals an den Kirchberg nach. Die Debatte ist nun schon fast drei Jahrzehnte alt.

Kranzberg - Mit Holzlatten wird das Bauwerk im Moment simuliert. Sebastian Brunner kennt die Situation bestens, denn der Vorsitzende des Kranzberger Krieger- und Soldatenvereins erlebt schon seit 29 Jahren die Diskussion über die Verlegung des Kriegerdenkmals.  „Jetzt wird es schon zum vierten Mal ernst“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Neuer Standort wäre am Kirchberg in Kranzberg

Brunner ist Zimmerer und hat deshalb mit Holzlatten ein Konstrukt gebaut, wie das Kriegerdenkmal auf einer Grünfläche am Berg aussehen könnte. Der Vereinsvorsitzende hatte sich zuerst auf der Wiese vor der Kirche umgesehen und kam zu dem Ergebnis, dass im Umfeld der alten Linde keine Chance für ein Kriegerdenkmal bestehe. „Dort bräuchten wir keine Fahnenmasten und könnten die Fahnen gleich an den Baum hängen“, witzelte Brunner. Der Standort vor der Kirche hätte dem Pfarrer nicht gut gefallen.

Der nun ins Auge gefasste Standort wäre eine Grünfläche rechts am Berg noch vor dem alten Schulhaus. Hier stehen derzeit ein Kreuz mit einem Christus und einer Madonna sowie zwei Bänke. Der kleine Gedenkplatz wurde einst von Kriegsteilnehmern aufgebaut. Rund um das Kreuz deutet Sebastian Brunner mit dem Bretterkonstrukt an, wie der Obelisk und die beiden Gedenktafeln platziert werden könnten. Dazu brauche es dann noch zwei Fahnenmasten sowie ein Podest vor der Anlage.

Kriegerdenkmal soll kein Spielball für Parkplätze werden

Brunner kritisierte die Gemeinderäte auch deutlich mit der Botschaft, „dass das Kriegerdenkmal kein Spielball für Parkplätze sein sollte“. Das störte ihn grundsätzlich bei der jüngsten Verlegungsdebatte. In der Sache bestätigte er auch die Problematik des derzeitigen Standorts auf dem Parkplatz vom Metzgerwirt, „weil das Kriegerdenkmal nur über Privatgrund erreichbar ist“. Aktuell steht das Denkmal auf 80 Quadratmeter auf Gemeindegrund und zu 45 Prozent auf Privatgrund.

Er kennt die Debatte: Der Vorsitzende des Krieger- und Soldatenvereins Kranzberg, Sebastian Brunner (r.), hat mit einer Holzkonstruktion den neuen Standort abgesteckt. 

Bereits 1992 wurde notariell beurkundet, dass die Fläche nach Verlegung des Kriegerdenkmals dem Metzgerwirt zufällt. Das Gasthaus kann dann den Parkplatz umbauen und die Einfahrten umstrukturieren. Das ist eine Gegenleistung für rund 800 Quadratmeter Grund, den man für öffentliche Straßen und Gehwege der Gemeinde Kranzberg überlassen hat.

Jetzt gab es einen ersten Ortstermin des Gemeinderats am potenziellen neuen Standort. Dort können die Bürger nun eine Woche lang die kleine Simulation betrachten. Bürgermeister und Kriegerverein erwarten nun eine intensive Debatte der Bürger über den Standort. Liegt dieses Stimmungsbild vor, wird entschieden, ob ein Kriegerdenkmal bei der Städtebauplanung des Kirchenvorplatzes berücksichtigt werden soll.

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