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Die Wildgänse fühlen sich auf dem Kranzberger See wohl und dürfen weiter eintauchen. Für die badende Bevölkerung bleibt das Gewässer gesperrt.

Wasser und Wiesen verunreinigt

Wildgänse-Plage am Kranzberger See: Badeverbot wieder aufgehoben

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  • Nico Bauer
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Ein Schwarm an Wildgänsen am  Kranzberger See verunreinigt das Wasser und die Wiesen. Das mehrtägige Badeverbot wurde jetzt wieder aufgehoben - aus einem einfachen Grund.

Update: 9. September, 15.09 Uhr

Das Baden am Kranzberger See ist wieder möglich. Das Ergebnis der Kontrollprobe, die am  4. September genommen und an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Untersuchung geschickt wurde, liegt mittlerweile vor. Die Einzelmesswerte für die Indikatoren einer fäkalen Verunreinigung des Wassers lagen demnach laut LGL im „akzeptablen Bereich“. Daher hat das Gesundheitsamt Freising das Badeverbot am Kranzberger See aufgehoben. 

Mögliche Ursache für die erhöhte Belastung des Wassers mit Fäkalkeimen könnte die große Anzahl an Wildgänsen sein, die den See derzeit bevölkern. Zumindest konnte das Landratsamt das nicht ausschließen. Nun zeigt sich aber, dass das Ausmaß der Belastung deutlich geringer ist als zunächst angenommen.

Erstmeldung: 4. September, 14.20 Uhr 

Kranzberg – Für Georg Kißlinger ist der Kranzberger See wie eine zweite Heimat. Im Sommer ist er fast jeden zweiten Tag an dem Erholungsgelände seines Heimatortes. Doch dieser Tage ist für ihn die Erholung getrübt, weil ein großer Schwarm von Wildgänsen das Gewässer besiedelt hat. Die Hinterlassenschaften der Tiere sind für ihn ein Ärgernis. Deshalb hat er Kontakt mit den Behörden aufgenommen.

Fast 50 Wildgänse nehmen den Kranzberger See in Beschlag

Georg Kißlinger hat die Fakten gesammelt und schriftlich festgehalten. Am vergangenen Donnerstag zählte er 34 Wildgänse, am Samstag und Montag waren es dann jeweils 48. „Überall auf den Wiesen sieht man die Hinterlassenschaften“, sagt Kißlinger. Die Tiere hätten auch den Sand des gemeindlichen Kinderspielplatzes schon verschmutzt. Wenn Badegäste an den Gänsen knapp vorbeilaufen, bleiben diese auch ohne Scheu stehen.

„Wildgänse sind keine Zugvögel, sondern Reviervögel“, sagt Kißlinger. Deshalb müsse man die Tiere verscheuchen, was auch machbar wäre. Er sieht nicht nur das Ärgernis, dass Badegäste auf den Wiesen immer wieder in Gänsekot hineintreten, sondern er weiß auch, dass der Kranzberger See ein Flachwasser ohne eine Reinigungsschleuse ist. 2005 hat Kißlinger mit Alfons Berger die Tiefe des Sees an mehreren Stellen gemessen, und die liegt in der Regel zwischen 1,50 und 2,50 Metern. Dazu komme, dass der von Badegästen stark frequentierte See keine Zu- und Abflüsse habe, die dann Hinterlassenschaften wie die der Wildgänse natürlich entsorgen würden.

Der überall herumliegende Gänsekot ist ein unappetitliches Ärgernis. Georg Kißlinger hat mit den Behörden Kontakt aufgenommen – und die haben reagiert.

Der Kranzberger See ist eines der Gewässer im Besitz des Erholungsflächenvereins, der im Landkreis für viele Seen verantwortlich zeichnet. Die Pflege des Geländes fällt unterdessen in den Aufgabenbereich des Landkreises Freising, der nach dem Hilferuf von Georg Kißlinger schnell tätig geworden ist. „Unser Bauhof ist bereits zum Kranzberger See gefahren und hat den Gänsekot entfernt“, sagt Robert Stangl, Pressesprecher des Landratsamts.

Bauhof des Landratsamts hat tierische Hinterlassenschaften schon mehrmals beseitigt

„Im Normalfall ziehen die Gänse in den nächsten Tagen oder Wochen wieder weiter“, weiß Stangl. Deshalb könne man damit rechnen, dass sich das Problem von selbst wieder erledigen werde. Er verweist darauf, dass Gänse in dieser Anzahl sich auch in den vergangenen Jahren temporär am Kranzberger See aufgehalten haben, „nur war das immer gegen Ende September und da gab es dann keine Berührungspunkte mehr mit Badegästen“. Der Bauhof wird nun einen der schönsten Badeseen des Landkreises im Blick behalten, und die Hinterlassenschaften beseitigen.

Die Wildgänse werden sich noch eine Zeit lang auf und am Wasser tummeln. Nicht jedoch die Bevölkerung. Nachdem das Gesundheitsamt in einer Wasserprobe eine erhöhte Keimbelastung festgestellt hat, wurde der Kranzberger See zum Schutz der Badenden vorsorglich gesperrt. Am Mittwoch wurde noch eine Kontrollprobe gezogen und zur mikrobiologischen Untersuchung ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gebracht.

Nicht nur am Kranzberger See haben sich Wildgänse breit gemacht, auch im Nachbarlandkreis Dachau machen sie den Badenden zu schaffen.

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