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Mit dabei: Christine und Anton Hierhager erleben am Center Court „Momente für die Ewigkeit“.

Spiel, Satz und Sieg Hierhager  

Die Wimbledon-Sieger aus Kranzberg

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Ein historischer Triumph ist Angelique Kerber in Wimbledon gelungen. Doch auch Anton und Christine Hierhager aus Kranzberg waren Gewinner beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt. Denn wie durch ein Wunder sind sie an Finaltickets gekommen.

London/Kranzberg – Sie liebt den Weißen Sport. Seit 13 Jahren ist Christine Hierhager Vorsitzende der Tennis-Abteilung in Kranzberg. Einer ihrer sehnlichsten Wünsche seit Langem: einmal das Turnier in Wimbledon zu besuchen. Zum 60. Geburtstag erfüllte ihr Ehemann Anton diesen Wunsch. Er besorgte Tickets fürs Achtel- und Viertelfinale, und so brach das Ehepaar zum einwöchigen London-Urlaub auf – und sah den Heiligen Rasen des All England Tennis Clubs mit eigenen Augen. Dort, wo Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich große Triumphe gefeiert haben.

„Die Anlage hat unsere Erwartungen übertroffen“, erzählt Anton Hierhager. „Das Ambiente ist geprägt von der Tradition. Alles hat Stil. Wimbledon ist das einzige Turnier, wo noch ganz in Weiß gespielt wird.“ 15 000 Menschen haben am Center Court Platz. Bei Regen kann der Rasenplatz schnell überdacht werden. „Aber wir hatten strahlenden Sonnenschein.“

Historisch: Angelique Kerber gewinnt als erste Deutsche seit 22 Jahren Wimbledon.

Und auch die Sterne sollten den Kranzbergern hold sein. Denn nachdem mit Angelique Kerber und Julia Görges gleich zwei deutsche Spielerinen ins Halbfinale einziehen, wollen auch die Hierhagers im Turnier bleiben. Nur wie? „Wimbledon ist praktisch auf Jahre im Voraus ausverkauft“, sagt Anton Hierhager. Einen Schwarzmarkt gebe es nicht. „Da steht niemand vor dem Stadion und bietet Karten an.“ Auch die Ticket-Organisation macht ihnen wenig Hoffnung.

Die Hierhagers warten und lenken sich ab. Sie besuchen Windsor Castle, sehen sich die Damen-Halbfinals im Fernsehen an. Und die Unruhe steigt weiter: „Nun war Kerber im Finale – und wir immer noch ohne Karten.“

Am nächsten Tag geschieht das Wunder in der Kirche. „Wir haben gerade die Westminster Abbey besucht, als wir die Nachricht erhalten haben, dass wir zwei Tickets fürs Damenfinale haben können“, sagt Christine Hierhager. „Wir mussten sie aber sofort abholen und bezahlen – über den Preis reden wir besser nicht.“ Und wie erklären sich die beiden, dass die Tickets plötzlich frei wurden? „Vielleicht wurde jemand krank oder hatte keine Zeit“, mutmaßt Anton Hierhager. Fakt ist: Es sind beste Plätze.

Auf Tuchfühlung mit den Royals: Meghan und Kate sitzen höchstens 15 Meter entfernt.

Als die Hierhagers dort ankommen, stellen sie fest: Sie sitzen in bester Gesellschaft. Nicht nur der alte Tennisadel von Björn Borg bis Billie Jean King wohnt dem Damenfinale zwischen Kerber und Serena Williams bei. Auch die Royal Box liegt höchstens 15 Meter entfernt. „So haben wir die Herzöginnen Kate und Meghan aus nächster Nähe gesehen.“ Anton Hierhager fühlt sich sofort an Gerhard Polt und dessen Tennis-Sketch erinnert. „Die Zuschauer sind Aristocratic, keine Gratler wie bei uns“, heißt es bei dem Kabarettisten. „Da sitzen vor Ihnen die Royals auf Tuchfühlung – ein Royal nach dem anderen.“ Und so gelingt den Hierhagers etwas, was den wenigsten Menschen im Leben vergönnt ist: Sie können zwei junge Prinzessinnen mit der eigenen Kamera festhalten – und erleben Kerbers historischen Triumph.

Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätte sich Christine Hierhager nicht vorstellen können: „Der Moment des Sieges, der donnernde Applaus, die Glückwünsche der fairen Serena, die Tränen der Freude bei der Siegerin – all das waren Momente für die Ewigkeit.“

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