Kranzbergs Bürgermeister Herrmann Hammerl ging das alles zu schnell: Man hebt ja nicht erst die Baugrube aus, um dann zu sehen, was man da hineinbauen könne, findet er. 

Wohnen in Kranzberg

Das Ziel ist klar, der Weg ist umstritten

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Eigentlich wollen alle dasselbe: Ob CSU, FWG, KGL oder SPD – alle wollen kommunalen Wohnungsbau in Kranzberg. Doch der Weg dahin ist umstritten. Disput im Gemeinderat am Dienstag.

Kranzberg – Bereits vor fast einem Jahr hat man in Kranzberg grundsätzlich beschlossen, kommunalen Wohnungsbau zu betreiben. Im Dezember 2017 hatte man sich vier solcher Projekte auf einer Informationsfahrt angesehen. Und jetzt kam der Antrag von CSU und SPD, „erste Maßnahmen zur Umsetzung des Projekts“ zu ergreifen. Allein die Bekanntgabe, dass es diesen Antrag gebe, hat nun am Dienstag im Gemeinderat zu Diskussionen geführt. Es war wie der Streit um die Henne und das Ei.

Das Ziel ist klar: Die Förderprogramme des Freistaats nutzen, um günstigen Wohnraum zu schaffen, für den dann die Gemeinde auch das Belegungsrecht ausübe. Im Falle von Kranzberg sollen da besonders junge Menschen, Kranzberger Familien und Senioren zum Zug kommen.

Weil man sich nun schon ein Jahr lang mit diesem Thema intensiv befasse, haben CSU und SPD nun einen Antrag eingereicht, um allmählich Nägel mit Köpfen zu machen. Inhalt: Das für den kommunalen Wohnungsbau vorgesehene Grundstück neben der Villa Kranich zu roden, sämtliche Unterlagen für einen Förderantrag zusammenzutragen, Projektsteuerungsbüros zu suchen, einen kleinen Wettbewerb für das 24 Wohneinheiten umfassende Projekt auszuloben, und dann bei einer Bürgerversammlung im März die Bevölkerung „über das beschlossene Projekt zu informieren“.

Bürgermeister Hermann Hammerl ging das alles aber zu schnell. Beispielsweise sei es ja wohl nicht üblich, erst eine Baugrube auszuheben und dann zu schauen, was man da hineinbauen könne. Weil er vor einem Beschluss das „Echo aus der Bevölkerung“ hören wolle, regte Hammerl an, erst eine Informationsveranstaltung für die Bürger abzuhalten. Seine Parteikollegen Silvia Tüllmann, Ursula Enghofer und Monika Mühl stimmten zu: Der Antrag von CSU und SPD gleiche ja schon fast „einer Bevormundung der Bürger“, so Tüllmann. Sie finde es „nicht verwerflich, das, was wir auf den Informationsfahrten gesehen haben, den Bürgern zu präsentieren“, fand Mühl.

Hans Halbinger (CSU) sah das ganz anders. Was sollen denn die Bürger sagen, wenn es doch noch gar nichts gebe, was im Gemeinderat beschlossen worden sei? Sebastian Ströhl (KGL) war ebenfalls skeptisch: Es sei doch eh nicht repräsentativ, was bei dieser Informationsveranstaltung geäußert werde. Die Gemeinderäte seien doch dafür gewählt worden, Entscheidungen zu treffen. Und: „Die Zeit drängt.“ Wer wisse schon, wie lange es noch so hohe Zuschüsse gebe.

Eine Beschlussfassung über den Antrag war am Dienstag nicht vorgesehen, schließlich war der Antrag lediglich bekannt gegeben worden. Und außerdem war bereits zuvor eine Informationsveranstaltung für die Bürger terminiert und auf der Homepage veröffentlicht worden: Am Mittwoch, 7. Februar, um 19 Uhr auf dem Pantaleonsberg will man Wünsche, Anregungen und das „Echo“ der Bürger hören. Die nächste Gemeinderatssitzung findet am 20. Februar statt.

Und noch etwas, das mit Wohnen für die Kranzberger zu tun hat, ist seit einigen Tagen auf der Homepage der Gemeinde zu finden und wurde am Dienstag offiziell bekannt gegeben: der Interessentenbogen für das geplante Einheimischenmodell – inklusive aller Vorgaben, Bestimmungen und Vertragsbedingungen.

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