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Präsentierten den neuen Band über die Bernstorf-Funde: Alfons Berger (Förderverein Pantaleonsberg), Kranzbergs Bürgermeister Hermann Hammerl, Autorin Franziska Crössmann, Professor Rüdiger Krause (Goethe-Universität Frankfurt) und Rupert Gebhard (Archäologische Staatssammlung München). 

Zweites Buch über die Bernstorf-Forschung

Unerwartetes ans Tageslicht befördert

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Ein weiteres Kapitel der wechselvollen Geschichte Bernstorfs ist nun wissenschaftlich aufgearbeitet und liegt in Buchform vor: Helena Moser und Franziska Crössmann haben in zwei Magisterarbeiten die vor- und frühgeschichtlichen Befestigungen auf dem Bernstorfer Berg unter die Lupe genommen, haben also die eisenzeitliche und die frühmittelalterliche Besiedlung untersucht.

Kranzberg – Knapp 200 Seiten umfasst das neue Werk zu Bernstorf – jenen Ort, der vor allem durch seine bronzezeitliche Festung und die berühmten Funde aus der Bronzezeit in Wissenschaftskreisen und in der Öffentlichkeit bekannt ist. Zusammengefasst sind die beiden Arbeiten von Helena Moser und Franziska Crössmann im zweiten Band der Bernstorf-Forschungen in der Reihe „Frankfurter Archäologische Schriften“. Zur Erinnerung: Im Jahr 2016 gab’s eine erste Publikation: eine ausführliche Monographie, in der die Forschungen zu den Gold- und Bernsteinfunden zusammengefasst sind.

Vergangene Woche nun wurden die ersten, noch druckfrischen Exemplare auf den Pantaleonsberg nach Kranzberg gebracht – und zwar von den beiden Herausgebern höchstpersönlich: von Rüdiger Krause (Frankfurter Goethe-Universität) und Rupert Gebhard (Leitender Sammlungsdirektor der Archäologischen Staatssammlung München), die das Werk danach auch öffentlich vorstellten.

Die bronzezeitliche Befestigung ist nicht die einzige Anlage, die auf dem Bernstorfer Berg zu finden ist. Neuere Forschungen und Grabungen seit dem Jahr 2006 haben auf der Hügelkuppe im Süden einen unerwarteten Befund ergeben: Zwei Gräben verlaufen dort, die zu einer etwa ein Hektar großen Befestigung aus der Hallstattzeit gehören.

Und dann gab es noch eine dritte Befestigung im Westen, die aus einem Graben und einem hohen Erdwall in Hufeisenform besteht. Die neuen Forschungen legen eine Datierung dieser Anlage in das ausgehende Frühmittelalter nahe und bringen diese Anlage mit den Ungarneinfällen in Verbindung.

Professor Rüdiger Krause betonte dabei, dass die Veröffentlichung der Forschungsresultate in Form eines gedruckten Buchs gerade in den Lebens- und Geisteswissenschaften zum Standard gehöre und auch künftig durch online-Veröffentlichung kaum verdrängt werden könne.

Hintergrund dieser Aussage war die Kritik des Kranzberger SPD-Gemeinderats Anton Hierhager im Januar, der einen Zuschuss der Gemeinde für den dritten Band der Bernstorf-Forschungen ablehnte, weil gedruckte Bücher nur noch etwas für „Altertümler“ seien (wir haben berichtet). Jener nächste Band, der die Bernstorf-Forschungen komplettieren wird, ist eine soeben abgeschlossene und nun zum Druck anstehende Dissertation von Vanessa Bähr über die bronzezeitliche Befestigungsanlage auf dem Bernstorfer Berg.

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