Krimineller Spaß mit der Dorfbühne

Günzenhausen - „Das einzige was zählt auf dieser Welt ist Geld!“ Das würden sie sofort unterschreiben, die lieben Verwandten von Erbtante Paula in Peter Landstorfers kurzweiligem Theaterstück „Da kahle Krempling“. Auch in der mit viel Spielfreude in Szene gesetzten Theaterproduktion der Günzenhauser Dorfbühne unter Regie von Hubert Tegel hat diese „beinahe kriminelle Komödie“, so der Untertitel, für ausverkaufte Vorstellungen und gut unterhaltene Gäste gesorgt.

Zum stimmigen Ambiente tragen neben der volksmusikalischen Umrahmung von Gebe Winkler auch die „gut bürgerlichen“ Kulissen und stilvollen Kostüme bei. Letztere stammen zum Teil übrigens original vom Landstorfer-Ensemble.

Das vergnügliche Schauspiel mit kriminalistischem Anstrich lässt das Publikum teilhaben am 70. Geburtstag der herrischen und lebensfrohen Witwe Pauline Hermine von Wettenlach (Ingrid Huber), die das Quintett ihrer Nichten und Neffen, alle in Erwartung einer für beträchtlich gehaltenen Erbschaft, genüsslich nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Und während das Personal, die freundliche Maisonette (Susanne Kassner) und der steife Diener mit Vor- und Zunamen Heinrich Heinrich (Michael Leutner) Hand anlegen beim Eindecken, trudeln sie ein, die Anverwandten. Zu nennen wären: die ledige Nichte Olga Fetzinger (Verena Hohenester), deren bester Freund der Alkohol ist, Hopfenbauer Lenz Feichtmeier (Stefan Schuhbauer), als grober Klotz mit einer guten Portion Bauernschläue gesegnet, Neffe Blasio Fortanto (Johann Völkl), selbstverliebter und ziemlich talentfreier Opernsänger, der verrückte, selbsternannte „Pseudogeneral“ Otto Hasenfuß (Klaus Wallner) der diesen Nachnamen völlig zu recht trägt und schließlich seine verwitwete Schwester Brunhilde zu Löffelholz (Jennifer Risch), die mit ihrem durchgeknallten Bruder ein schweres Los erwischt hat.

Als unerwarteter Ehrengast erwähnt werden muss Kriminalrat Findus Feigl (Rudolf Dlugosch) - ein guter Bekannter, der gerne bereit ist, den „ungewohnlichen Wunschen“ der exzentrischen Dame nachzukommen - und dem von ihr verlesenen Testament, das an unangenehme und teure Bedingungen für die Erben verknüpft ist, einen amtlichen Anstrich verleiht.

Die Schwächen und Sonderheiten der einzelnen Charaktere sind bestens geeignet für pointiertes Spiel und Situationskomik, etwa wenn sich die potentiellen Erben bei „geliebten Darbietungen“ vom Gedicht über die Festrede bis zum Gesang gegenseitig zu übertreffen suchen. Nicht ohne Grund, hofft doch jede(r) auf den Erbfall: Bei der „betuchten“ Tante Paula, die im Geheimen einem teuren Laster frönt, nämlich Pferdewetten, steigt mit dem Alter „die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Ablebens“, vor allem dann, wenn dank der besonderen Eigenschaften eines Giftpilzes, des kahlen Kremplings, nachgeholfen wird.

Mit geschickter Dramaturgie, die die Zuschauer bewusst in die Irre führt, bleibt bis zum Schluss die Spannung hoch. Hier wird natürlich nicht verraten, ob das Mordkomplott gegen die kapriziöse und berechnende Tante von Erfolg gekrönt ist - was sich aber definitiv über die gelungene Aufführung der Dorfbühne sagen lässt.

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