Im Rahmen der Herbstschau

KT zu Guttenberg in Moosburg: „GroKo macht rechte und linke Ränder stark“

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CSU-Spitzen nennen ihn auch sechs Jahre nach der Plagiatsaffäre noch „unseren KT“: Karl-Theodor zu Guttenberg. Der kokettiert inzwischen mit dem Skandal von 2011. In Moosburg gibt sich KT am Montag eher als Polit-Entertainer.

Moosburg – Wenn die stellvertretende Ministerpräsidentin und bayerische Wirtschaftsministerin nur einen Kurzauftritt am Rednerpult hat, dann muss nach ihr schon ein besonderes Polit-Kaliber kommen. In Moosburg ist das am Montag so: Da ist Ilse Aigner neben dem CSU-Kreisvorsitzendem Florian Herrmann und MdB Erich Irlstorfer nur so etwas wie die Vorhut für einen, der einmal der Superstar der deutschen Politik war: Karl-Theodor zu Guttenberg – „unser Freund KT“, wie ihn Herrmann und Aigner nennen. Guttenberg, so die Botschaft des Abends im Festzelt auf der Herbstschau, soll Gas geben, soll helfen, dass die CSU am 24. „eine Bombenwahl hinlegt“, so Aigner. Jene CSU, die laut Aigner, „die einzig verblieben wirkliche Volkspartei in Europa ist“.

„Feuer frei für KT“, ruft Aigner ins Publikum. Guttenberg weiß, wie man das macht: Er steht ganz vorne an der Bühne, das Rednerpult braucht er nicht. Nach einer Stunde entledigt er sich seines „oberbayerischen Kampfanzugs“, redet in Jeans und mit durchgeschwitztem Hemd weiter. Zu Beginn spottet Guttenberg über den Ex-Dr. Guttenberg: Er sei zwar „amerikanisierter Oberfranke“, eigentlich aber auch Oberbayer. In Rosenheim sei er aufs Gymnasium gegangen, habe dort das Abschreiben gelernt. Die Leute im voll besetzten Festzelt finden das gut, lachen. Und Guttenberg, ganz Bierzelt-gestählter Politprofi, sorgt weiter für Heiterkeit: Was sei angesichts von Hopfen-, Spargel-, Kartoffel- und sonstigen Königinnen im Publikum schon „ein lumpiger fränkischer Freiherr“.

Und KT hat seine Hausaufgaben gemacht: Dass es Proteste wegen seines Auftritts im Rahmen der Herbstschau gab, weiß der frühere Bundesminister genau – Proteste „gerade von denen, die nichts dagegen gehabt hätten, das Erdogan in Deutschland aufgetreten wäre“. Jener Erdogan, den er später scharf kritisiert, weil er aus einer hoffnungsvollen Demokratie eine Autokratier mit diktatorischen Zügen gemacht habe. Applaus im Zelt. Und Guttenberg weiß auch, dass der FC Moosburg mit vier Niederlagen in die neue Saison gestartet ist. Er hat Mitleid, nennt das das „Martin Schulz-Gefühl“.

Der frühere Hoffnungsträger der CSU hat das Geschehen in Deutschland ganz genau verfolgt. Das TV-Duell Merkel-Schulz nennt er „sehr kuschelig“, gibt zu, mit dem Schlaf gerungen zu haben. Und Guttenberg betet: „Der liebe Gott möge uns vor einer weiteren großen Koalition in diesem Land bewahren!“

Der Freiherr begründet das auch: So eine GroKo mache die Ränder rechts und links außen stark. Und da ist Guttenberg ganz klar: AfD und Co., das ist für ihn „brauner Sumpf“. Bei der AfD werde so gut wie nicht differenziert, da sei jeder Flüchtling ein potenzieller Attentäter und Terrorist. „Idiotisch“ nennt Guttenberg das. Die AfD mit ihrer Diktion, wie sie in Deutschland schon einmal vor 80 Jahren geherrscht habe, und auch linksradikale Tendenzen müssten mit allen rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden.

Am Ende ist KT wieder Entertainer: Nein, den Verband an der rechten Hand trage er nicht, weil er sie beim Abschreiben zu sehr beansprucht habe. Und wieder lachen die Leute.

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