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Die Lutherstube ist das aktuelle Ausstellungsstück – und mit viel Liebe zum Detail hergestellt. Schwind hatte auch tatkräftige Hilfe von seinem Sohn. 

Lutherkripperl in St. Georg 

Kunstvolles Zeichen der Ökumene

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Der Reformationstag hält auch in katholischen Kirchen Einzug: In St. Georg sind Kripperl zum Thema Luther ausgestellt. Mesner Korbinian Schwind (32) hat die kleinen Kunstwerke gebaut – und bis 31. Oktober ist noch Zeit, zumindest eines davon zu betrachten.

Freising – Fast hätte der 32-Jährige die Ausstellungsstücke – den Thesenanschlag und die Lutherstube – nicht mehr fertigstellen können. Nicht etwa, weil ihm die Materialien ausgingen, oder die Kreativität plötzlich versiegte – sondern, weil Nachwuchs bei Korbinian Schwind und seiner Frau Alexandra unterwegs war. „Da kam mir die kleine Lucia einfach dazwischen“, erklärt der Freisinger und lacht. Glück für den Mesner, dass er einen tatkräftigen Helfer an seiner Seite wusste: Johannes, fünf Jahre alt und Schwinds Sohn, führt die Tradition der Familie fort. Denn: Korbinian Schwind hat von seinem Vater Walter, Diakon, das Kripperl-Bauen gelernt – jetzt ist eben der Sohnemann beziehungsweise Enkel dran.

Korbinian Schwind: „Die Lutherstube hat mir schon immer gut gefallen.“ 

Schon im vergangenen Jahr hat sich der Mesner Gedanken über das Reformationsjahr 2017 gemacht. „Die Lutherstube in der Wartburg hat mir schon immer gut gefallen“, erklärt er. Die Idee, sie nachzubauen, war schnell geboren – und im vergangenen Sommer hat er dort, über Eisenach in Thüringen, eine ganze Menge Fotos gemacht. „Eigentlich baue ich immer gerne aus dem Gedächtnis“, erzählt Schwind. Aber für die Detailarbeiten braucht man eben eine Vorlage – besonders schwierig sei der Kaminofen gewesen. Vier Wochen hat die Arbeit an den Kripperln gedauert.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Noch bis Dienstag, 31. Oktober, ist die Lutherstube ausgestellt, der Thesenanschlag hingegen schon wieder eingelagert. Einen Besuch ist das Kripperl auf jeden Fall wert. Denn: „Das ist das einzige in ganz Deutschland“, sagt der Mesner – und es steht in einer katholischen Kirche. Bei den Kunstwerken Schwinds handelt es sich eben um „ein Zeichen der Ökumene“.

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