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„Im Auftrag des Herrn unterwegs“: Schwester Teresa Zukic hielt den Festvortrag – mal lustig, mal ernst. 

Landfrauentag in Helfenbrunn

Balsam für die Seele der Bäuerinnen

Helfenbrunn - Mal ernst, mal lustig, mal besinnlich, mal humorig. Der Landfrauentag gestern bot alles: einen Gottesdienst, eine berühmte Nonne, einen bekannten Kabarettisten. Diesen Tag hatten sich die Bäuerinnen verdient. Und das nicht nur, weil Weltfrauentag war.

„Landfrauen tragen Verantwortung“ ist das Jahresthema der Bäuerinnen. Und sie tragen nicht nur Verantwortung für die Familie, für den Betrieb und für die Gemeinschaft, wie das gestern Vizelandrat Robert Scholz in seinem grußwort an die Landfrauen versicherte. Nein, die Bäuerinnen tragen auch Verantwortung für sich selbst. Das hatte die neue Kreisbäuerin Elisabeth Mayerhofer betont: Bei 365 Tagen pro Jahr Verantwortung sollten die Bäuerinnen auch einmal „Ruhepausen“ einlegen, um die Kreativität wieder zu stärken und Kraft zu tanken.

Genau zu diesem Zweck war gestern nicht nur der von Sternschnuppe bekannte Kabarettist Werner Meier in den Saal des Burgerwirts nach Helfenbrunn gekommen, um mit Auszügen aus seinem Programm „... apps geht immer“ die Bäuerinnen zu unterhalten, sondern auch Schwester Teresa Zukic. Die 52-Jährige, die durch zahlreiche Fernsehauftritte bekannt ist, die schon bei Beckmann, Lanz und Pilawa zu Gast war, die viel Gutes tut und Projekte unterstützt, die als „die deutsche Antwort auf Sister Act“ und als Nonne auf dem Skateboard für Furore sorgt, die früher badische Meisterin im Fünfkampf war und sich bis zum 18. Lebensjahr ganz dem Leistung

ssport gewidmet hatte („Das sehen Sie mir heute nicht mehr an, deshalb habe ich Fotos mitgebracht“), die Bücher schreibt, malt und gut kochen kann, sprach eine Stunde lang zu den Landfrauen. Ihre mal lustig, mal sehr nachdenklich vorgebrachten Botschaften: Den „normalen Menschen“ gibt es nicht, denn „wir sind alle irgendwie seltsam“, jeder habe einen Tick oder Spleen, Allüren oder Schrullen. Und zum anderen: „Was wir denken, das fühlen wir.“

Zukic, die von sich selbst sagt, „mein Leben ist mein Hobby“, sprühte nur so vor Esprit: Ehe-Tipps hatte sie ebenso parat wie ihre vier Lieblingswitze, Beispiele von paarungswilligen Stachelschweinen durfte auch nicht fehlen. Doch Zukic konnte auch ernst: „Schreien ist Körperverletzung.“ Und Zukic redete davon, wie und warum man sich manchmal gekränkt fühle, wie man solche Kränkungen aus der Welt schaffen könne. Denn: „Kränkung macht krank.“ Zur Rede stellen, so ein Rat der Nonne. Und wenn gar nichts mehr helfe, dann bleibe nur noch der Humor. Lachen sei gesund und habe keine Nebenwirkungen.

Manchmal wurde es aber auch ganz traurig bei dem Vortrag der Schwester, die laut eines Schriftzugs auf ihrem Auto „im Auftrag des Herrn unterwegs“ ist: Dann, wenn sie vom Tod, vor Schicksalsschlägen sprach. Aber am Ende stand immer der Optimismus der Schwester Teresa Zukic, ihr wacher, positiver, manchmal auch verschmitzter Blick, ihr tiefer, manchmal auch missionarisch verkündeter Glaube, und die Botschaft: „Gibt es den normalen Menschen? Ich glaube nicht.“

Ein in jeder Hinsicht die Seele anrührender Tag also, dieser Landfrauentag gestern. Die Bäuerinnen hatten ihn sich verdient.

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