Gerichtsprozess

„Schön, bis er aufgekreuzt ist“: 32-Jähriger greift Partygäste mit Messer an

Eine zunächst friedliche Party artete in einer Messerstecherei aus, es gab Verletzte und sogar Morddrohungen. Jetzt, fast ein Jahr später, musste sich ein 32-Jähriger vor dem Amtsgericht Freising dafür verantworten – und wurde für seinen Ausraster zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Landkreis – Der Streit auf einer Party eskalierte, als der damals 32-jährige Miro B. (alle Namen geändert) am späten Abend des 30. April 2017 bei der Party aufgetaucht war. Da war es mit der guten Stimmung vorbei. „Es war echt schön und hat Spaß gemacht, bis Miro aufgekreuzt ist. Er hat von Anfang an alle Leute beleidigt und sich dann in der Küche mit seiner Freundin gestritten“, berichtete eine Zeugin vor Gericht. Dann habe B. zum Messer gegriffen. Seine Freundin konnte es ihm aber gleich wegnehmen.

Nachdem alle versucht hatten, ihn zu beruhigen, hörte B. trotzdem nicht auf, die Anwesenden zu beleidigen. Er habe sogar einem Gast mit einer eindeutigen Geste gedroht, „ihn einen Kopf kürzer zu machen“, bestätigte ein weiterer Zeuge. Danach sei B. erneut in der Küche verschwunden, um sich das Messer zu holen.

Währenddessen alarmierte der Veranstalter die Polizei. „Als ich mit den Beamten telefonierte, konnte ich im Hintergrund schon Schreie hören“, berichtete er vor Gericht. Der Beschuldigte habe mehrere Gäste wahllos mit dem Messer attackiert und dabei einen Mann am Arm verletzt. Als der Gastgeber zu schlichten versuchte, wurde auch er von B. angegriffen. Er konnte ihn aber einigermaßen in Schach halten, bis die Polizei eintraf und Miro B. vorläufig festnahm. Verteidiger Stephan Richter plädierte auf Freispruch: „Alle Beteiligten waren seinerzeit stark alkoholisiert. Es ist nicht garantiert, dass die Zeugenaussagen wahrheitsgemäß waren.“

Der Staatsanwalt forderte eine elfmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung und die Zahlung der Gerichtskosten in Höhe von 1500 Euro. Miro B. hätte mit seiner Attacke weitaus Schlimmeres anrichten können. Die Tatsache, dass er betrunken war, sei strafmildernd, rechtfertige aber keinen Freispruch.

Nachdem sich der Angeklagte bei allen Beteiligten entschuldigt hatte und reuig beteuerte, dass er damals niemand hatte verletzen wollen, verkündete Richter Michael Geltl das Urteil: Elf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und die Zahlung von 1000 Euro in zehn Raten.

Lena Hrodek

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