Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 

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Prozessauftakt am Landgericht Landshut

52-Jähriger wehrt sich gegen Vorwurf der Vergewaltigung

Landkreis - Ein 52-jähriger Kraftfahrer soll seine Ex im Anschluss an ein Kreditgespräch  vergewaltigt haben. Er bestreitet die Vorwürfe vehement - mit dem Hinweis auf seine Gesundheit. 

In seinem Mitsubishi Lancer sei es für eine Vergewaltigung viel zu eng. Zudem würden ihm ein fünffacher Bandscheibenvorfall und Probleme mit dem Hüftgelenk jegliche „Akrobatik“ verwehren. Mit diesen und anderen vehement vorgetragenen Argumenten wehrte sich ein 52-jähriger Kraftfahrer aus dem nördlichen Landkreis zum Prozessauftakt am Landshuter Landgericht gegen den Vorwurf seiner ehemaligen Lebensgefährtin, er habe sie vergewaltigt. 

Laut Anklage hatte die Beziehung von 2009 bis 2012 gedauert. In dieser Zeit nahm man gemeinsam einen Kredit von 10 000 Euro auf, um ein Gartenhaus als „Liebesnest“ zu erwerben. Nach der Trennung hatte man zunächst keinen Kontakt – bis der Mann die Kreditraten nicht mehr zahlen konnte und daher die Bank bei seiner Ex eine Lohnpfändung veranlasste. 

Deshalb soll es dann, so die Anklage, wieder zu telefonischen Kontakten gekommen sein, bei denen der Kraftfahrer seiner Ex angeboten habe, ihr monatlich 100 Euro für den Kredit zu übergeben. Die erste Geldübergabe sollte am 13. März 2014 erfolgen. Auf einem Supermarkt-Parkplatz in Allershausen soll die Ex in den Wagen des Kraftfahrers gestiegen sein. Anschließend sei man in ein Waldstück in der Nähe von Allershausen gefahren. Dort soll der 52-Jährige die Rückenlehne des Beifahrersitzes umgeklappt haben, auf die Beifahrerseite „gesprungen“ sein und sich auf sie gelegt haben. Er habe sie begrapscht. Zwischendurch soll er sie kurz austreten haben lassen. Dann habe er seine Ex durch die geöffnete Hintertür auf der Beifahrerseite ins Auto geschoben und sie anschließend vergewaltigt. 

Zum Prozessauftakt stellte der Kraftfahrer nicht in Abrede, dass es zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. „Aber einvernehmlich“, beteuerte er. Die Initiative zu dem Treffen sei – entgegen ihrer Schilderung – von der Frau ausgegangen. Man sei in das Waldstück gefahren. Dort habe nicht nur über den Kredit geredet, sondern auch über Privates: Sie habe ihm erzählt, dass sie, was den Sex betreffe, mit ihrem neuen Lebensgefährten nicht zufrieden sei. Nachdem sie Austreten gewesen sei, sei es zum Geschlechtsverkehr gekommen: „Ganz zärtlich, ich bin nicht wie ein wildes Tier auf sie gesprungen, sie hatte den aktiven Part.“ 

Der in der Anklage geschilderte Ablauf werde durch seine gesundheitliche Situation, die Bandscheibenvorfälle und die Hüftprobleme ad absurdum geführt. Sie lüge „wie die Seuche“. Auch den Einwand des Richters, warum man für so ein Kreditgespräch in ein Waldstück fahren müsse, versuchte der Angeklagte zu entkräften: „Sie wollte sich nicht öffentlich mit mir zeigen, und ich hatte Angst vor ihrer rabiaten Familie.“ 

Die Vernehmung der Frau erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Prozess, für den noch drei Verhandlungstage angesetzt sind, wird am Mittwoch fortgesetzt.

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © dpa

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