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Rudolf Strehle (FMG): „Wir haben erkannt, dass wir uns engagieren müssen.“

Bezahlbarer Wohnraum

FMG baut 600 Wohnungen

Landkreis - Wohnraum ist knapp. Bezahlbarer Wohnraum erst recht. Was tun? Auch eine Konferenz am Montag konnte da keine Patentrezepte liefern. Immerhin: Die FMG will sich jetzt als Bauherr auch von Wohnungen betätigen und investieren.

Wo ist er, der bezahlbare Wohnraum? Diese Frage beschreibt „ein ganz wichtiges und drängendes Thema“, betonte Landrat Josef Hauner. Am Montag hatte er Bürgermeister und Entscheidungsträger ins Landratsamt geladen, um sie mit drei Referenten zu informieren, wie man mehr bezahlbaren Wohnraum im Landkreis schaffen könne. Denn es werde zwar viel im Landkreis gebaut, sagte Hauner, allerdings „vor allem Wohnungen, die für Normalverdiener nicht erschwinglich sind“. Freilich: Ein Patentrezept zur Lösung dieses Problems gab es auch am Montag nicht. Vor allem: „Wenn man keine Grundstücke zur Verfügung hat, dann kann man auch nicht bauen“, erklärte der Landrat. Und deshalb könne die landkreiseigene Wohnungsbaugesellschaft auch nur dann wiederbelebt werden, wenn ihr Grundstücke zur Verfügung gestellt würden, appellierte Hauner an die Bürgermeister. 

Hauner fragte am Ende der Veranstaltung aber auch dezidiert bei der Flughafen München Gesellschaft (FMG) nach, ob die sich nicht vorstellen könne, Wohnraum zu schaffen. Und siehe da: Umlandbeauftragter Rudolf Strehle konnte verkünden, dass die FMG 600 Wohnungen auf eigenen Grundstücken errichten werde. „Wir haben erkannt, dass wir uns engagieren müssen“, so Strehle. Der Umlandbeauftragte der FMG betonte allerdings auch, dass die Beschäftigten am Flughafen nur vier Prozent der Landkreis-Bevölkerung ausmachten. Und: Es gebe ja auch noch andere große Arbeitgeber in der Region. 

Thema bei der Konferenz am Montag war aber vor allem, wie auch die Kommunen durch den Bau von Wohnungen den Druck vom Wohnungsmarkt nehmen können: Martin Kornacher, Stadtbaumeister und Bauamtsleiter aus Fürstenfeldbruck, schilderte, wie man das in FFB bewerkstellige: Da gebe es einen Stadtratsbeschluss, dass ein Investor beim Grundstückskauf dazu verpflichtet werde, 30 Prozent der Geschoßfläche als öffentlich geförderten Wohnraum zu errichten. Und teilweise baue die Stadt Fürstenfeldbruck eben auch Wohnungen selbst. 

Im Landkreis München funktioniert das Modell mit der Wohnungsbaugesellschaft München-Land GmbH, wie deren Geschäftsführer Ulrich Bittner erläuterte. Der große Vorteil: Man sei „inhousefähig“, wie das heiße, wenn man von den 29 Gemeinden, die die Gesellschafter seien, Aufträge zum Bau, zur Betreuung oder zur Verwaltung von Wohnungen erhalte, ohne dass dem eine Ausschreibung vorangehen müsse. Und dann schilderte noch Leitender Baudirektor Roman Dienersberger von der Regierung von Oberbayern, welche Wohnraumförderprogramme des Freistaats es gebe. Sein Tipp: Er halte den Weg zur Wohnraumschaffung über ein kommunales Unternehmen für „wesentlich günstiger“ als über den städtischen Haushalt. Denn eine GmbH könne beispielsweise Sanierungen viel schneller bewerkstelligen als eine Kommune über den eigenen Haushalt, wo es doch „sehr mühsam“ sei. 

Am Ende aber blieb freilich wieder die eine Erkenntnis: GmbH hin, Wohnbaugesellschaft her, der gute Wille hin, Geld her – ohne Grundstücke „brauchen wir ans Bauen gar nicht zu denken“, so Landrat Josef Hauner.

Andreas Beschorner

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