Immer mehr Fälle

Das Norovirus schleicht sich an

Landkreis – 50 Fälle von Norovirus legten in Ingolstadt das Klinikum lahm. In Erding fiel an einer Schule der Unterricht aus – aufgrund einer Welle grippaler Infekte. Auch im Landkreis schleichen sich die Viren an. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

„Verstärkt sind bei uns Berichte über Magen-Darm-Probleme aufgetreten“, berichtet Dr. Lorenz Weigl, Leiter des Gesundheitsamtes. Die seien vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen für Jugendliche und Kinder, also Schulen und Kindergärten, vorgekommen, die solche Krankheitsfälle melden müssen. Man gehe aufgrund des zeitlichen Verlaufs davon aus, dass es sich um das Norovirus handelt. Laborergebnisse liegen hier meist nicht vor.

Aber es gibt auch gesicherte Norovirus-Zahlen – und die haben die üblichen Werte bereits überschritten. Dabei handelt es sich um alle registrierten Fälle, also auch Erwachsene, die mit ihren Beschwerden zum Arzt gegangen sind, der dann eine Laboruntersuchung in Auftrag gegeben hat. Ärzte und Labore sind laut dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, jeden nachgewiesenen Fall zu melden. Beim Vergleich mit dem vierten Quartal 2015 fällt auf, dass es jetzt mit 46 gemeldeten Fällen bereits mehr Betroffene gibt als im betreffenden Zeitraum des Vorjahrs. 2013 waren es hier nur 25 registrierte Fälle.

Wichtig ist nun, die weitere Ausbreitung zu verhindern. Für betroffene Kinder gilt daher folgende Regel: „Sie müssen zwei Tage symptomfrei sein, bevor sie wieder in die Gemeinschaftseinrichtung gehen können“, erklärt Weigl. Denn: Einen Tag nach dem Erbrechen und Durchfall kann der Erkrankte immer noch ansteckend sein. Das Norovirus, wird durch Schmierinfektion übertragen. Hat man den Erreger einmal an der Hand, etwa durch das Anfassen von Türklinken in öffentlichen Einrichtungen (wie Toiletten), kann es schnell in den Mund gelangen. Eine weitere Art, Dritte zu infizieren: „Erbricht sich jemand schwallartig, kann das Virus über Tröpfchen über die Luft auf andere übertragen werden“, weiß Weigl. Deshalb sei es wichtig, dass der Raum sofort gelüftet, saubergemacht und problematische Stellen desinfiziert werden. Immer wichtig: Händehygiene.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: „Die Berichte über akute Atemwegserkrankungen sind für diese Jahreszeit auf einem normalen, erwartbar hohen Niveau“, erklärt Weigl. Gemeint sind grippale Infekte mit herkömmlichen Erkältungsbeschwerden. Zahlen gibt es hier nicht, da es für diese Erreger keine Meldungspflicht gibt. Und: „Die echte Influenza ist hier noch nicht als Welle aufgekommen“. Damit sei erst im Februar oder März zu rechnen.

Die Influenza wird im Gegensatz zu normalen grippalen Infekten meist von Anfang an von hohem Fieber, schwerem Husten und starken Muskelschmerzen begleitet. Im Landkreis habe es bisher drei solche Fälle gegeben, berichtet Weigl. Noch sei aber Zeit für eine Impfung.

Victoria Stettner

Rubriklistenbild: © dpa

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