„Wohnen für Hilfe“ im Sozialbeirat vorgestellt

Landkreis-Programm: Wohnraum gegen Haushaltshilfe

Senioren leben oft allein, nicht selten in Häusern mit Garten. Einerseits stehen damit viele Zimmer stehen leer – andererseits herrscht Wohnungsnot. Genau hier setzt ein Programm an, das „Wohnen für Hilfe“ heißt.

Neufahrn – „Eine geniale Idee“, erklärte Sozialreferentin Frommhold-Buhl (SPD) zu dem im Landkreis Freising seit 2015 laufenden Programm: „Alternative Wohnformen für Jung und Alt“, wie der offizielle Titel lautet. Zwölf solcher Vereinbarungen zwischen alten Menschen und wohnungssuchenden – Studenten etwa – gibt es schon. Unter anderem ist auch eine entsprechende Vereinbarung in Giggenhausen getroffen worden. Da hilft ein Student einer Seniorin im Haus und im Garten – und zahlt dafür keine Miete, sondern nur Nebenkosten.

Einerseits sei das ein großes Glück, andererseits aber noch zu wenig, wie Frommhold-Buhl findet. Deshalb lud sie den für „Wohnen für Hilfe“ zuständigen Sachbearbeiter des Landratsamts, Martin Gerstenberger, in den Sozialbeirat ein, um das Programm vorzustellen und publik zu machen.

„Es gibt noch nicht sehr viele Fälle, das Programm ist einfach noch zu unbekannt“, erklärte Frommhuld-Buhl auf Nachfrage. Dabei räumte sie auch ein, dass es natürlich bei alten Menschen eine Hemmschwelle gebe. Dafür sei aber genau die Beratungsstelle im Landratsamt da: um Ressentiments auszuräumen.

Gerstenberger selbst lieferte die Fakten: Demnach laute die vorgesehene Vereinbarung, dass pro Quadratmeter Wohnfläche ein Stunde geholfen werden soll. Pflegerische Leistungen sind laut Gerstenberger aber ausgeschlossen. Das Ganze sei im Grunde ein Tauschhandel. Deshalb müsse man sich auch keine Sorgen darüber machen, wie das Finanzamt reagiert. Der Fiskus ist bei entsprechender vertraglicher Vereinbarung außen vor. Jedenfalls dann, wenn nur Nebenkosten für die besagten Zimmer verlangt würden.

Sorgen, etwas falsch zu machen, muss man sich Gerstenberger zufolge nicht machen. Er stehe den Partnerschaften beratend zur Seite und helfe beim Aushandeln der Vereinbarung. Wie einer Präsentation zu entnehmen war, schließen die Betreffenden einen Wohnraumüberlassungsvertrag, der in etwa mit dem eines Untermietervertrags vergleichbar ist. Im Landratsamt liegen Musterverträge aus. Gerstenberger sieht seine Aufgabe in der Vorauswahl der Bewerber sowie dem Begleiten und Koordinieren des Kennenlernens von Anbietern und Wohnungssuchenden.

Gut zu wissen

Zu erreichen ist die Koordinierungsstelle unter Tel. (0 81 61) 60 04 86 oder unter martin.gerstenberger@kreis-fs.de.

Alexander Fischer

Rubriklistenbild: © dpa

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