Grußworte

Landrat Josef Hauner zum Jahreswechsel: „Integration wird eine große Aufgabe“

Freising - Im Grußwort zum Jahreswechsel spricht Josef Hauner über Asylbewerber, Schulen, Soziale Arbeit und den Landkreis als Bildungs- und Gesundheitsregion.

Liebe Landkreisbürgerinnen und -bürger,

die von Ihnen in den Gemeinden und auf Kreisebene gewählten Mandatsträgerinnen und -träger, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verwaltungen und ich selbst haben sich auch in diesem Jahr wieder engagiert, um unseren Landkreis zukunftsfähig zu machen, unsere gegenwärtige Lebensqualität zu sichern und für die kommenden Jahre noch zu verbessern.

Allein die Mitglieder des Kreistags und seiner Ausschüsse trafen sich im vergangenen Jahr zu 25 Sitzungen und fassten über 200 Beschlüsse. Die Verbesserung der Infrastruktur des Landkreises mit der Anpassung des Öffentlichen Personennahverkehrs an die Bedürfnisse des Fahrgäste, ständiger Abstimmung der Schulbusfahrten mit veränderten Unterrichtszeiten und wechselnden Schülerzahlen oder der Unterhalt unserer Kreisstraßen steht jedes Jahr wieder im Zentrum unserer Arbeit.

Schulsituation

Vieles haben wir auf den Weg gebracht, was unsere Kinder und Jugendlichen und deren Eltern unterstützen soll: Stolz sind wir auf 20 Jahre Jugendsozialarbeit an Schulen, die wir dieses Jahr feiern konnten. Zu den größten Baumaßnahmen zählen fraglos die beiden Realschulen in Freising und in Au, die mit rund 60 Millionen Euro veranschlagt sind. Mit diesen beiden Einrichtungen können wir in Stadt und Land gleiche Bedingungen schaffen. Wir freuen uns, dass mit Beginn dieses Schuljahres der Unterricht in der neuen Realschule Au (wenn auch zunächst noch in Containern) beginnen konnte. Für das Schulzentrum an der Wippenhauser Straße in Freising, wo alle beruflichen Schulen situiert sind, wird gerade eine erste Planung zur Verbesserung der Ausbildungssituation erarbeitet. Die Berufsschule soll ein neues Gebäude erhalten, für die Wirtschaftsschule und die Fach- und Berufsoberschule sind Erweiterungsbauten vorgesehen. Die Errichtung einer zusätzlichen Sporthalle, von Freisportflächen, einer gemeinsamen Mensa und vieles andere mehr werden derzeit geprüft. Ein sehr wichtiger Termin der zweiten Jahreshälfte war die Einweihung unseres Feuerwehrausbildungszentrums in Zolling. Hier haben alle Feuerwehrleute unseres Landkreises nun ganz hervorragende Bedingungen, um sich optimal auf ihre Einsätze vorzubereiten. Zweifellos ein Höhepunkt des nun zu Ende gehenden Jahres war unsere dreitägige Feier zum 30-jährigen Bestehen des Landratsamtes im Kloster Neustift im Oktober. Mit einem ausgewogenen und vielseitigen Programm über die Geschichte der Gebäude und die Aufgaben einer modernen Behörde konnten sowohl die Mitarbeiter und Mandatsträger in speziellen Veranstaltungen als auch die Öffentlichkeit an einem außerordentlich gut besuchten Tag der Offenen Tür erreicht werden.

Bildungs- und Gesundheitsregion 

Der Landkreis beteiligt sich seit April dieses Jahres zusammen mit diversen Bildungseinrichtungen an dem von der Staatsregierung initiierten Programm „Bildungsregion Bayern“. Schulen, Kommunen, Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und weitere außerschulische Organisationen arbeiten zusammen, um die Bildungsqualität in unserer Region zu verbessern. Auch das Thema Gesundheit hat uns beschäftigt. Gemeinsam mit dem Hospizverein konnten wir die Palliativversorgung auch auf den ambulanten Bereich ausweiten können. Im Bereich Psychosomatik konnte mit der Tagesklinik, die wir erst kürzlich am Freisinger Klinikum feierlich eröffnet haben, eine Versorgungslücke geschlossen werden. Für die Teilnahme an der Gesundheitsregionplus, einem weiteren Programm der Staatsregierung, haben wir im Herbst den Startschuss gegeben. Rund 30 Akteure aus dem Bereich Gesundheit sondieren in drei Arbeitskreisen, wo man im Landkreis hinsichtlich der Gesundheitsvorsorge und -versorgung gut aufgestellt ist, wo man nachbessern muss und wie dies in der Praxis geschehen kann.

Asyl-Situation

Rund 2300 Asylbewerber und Bleibeberechtigte leben derzeit im Landkreis Freising. Über viele Monate des Jahres 2016 hinweg wurden kaum neue Asylbewerber zugewiesen, so dass sich sowohl die Helferinnen und Helfer vor Ort als auch die Kommunen und das Landratsamt intensiver der Unterstützung der hier lebenden Flüchtlinge widmen konnten. 2016 wurden in 13 Gemeinden weitere neue Unterkünfte für knapp 1000 Flüchtlinge errichtet, wodurch die Turnhallen in Moosburg, Eching und Freising wieder von Schülern und Vereinssportlern genutzt werden konnten. Die Asylbewerber zogen in andere geeignete Unterkünfte um. Die Integration der Menschen, denen ein Bleiberecht zugestanden wurde, wird für uns alle auch weiterhin eine große Aufgabe sein. Anfang des Jahres habe ich mich bei den vielen Ehrenamtlichen in diesem Bereich im Rahmen einer kleinen Feier bedankt. Diesen Dank möchte ich an dieser Stelle wiederholen. Auch allen, die sich ehrenamtlich auf sozialem oder kulturellem Gebiet, im Sport oder anderweitig im Landkreis engagieren, bin ich sehr zu Dank verpflichtet. Ohne den Einsatz all dieser Menschen könnte unser Gemeinwesen so nicht funktionieren.

Ich danke allen Bürgermeistern und Gemeinderäten im Landkreis Freising und den Mitgliedern des Kreistages für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, allen Beschäftigten des Landratsamtes und der Einrichtungen des Landkreises für die kollegiale Unterstützung im abgelaufenen Jahr. Mein besonderer Dank gilt allen, die sich in den Hilfsorganisationen, den Vereinen und Verbänden ehrenamtlich und tatkräftig engagieren.

Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr, Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen.

Josef Hauner

Landrat

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