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Schriller Schrei: Die Frequenz, die Prinzessin Veronika Hülsmann (r.) mit ihrer Stimme traf, war markerschütternd wie die von Blechtrommler Oskar Matzerath.

Langenbacher Theaterküken 

Applaus für anspruchsvolle Inszenierung: „Schneekönigin“ feiert Premiere

Bei der Premiere des Stücks „Schneekönigin“ gab es für die jungen Darsteller der Langenbacher Theaterküken viel Applaus. Und das völlig zurecht.

Langenbach – Da haben sich die Langenbacher Theaterküken aber etwas vorgenommen. Der Nachwuchs der Laienspielgruppe feierte am Sonntag Premiere mit dem Andersen-Märchen „Die Schneekönigin“. Einem frühen Fantasy-Stück von epischer Breite, das hohe Ansprüche an Schauspieler und Bühnenbild stellte. Denn die Handlung ist komplex und die verschiedenen Aufzüge bedürfen einer Erklärung. Vor diesem Hintergrund haben die Theaterküken unter der Leitung von Susanne Weber bei der nahezu ausverkauften Premiere im Bürgersaal des Alten Wirts Großes geleistet.

Eine tragende Rolle spielte Erzähler Jonathan Eppler, ein versierter Darsteller, der viel Text und so manche knifflige Situation zu bewältigen hatte. Etwa technische Probleme: Die Vorhänge wollten nicht ganz auf oder zu gehen. Der Erzähler ließ sich davon kaum beirren, steckte die Schwierigkeiten meist locker weg. Mitunter griff er sogar in die Handlung mit ein. Etwa, als er sich im Schloss mit einem Adlaten des Königs duellierte. Eine Szene, für die es viel Applaus gab. Nicht weil die beiden Handelnden dafür die Regenschirme kreuzten, sondern vor allem weil die Prinzessin, gespielt von Veronika Hülsmann, einen markerschütternden, schrillen Schrei losließ, der dem von Oskar Matzerath aus der Blechtrommel in Nichts nachstand.

In einer Nebenrolle glänzte Clara Wadenstorfer, die einen Raben spielte. Der half Hauptdarstellerin Gerda, wahlweise dargestellt von Lotta Riedel und Florentina Kastner, mit Charme und Geschick aus der Patsche. Welche Talente in den Theaterküken stecken, zeigte sich auch und gerade in Szenen, die nach mehr, als nach purer Textsicherheit verlangten. Momente, in denen es nämlich zu reagieren und umzudenken galt. Gelegenheit dazu gab es zu Genüge in der Aufführung, die von blühender Fantasie und jeder Menge Action lebt.

Genau das richtige für eine junge Truppe wie die Theaterküken. Ein Ensemble, das sich bei der Premiere wandlungsfähig und unerschrocken zeigte. Keine schlechten Voraussetzungen, um dereinst in die Fußstapfen der Großen zu treten.

Die weiteren Aufführungen der „Schneekönigin“:

Die kommenden Termine: Mittwoch, 22. November, Samstag, 25. November, und Sonntag, 26. November. Eintritt: 5 Euro. Beginn ist jeweils um 16 Uhr. Weitere Infos gibt‘s auf der Homepage der Laienspielgruppe Langenbach.

Alexander Fischer

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