Eng und auf 30 Tonnen beschränkt: Die Isarbrücke bei Oberhummel soll ertüchtigt werden. Kritiker der Maßnahme fürchten eine Zunahme des Lkw-Verkehrs.
+
Eng und auf 30 Tonnen beschränkt: Die Isarbrücke bei Oberhummel soll ertüchtigt werden. Kritiker der Maßnahme fürchten eine Zunahme des Lkw-Verkehrs.

Trotz Kritik

Bedenken überstimmt: Kreistag segnet Sanierungspläne für Isar- und Dorfenbrücke bei Oberhummel ab

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
    schließen

Die geplante Sanierung und Erneuerung der Isar- und Dorfenbrücke bei Oberhummel hat die nächste Hürde genommen. Und das, obwohl es Kritik an dem Vorhaben gibt.

Freising/Langenbach – Einstimmig hatte der Kreisausschuss vor einer Woche beschlossen, die beiden Brücken im Gemeindegebiet Langenbach über die Isar und über die Dorfen zu erneuern, einen Geh- und Radweg vorzusehen und die Belastbarkeit der Brücken von derzeit 30 auf dann 60 Tonnen zu erhöhen. Notwendig sei das, weil beide Bauwerke zwar noch funktionstüchtig, aber an die Grenzen ihrer Lebensdauer gestoßen seien, hatte Tiefbauamtsleiter Andreas Kämper erklärt. Trotzdem entbrannte dann im Kreistag eine Diskussion über das Projekt.

Die SPD hatte beantragt, die Beschlussfassung zu verschieben und zu prüfen, ob man nicht die Tonnagebeschränkung auf 30 Tonnen belassen könne. Denn für den landwirtschaftlichen Verkehr genüge diese Beschränkung, mit einer Belastbarkeit von 60 Tonnen bestehe die Gefahr, dass Schwerlastverkehr durch Oberhummel angezogen werde. Kämper sagte, der Investitionsbedarf sei allerdings auch bei einer Auslegung auf 30 Tonnen erheblich.

Maßnahmen gefordert, die Oberhummel für Lkw unattraktiv machen

Die Langenbacher Kreisrätin Verena Juranowitsch (Grüne) unterstützte den Antrag: „Wir müssen nichts überstürzen.” Ihr und den Grünen fehle eine Bedarfsanalyse, ob man Brücken mit dieser Tragkraft überhaupt brauche. Zudem forderte sie ein „Maßnahmenpaket”, das die Ortsdurchfahrt von Oberhummel für Lkw unattraktiv mache. Peter Warlimont (SPD) ergänzte, das Projekt sei „noch nicht vordringlich”, weshalb es auch wegen der finanziellen Folgen der Corona-Krise für den Landkreis durchaus verschoben werden könnte.

Ganz anderer Meinung war Rainer Schneider (FW): Eine Tonnagebeschränkung auf 60 Tonnen sei in die Zukunft gedacht, denn schließlich würden auch landwirtschaftliche Fahrzeuge immer schwerer. Angesichts des Zustands der Brücke sei es „unverantwortlich”, die Maßnahme zu verschieben, zumal es laut Kämper noch drei bis fünf Jahre dauere, bis das Projekt tatsächlich realisiert werde. Johann Stegmair (CSU) war aus einem anderen Grund sauer: Zunehmend reiße die Unsitte ein, dass Projekte in den Ausschüssen diskutiert und einstimmig abgesegnet würden, es dann aber im Kreistag angeblich plötzlich neue Erkenntnisse gebe und man alles wieder „umschmeißen” wolle.

Bürgermeisterin: Zustand der Brücken „untragbar“

Weil die SPD ihren Vertagungsantrag zurückzog, wurde über den Empfehlungsbeschluss des Kreisausschusses abgestimmt, der eine 35:26- Mehrheit erhielt. Damit kam der Antrag der Sozialdemokraten, die Tonnagebeschränkung bei 30 Tonnen zu belassen oder nur auf 40 Tonnen zu erhöhen, gar nicht mehr zur Abstimmung.

Susanne Hoyer, Bürgermeisterin von Langenbach und FW-Kreisrätin, die als Gemeindechefin „persönlich” beteiligt war und deshalb weder an der Diskussion noch an der Abstimmung teilnehmen durfte, sagte auf Nachfrage des FT, sie halte die Beschlüsse für richtig. Endlich könne so der Fuß- und Radweg zwischen Oberhummel und Gaden realisiert werden. Der jetzige Zustand sei „untragbar“, „ein Aufschub der Baumaßnahme keine Option“ – zumal es ja noch einige Jahre bis zur Realisierung dauere. Freilich: Sie werde sich trotzdem weiterhin dafür einsetzen, dass die Strecke für Überlandverkehre unattraktiv und der Verkehr innerorts beruhigt werde. Denn: „Eine Brücke nur für uns wäre recht, geht aber nicht.“

Die Geduld der Zollinger Bürger wird auf eine harte Probe gestellt: Seit August gilt hier ein Abkochgebot, weil seither coliforme Bakterien im Grundwasser nachgewiesen werden. Das Rathaus kämpft mit harscher Kritik an den Maßnahmen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare