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Mit farbigen Klebepunkten konnten die Bürger abstimmen, für welche Lösungsvariante zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens in der Dorfstraße sie plädieren. 

„Wir reden zu wenig mit den Leuten“

Dorfstraße in Langenbach: Bürgerveranstaltung zum Verkehr stößt auf große Resonanz

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Die Dorfstraße in Langenbach ist seit Jahrzehnten vom Durchgangsverkehr geplagt. Die CSU hatte nun zu einer Bürgerveranstaltung geladen, um der Sache endlich Herr zu werden.

Langenbach – Die Debatte um die Dorfstraße in Langenbach gibt es gefühlt genauso lange wie die Ortschaft selbst. Nur eine Lösung ist nicht einmal ansatzweise in Sicht. Mit der Veranstaltung „Quo vadis, Dorfstraße?“ diskutierte man auf Einladung der örtlichen CSU nun die Zukunft der seit Jahrzehnten von Durchgangsverkehr geplagten Straße. Am Ende bekam Bürgermeisterkandidat Thomas Holst durchaus Bestätigung für seine Gedanken.

Sperrung ist polarisierender Vorschlag

„Auch ich habe keine Patentlösung“, gestand Holst. Überhaupt trafen sich die Vertreter der CSU mit zahlreichen Bürgern auf einem Bauernhof-Gelände an der Dorfstraße, um in erster Linie zuzuhören. Auch die Ortsvorsitzende Dorothee Fremann sagte, dass man von der Veranstaltung ein Meinungsbild mitnehmen wolle. Sie betonte aber auch, dass eine Sperrung der Dorfstraße für den Durchgangsverkehr nicht die Lösung sein könne. In so einem Fall werde das Problem beispielsweise auf die benachbarte Birkenstraße verlagert. Die Sperrung der Dorfstraße ist der polarisierende Vorschlag – und das zeigte sich auch diesmal bei den ähnlich vielen Ja- und Nein-Stimmen, die von den Bürgern mit Klebepunkten auf den möglichen Varianten abgegeben wurden.

Viele Stimmen bekam erwartungsgemäß eine Umgehungsstraße, die am Sportgelände vorbei in Richtung Ex-B 11 führen könnte. So eine neue Straße würde helfen, sei aber schwer umsetzbar und natürlich teuer. Hier sei fraglich, ob und wann eine solche Umgehung realisierbar wäre.

Dorfstraße unattraktiver gestalten

Eine andere Idee hatte Bürgermeisterbewerber Holst, der im Zuge der dringend notwendigen Straßenerneuerung die Dorfstraße für den Durchgangsverkehr gerne unattraktiver machen würde. Die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer würden von Autofahrern oftmals eher als gut gemeinter Vorschlag erachtet. Durch bauliche Maßnahmen und teilweise ausgewiesene Einbahnstraßen müsse man durch das Wohngebiet kurven – mit dem Ergebnis, dass die reine Durchfahrt keinen Sinn mehr mache, so Holsts Vorschlag. Diese Idee der Straßenumgestaltung erhielt von den Anwesenden 30 Ja-Stimmen und nur ein Nein. Das war beim Bürgervotum dann auch der Tagesbestwert.

Thomas Holst zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung und betonte, dass die Form seiner Philosophie transparenter Kommunalpolitik entspreche. Das Dauer-Reizthema von Langenbach sei ein gutes Beispiel: „Wir reden schon sehr lange über die Dorfstraße, aber zu wenig mit den Leuten.“ 

Lesen Sie auch: Dorfstraße soll nicht vor 2021 zur verkehrsberuhigten Zone werden

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